AOK PLUS im Dialog 2026 Human-AI-Balance als Führungsaufgabe!?
Auch im Jahr 2026 haben wir unsere Veranstaltungsreihe AOK PLUS im Dialog regional und fokussiert auf aktuelle Themen der Zeit ausgerichtet. Die AOK PLUS als Gesundheitslotsin kann dabei die Unternehmen mit innovativen Angeboten für eine ganzheitlich gesunde Belegschaft unterstützen. Wechselseitig profitieren sie im lebendigen Netzwerk der AOK PLUS von ihren individuellen Erfahrungen und pflegen eine Kultur des gemeinsamen Lernens und Gestaltens.
Für das Jahr 2026 fokussieren wir uns auf Human-AI-Balance als Führungsaufgabe!? Wie gesunde Arbeit im digitalen Wandel gelingt. Wir sind mit vier Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Sachsen und Thüringen zu erleben:
Human-AI-Balance als Führungsaufgabe!? in Elstra
Wie gesunde Arbeit im digitalen Wandel gelingt.
2. September 2026 | 18:00 Uhr | Mammutgarten, An der Parkmauer 5, 01920 Elstra OT Prietitz
Human-AI-Balance: Führung wird zum Schlüssel im digitalen Wandel
Wie verändert Künstliche Intelligenz den Arbeitsalltag und was braucht es, damit sie tatsächlich entlastet? Diese Frage stand bei „AOK PLUS im Dialog 2026“ im Mammutgarten Elstra im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Human-AI-Balance als Führungsaufgabe!? – Wie gesunde Arbeit im digitalen Wandel gelingt“ diskutierten die Gäste, wie Unternehmen KI sinnvoll einsetzen können, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren. Andrea Spitzer, Geschäftsführerin der Region Ostsachsen der AOK PLUS, begrüßte die Gäste und eröffnete den Austausch über Chancen und Herausforderungen der KI-Transformation.
Führung muss Menschen dort abholen, wo sie stehen
Im anschließenden Auftaktinterview mit Moderatorin Franziska Schenk ordnete Dr. Stefan Knupfer, Vorstandsvorsitzender der AOK PLUS, die Veränderungen durch KI aus Sicht der AOK PLUS ein. Automatisierung und digitale Lösungen seien längst Teil des Arbeitsalltags. Gleichzeitig würden die Veränderungszyklen immer kürzer.
Während manche Mitarbeitende neuen Möglichkeiten hoch motiviert begegnen, reagieren andere eher zurückhaltend oder ängstlich. Für Führungskräfte bedeutet das vor allem, den Sinn von Veränderungen zu erklären und Mitarbeitenden Selbstwirksamkeit zu ermöglichen: „Eine gute Führungskraft nimmt jeden mit. Und zwar von dem Platz, an dem er steht.“ Gleichzeitig plädierte Knupfer dafür, neue Möglichkeiten auszuprobieren und daraus zu lernen.
Was KI mit Führung und Verantwortung macht
Daniel Dietze, Geschäftsführer der digitalwert GmbH, berichtete in seiner Keynote von den Veränderungen, die KI in seinem Unternehmen bereits ausgelöst hat. Durch den Einsatz von KI gewinnen Mitarbeitende neue Fähigkeiten und übernehmen zunehmend Aufgaben, die zuvor vollständig bei anderen Personen lagen. Ihr Profil wird vielfältiger und auch ihre Rolle im Unternehmen verändert sich.
Dietze schilderte zudem, wie sich dadurch seine eigene Sicht auf Führung gewandelt hat. Statt vor allem zu kontrollieren, müsse Führung heute stärker den passenden Rahmen schaffen. Dafür brauche es Raum zum Ausprobieren und den Austausch mit anderen. Denn wer überwiegend mit KI statt mit anderen Menschen zusammenarbeite, könne sich zunehmend isoliert fühlen.
Sein Appell: Führungskräfte müssen sich selbst intensiv mit der Technologie auseinandersetzen. „Haben Sie Mut, Dinge anzugehen“, lautete eine seiner zentralen Botschaften.
