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Arbeitgebermagazin

Psychische Gesundheit

Mobbing erkennen und vorbeugen

Veröffentlicht am:20.08.2025

4 Minuten Lesedauer

Mobbing betrifft viele Beschäftigte – vor allem junge Mitarbeitende. Die Folgen sind nicht nur gesundheitlich, sondern auch wirtschaftlich spürbar. Arbeitgeber können entscheidend dazu beitragen, Mobbing vorzubeugen und Betroffene zu schützen.

Ein Mann sitzt auf einem Steg und blickt nach unten.

© AOK

Was ist Mobbing?

Manipulation von Unterlagen, Ausgrenzung, üble Nachrede, abqualifizierende Arbeiten: Mobbing am Arbeitsplatz hat viele Gesichter. Die Schikanen sind mitunter subtil, aber wirksam. Das Ziel: andere abzuwerten oder sie aus dem Unternehmen zu drängen.

Neid, Missgunst, Antipathie, Frust und falsch verstandener Ehrgeiz können Auslöser für Mobbing sein. Aber nicht jeder Konflikt im Team ist Mobbing. Dafür müssen die Schikanen systematisch sein sowie wiederholt, regelmäßig und über einen längeren Zeitraum auftreten. Täterinnen und Täter können Vorgesetzte sein und/oder Mitarbeitende.

Verbreitung von Mobbing

Einen umfassenden Überblick zum Thema „Mobbing in der Arbeitswelt: Bedeutung, Verbreitung und Prävention“ bietet der aktuelle Mobbing-Report des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Für die repräsentative Studie befragte die Universität Leipzig 2023/2024 im Auftrag 5.015 Beschäftigte ab 18 Jahren.

  • 6,5 Prozent der Teilnehmenden gaben an, innerhalb der letzten sechs Monate mindestens wöchentlich durch Kolleginnen oder Kollegen (4,4 Prozent) oder Vorgesetzte (3,5 Prozent) zu Unrecht kritisiert, schikaniert oder vor anderen bloßgestellt worden zu sein.
  • 5,3 Prozent wurden durch betriebsfremde Personen wie beispielsweise Kundschaft, Patientinnen oder Patienten gemobbt.
  • Die meisten Mobbing-Betroffenen sind der Studie zufolge zwischen 18 und 29 Jahren.

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Folgen von Mobbing

Die – insbesondere mentalen – gesundheitlichen Auswirkungen spiegeln sich in den Krankheitstagen wider:

  • Demnach fehlten Mobbing-Betroffene in den letzten zwölf Monaten an 22,6 Tagen.
  • Nicht-Betroffene fehlten an 11,4 Tagen.
  • 49 Prozent der Beschäftigten, die nicht gemobbt werden, sagen, dass ihre direkte Führungskraft der Arbeitszufriedenheit einen hohen Stellenwert beimisst.
  • Bei den von Mobbing Betroffenen trifft dies auf 30 Prozent zu.

Mobbing verhindern

Mobbing entsteht schrittweise und kann durch frühzeitige Prävention wirksam verhindert werden. Wichtig ist, Mobbing als Prozess mit verschiedenen Eskalationsstufen zu verstehen, um passende Interventionen zu ermöglichen.

Dafür sollten möglichst alle Beschäftigtensensibilisiert werden: Sie müssen erkennen, wann Grenzen überschritten sind, und sicher sein, dass Eingreifen keine negativen Konsequenzen nach sich zieht.

Die Studie zeigt jedoch, dass Mobbing-Betroffene deutlich seltener über offizielle Anlaufstellen, Vertrauenspersonen oder Schulungen verfügen. Zudem erleben sie häufiger, dass von ihnen erwartet wird, mit Konflikten allein fertigzuwerden. Das unterstreicht die Notwendigkeit klarer Strukturen und Unterstützungsangebote im Betrieb.

Was Arbeitgeber tun können

Wirksame Prävention sollte auf mehreren Ebenen ansetzen:

  • Organisationsstrukturen schaffen, die einen proaktiven Umgang mit Mobbing-Meldungen ermöglichen.
  • Führungskompetenzen stärken, etwa durch Schulungen, Sensibilisierung und klare Verantwortlichkeiten.
  • Belegschaft einbeziehen, z.B. durch Workshops, Weiterbildungen und eine offene Gesprächskultur.
  • Verbindliche Regelungen etablieren, etwa in Form von Betriebsvereinbarungen oder Verhaltensrichtlinien, in denen auch Konsequenzen für Mobbing-Akteure festgelegt sind.

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