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Arbeitgebermagazin

Unternehmenskultur

Konkrete Strategien für junge Beschäftigte

Veröffentlicht am:12.11.2025

4 Minuten Lesedauer

Ausreichend Schlaf, gute Ernährung, Umgang mit Stress – junge Beschäftigte wissen, was gut für sie ist. Die Umsetzung im Arbeitsalltag fällt oft schwer. Warum und wie Arbeitgeber unterstützen können.

Junge Mitarbeitende im Gespräch während eines Workshops – Symbol für Gesundheitsförderung und Teamkultur

© contrastwerkstatt – Adobe Stock

Sensible Lebensphase

Junge Arbeitnehmende stehen häufig vor besonderen Herausforderungen: sich in einer neuen Lebens- und Arbeitsphase zurechtfinden und mit unsicheren Beschäftigungsverhältnissen kämpfen. Zukunftsängste angesichts wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Unsicherheiten kommen hinzu.

In dieser sensiblen Lebensphase ist die gezielte Stärkung der Gesundheitskompetenz im Arbeitsalltag entscheidend. Es geht einerseits um den Schutz der Leistungsfähigkeit der jungen Beschäftigten, aber selbstverständlich auch um das wirtschaftliche Interesse der Unternehmen.

Oft fehlt direkte Ansprache

Gesunde Strategien erlernen Gesundheitskompetenz ist jedoch mehr als das Wissen über gesundheitsrelevante Themen. Bedeutender ist die Fähigkeit, solche Informationen für die eigene Gesundheit anzuwenden.

Die praktische Umsetzung im Alltag hat noch viel Entwicklungspotenzial – sowohl im Privatleben als auch für berufliche Zusammenhänge. Das liegt allerdings nicht am Desinteresse. Oft fehlt es einfach an direkter Ansprache, passenden Angeboten und betrieblicher Unterstützung.

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Gesund im Team

Für junge Mitarbeitende sind Themen wichtig, die in ihrem Berufsalltag präsent sind: Umgang mit Stress, hohem Leistungsdruck oder auch Misserfolgen und Unsicherheit über die eigene berufliche Zukunft – all das kann zu chronischem Stress, innerer Unruhe und Schlafproblemen führen.

Zur Stressbewältigung greifen viele an hektischen Arbeitstagen wiederholt zum Smartphone und statt ausgewogener Ernährung gibt es schnelle Snacks. Andere sitzen stundenlang am Schreibtisch oder stehen unter körperlicher Belastung, ohne für Aus-gleich zu sorgen.

Gesundheitsförderung beginnt im Miteinander und braucht einen festen Platz in der Unternehmenskultur: Teams, die offen kommunizieren, sich gegenseitig unterstützen und auf gute Führung vertrauen können, sind nicht nur leistungsfähiger, sondern häufig auch gesünder.

Impulse, die stärken

Themen wie mentale Gesundheit, Alltagsstruktur trotz Schichtdienst, digitale Erholung nach Feierabend oder günstige Wege zu mehr Bewegung ohne Fitnessstudio sind besonders wirksam, wenn sie lebensnah und ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt werden. Junge Arbeitnehmende brauchen konkrete Strategien, die zu ihrem Lebensstil und ihrer Lebensphase passen.

Genau da setzen zahlreiche Angebote der AOK für Betriebliche Gesundheitsförderung an. Gesundes Ess- und Trinkverhalten, aktive Pausengestaltung, Workshops oder gezielte Beratung – junge Arbeitnehmende profitieren besonders von niedrigschwelligen, interaktiven Formaten, die ihre Lebenswelt einbeziehen und Eigenverantwortung stärken.

Wer so in die Gesundheit junger Beschäftigter investiert, investiert in die Zukunft des Unternehmens. Denn wer die Fachkräfte von morgen ausbildet, tut gut daran, sie beim Gesundbleiben zu unterstützen.

Best-Practice: Beispiel aus der AOK-Region Ludwigsburg-Rems-Murr

Zwei Frauen machen Dehnübungen im Stehen.
Langes Sitzen am Schreibtisch verursacht oft Rückenschmerzen, Dehnungsübungen beugen vor.

„Den Arbeitsalltag gesund gestalten“.

Unter diesem Motto wurde schon zum zweiten Mal ein Gesundheitstag für 23 Nachwuchskräfte der Fried Kunststofftechnik GmbH aus Urbach durchgeführt. Der ganztägige Workshop fand in der AOK Schorndorf statt. Praxisnah und zielgruppengerecht wurden zentrale Botschaften aufgefrischt, neue Impulse für einen gesunden Berufsalltag gegeben und leicht umsetzbare Ideen für eine ausgewogene Mittagspause gesammelt. Nach einem Mitmachvortrag zum Thema Handynutzung brachte ein Ganzkörper-Training zur Stärkung von Ausdauer, Kraft und Koordination die jungen Auszubildenden ins Schwitzen.

Positive Signale

Luisa Härer, Auszubildende
Luisa Härer, Auszubildende

Am Ende des Tages waren alle ausgeglichen und fröhlich. So auch Luisa Härer, Auszubildende zur Industriekauffrau: „Es gibt viele einfache Möglichkeiten, mir und meiner Gesundheit Gutes zu tun – wie zum Beispiel ein Lächeln. Es sendet nach innen und außen positive Signale und steigert die Laune. Sehr wertvoll fand ich auch die Tipps zum richtigen Sitzen.“

Best-Practice: Beispiel aus der AOK-Region Ulm-Biberach

Melissa Haider, Weiterbildung Liebherr-Werk Ehingen
Melissa Haider, Weiterbildung Liebherr-Werk Ehingen

Suchtprävention für Auszubildende bei Liebherr in Ehingen

Die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Auszubildenden liegen uns sehr am Herzen. Ein zentraler Bestandteil unseres Ausbildungsprogramms ist die Suchtprävention. Gegen Ende des ersten Ausbildungsjahres steht bei allen Auszubildenden eine Schulung auf dem Programm, welche vom internen Suchthelferteam durchgeführt wird. Diese ist verpflichtend und behandelt verschiedene Themenbereiche – darunter Alkohol, Mediensucht, Cannabis, sogenannte „Legal Highs“ und ganz neu psychische Gesundheit. Abgerundet wird die Schulung durch einen interaktiven Praxisteil, welcher von Kolleg:innen der AOK durchgeführt wird: Mithilfe von Rauschbrillen erleben die Auszubildenden, wie sich eingeschränkte Wahrnehmung auf alltägliche  Aufgaben auswirkt.

Neben der Suchtprävention bieten wir unseren Auszubildenden nach Feierabend ein vielfältiges Gesundheitsprogramm an. Dieses umfasst unter anderem Angebote rund um Bewegung, Ernährung, Ergonomie und mentale Gesundheit. Aktuell entwickeln wir exklusive Schnupperkurse speziell für unsere Auszubildenden. Diese sollen nicht nur das Gesundheitsbewusstsein stärken, sondern auch den Teamgeist innerhalb der Ausbildungsgruppe fördern.

So unterstützt die AOK Baden-Württemberg

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