KI soll Last übernehmen – nicht Verantwortung
In der Podiumsdiskussion kamen unterschiedliche Praxiserfahrungen zusammen. Mandy Auerswald von Vodafone machte deutlich, dass eine erfolgreiche KI-Einführung nur gelingen könne, wenn Mitarbeitende aktiv einbezogen werden. Entscheidend sei, die Veränderung mit einer Geschwindigkeit zu gestalten, die zur Organisation passe. Mitarbeitende sollten nicht nur Anwender sein, sondern Teil der Transformation. Wenn Einzelne begeistert vorangingen, könnten sie andere mitziehen und Change Management so im Unternehmen verankern.
Stefan Baßler, Stabsbereichsleiter Unternehmenscontrolling der AOK PLUS, richtete den Blick auf die Veränderungen für Führungskräfte. Für ihn verändert KI vor allem den Umgang mit Wissen und der wachsenden Informationsmenge. Führungskräfte müssten nicht mehr alles selbst wissen, sondern könnten sich Zusammenhänge erklären und Informationen gezielter aufbereiten lassen. Das schaffe Freiräume, um sich stärker auf Mitarbeitende und den persönlichen Austausch zu konzentrieren. Gleichzeitig bedeute KI nicht automatisch Entlastung, sondern könne auch zusätzlichen Aufwand erzeugen.
Prof. Dr. Uwe Platzbecker vom Universitätsklinikum Dresden machte für die Medizin deutlich: „KI soll Last, aber nicht die Verantwortung übernehmen.“ Bevor KI eingesetzt werde, müssten Prozesse zunächst genau betrachtet werden. Besonders bei der Arzt- und Pflegedokumentation sieht er großes Potenzial. Wenn KI dort Routinetätigkeiten übernimmt, bleibt mehr Zeit für den direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten und damit auch für mehr Menschlichkeit und Empathie.
Ergänzt wurde die Diskussion um die Perspektive von Lars Seiffert von den Dresdner Verkehrsbetrieben. Er berichtete aus den Erfahrungen eines laufenden Technologiewechsels. Wichtig sei, Einsatzfelder zunächst klar zu definieren und Ängste ernst zu nehmen. Auch bei KI müsse der Mensch als „Human in the Loop“ Teil des Prozesses bleiben.
Beim anschließenden Get-together wurde der Dialog mit einer zentralen Erkenntnis des Abends weitergeführt: KI kann Arbeit verändern und entlasten. Ob daraus tatsächlich ein Mehrwert entsteht, hängt entscheidend davon ab, wie Unternehmen diesen Wandel gestalten. Daniel Dietze brachte es auf den Punkt: „Eine KI-Einführung sollte als Veränderungsprojekt gestaltet werden, nicht als reines Technologieprojekt.“
Human-AI-Balance als Führungsaufgabe!? in Zwönitz
Wie gesunde Arbeit im digitalen Wandel gelingt.
29. September 2026 | 18:00 Uhr | Buntspeicher, Speicherstraße 1, 08297 Zwönitz
KI im Praxistest: Was Unternehmen wirklich weiterbringt
Künstliche Intelligenz verändert Arbeitsprozesse mit hoher Geschwindigkeit. Doch nicht jede neue Anwendung führt automatisch zu Entlastung. Bei „AOK PLUS im Dialog“ am 29. September im Buntspeicher Zwönitz ging es deshalb darum, unter welchen Bedingungen KI im Arbeitsalltag tatsächlich Nutzen schafft.
Simone Pfretzschner, Geschäftsführerin der Region Chemnitz der AOK PLUS, begrüßte die Gäste und eröffnete den Austausch über den Einsatz von KI in Unternehmen. Im Mittelpunkt standen konkrete Erfahrungen aus der Praxis und die Frage, unter welchen Bedingungen technologische Veränderungen tatsächlich einen Mehrwert schaffen.
Im Auftaktgespräch mit Moderatorin Franziska Schenk weitete Dr. Stefan Knupfer, Vorstandsvorsitzender der AOK PLUS, den Blick. Innovationszyklen werden kürzer, Demografie und Fachkräftemangel erhöhen den Veränderungsdruck. Unternehmen müssten technologisch Schritt halten und ihre Beschäftigten mitnehmen. Knupfer machte deutlich: „Veränderungen dürfen nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden, damit daraus kein Gesundheitsfaktor wird. Das ist in der heutigen digitalen Welt ohnehin schon ein großes Thema.“
„Mehr Möglichkeiten heißen auch mehr Verantwortung, insbesondere Eigenverantwortung“, so Knupfer. Umso wichtiger sei es, Mitarbeitende aktiv in den Wandel einzubeziehen.
Verstehen gehört zur Arbeitszeit
Daniel Dietze, Geschäftsführer der digitalwert GmbH, knüpfte in seiner Keynote an den steigenden Veränderungstakt an. KI und KI-Agenten erweitern die Möglichkeiten von Beschäftigten und verändern Aufgaben. Lernen dürfe dabei nicht zur Zusatzaufgabe werden. Dietze brachte es auf eine einfache Formel: „KI ist ein Werkzeug für die Arbeitszeit und gehört in die Arbeitszeit.“ Mitarbeitende müssten neue Anwendungen ausprobieren und Fragen stellen können. Nur wer Möglichkeiten und Grenzen versteht, könne souverän damit umgehen.
Wie unterschiedlich das bereits gelebt wird, zeigte die erste Dialogrunde. Bei Robert Eckhold werden Mitarbeitende früh in die Entwicklung neuer Anwendungen einbezogen. Wer an einer Lösung mitarbeitet, erlebt die Veränderung anders als jemand, dem ein fertiges Werkzeug vorgesetzt wird.
Damit verändert sich auch die Rolle von Führung. Katrin Haubold fasste es pointiert zusammen: „Management ist out, Leadership ist in.“ Führung bedeute, Menschen zu inspirieren und ehrlich mit Unsicherheit umzugehen. Gerade bei veränderten Rollen und Aufgaben brauche es Orientierung.
Dass neue Technologie zunächst auch zusätzlichen Aufwand bedeutet, machte Bernd Appelhans deutlich. Anwendungen müssen erlernt und in bestehende Abläufe integriert werden. Unternehmen sollten deshalb Zeit für Erprobung und Qualifizierung vorsehen. Auch Heike Pflüger unterstrich, dass eine funktionierende Technologie allein nicht ausreicht. Entscheidend seien passende Prozesse und die nötigen Voraussetzungen in der Organisation.
Manchmal ist Excel die bessere Lösung
Die zweite Dialogrunde rückte die Frage in den Mittelpunkt, woran sinnvoll eingesetzte KI überhaupt zu erkennen ist. Eine Live-Abfrage unter den Gästen zeigte vor allem Bedarf an Klarheit über geeignete Einsatzmöglichkeiten sowie an Zeit zum Ausprobieren.
Die Beispiele auf dem Podium machten zugleich deutlich, dass nicht jedes KI-Experiment dauerhaft bestehen muss. Bernd Appelhans beschrieb einen Prozess, bei dem eine KI-Lösung rund 30 Sekunden benötigte, während die vorhandene Excel-Anwendung nach drei Sekunden zum Ergebnis kam. Die Konsequenz: Excel blieb.
Auch an anderer Stelle gehörte das Verwerfen von Lösungen ausdrücklich zum Lernprozess. Daniel Dietzes Unternehmen reduzierte nach Jahren mit zahlreichen Tools bewusst Anwendungen und konzentrierte sich stärker auf eine KI-Technologie. Robert Eckhold verwies ebenfalls auf Lösungen, die den Praxistest nicht bestanden.
Damit zeichnete sich ein gemeinsamer Nenner ab: Ausgangspunkt sollte ein konkretes Problem sein, nicht der Wunsch, möglichst viel KI einzusetzen. Für Heike Pflüger gilt deshalb, zunächst den Bedarf zu verstehen und erst danach das passende Werkzeug auszuwählen. Das müsse nicht zwangsläufig KI sein.
Katrin Haubold lenkte den Blick auf das Wissen in den Unternehmen. KI könne helfen, Know-how besser verfügbar zu machen. Zugleich müssten Beschäftigte sicher sein, dass sie durch die Weitergabe ihres Wissens nicht an Bedeutung verlieren oder ersetzbar werden.
Der Abend im Buntspeicher zeigte: Erfolgreicher KI-Einsatz bemisst sich nicht an der Zahl neuer Anwendungen, sondern daran, ob ein konkretes Problem besser gelöst wird. Dazu gehört auch, Lösungen zu verwerfen, die im Arbeitsalltag keinen Mehrwert bringen.










