Magen-Darm-Infektion
Als Magen-Darm-Infektionen (Gastroenteritis) wird eine Gruppe von Erkrankungen bezeichnet, die sich hauptsächlich durch Symptome im oberen Magen-Darm-Trakt wie Erbrechen, Durchfälle und Bauchschmerzen äußern.
Ursachen
Magen-Darm-Infektionen werden durch Viren, Bakterien oder (seltener) Parasiten verursacht. Die Erreger werden meist über Wasser oder Lebensmittel aufgenommen. Weltweit treten immer wieder Epidemien auf wie bei Cholera.
Symptome einer Magen-Darm-Infektion
Das Ausmaß der Symptome ist abhängig von der Art des Krankheitserregers und der Körperabwehr der Betroffenen. Bei einem ansonsten gesunden Erwachsenen können nur wenige Beschwerden mit leichtem Unwohlsein, Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall auftreten. Bei bestimmten Erregern oder geringerer Widerstandskraft des Erkrankten (Säuglinge, Kleinkinder, mangelernährte Personen, Senioren, Menschen mit geschwächtem Immunsystem) treten schwere, teils lebensbedrohliche Erkrankungen auf. Durch häufiges Erbrechen und ausgeprägte Durchfälle können schwere Flüssigkeitsverluste und Störungen der Blutsalze auftreten (z. B. Kaliumverlust).
Meist fängt es plötzlich mit Appetitlosigkeit, Schwindel, Erbrechen, Bauchkrämpfen und Durchfällen an. Die Durchfälle können wässrig, blutig oder schleimig und von starken Blähungen begleitet sein. Daneben besteht ein allgemeines Krankheitsgefühl und Schwäche. Fieber kann die Erkrankung begleiten. Anhaltendes Erbrechen und Durchfälle führen zur Austrocknung des Körpers wegen der Flüssigkeitsverluste. Dadurch treten Kreislaufprobleme mit Schwindel bis hin zum Kollaps auf. In sehr schweren Fällen kann es zum Nierenversagen kommen.
Was tun bei Magen-Darm-Infekten?
Bettruhe ist wegen der meist vorhandenen Schwäche sinnvoll. Die Toilette sollte bequem und leicht erreichbar sein. Wichtig ist, den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Wenn das Erbrechen leicht oder schon beendet ist, sollte viel getrunken werden. Geeignet sind Tee, Salzgetränke oder Brühe. Die Flüssigkeit sollte in kleinen Schlückchen eingenommen werden, um erneutes Erbrechen zu vermeiden. Mit der Nahrungsaufnahme sollte erst begonnen werden, wenn Flüssigkeit wieder vertragen wird. Am besten beginnt man mit gekochten Haferflocken, Salzkartoffeln oder anderen gut verträglichen Lebensmitteln. Der Durchfall sollte zunächst nicht mit stopfenden Lebensmitteln oder Medikamenten behandelt werden, weil der Körper mit dem Durchfall die Erreger oder Gifte ausscheidet. Gegen Bauchkrämpfe hilft Wärmeanwendung.
Wann zum Arzt?
Hält das Erbrechen an und kann keine Flüssigkeit aufgenommen oder behalten werden, müssen die Flüssigkeitsverluste durch Infusionen ausgeglichen werden. Vor allem Kinder haben keine ausreichenden Reserven und bedürfen früh ärztlicher Hilfe. Treten Muskelkrämpfe, Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder starke Kreislaufprobleme auf, sollte in jedem Fall sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Magen-Darm-Infekten vorbeugen
Auf eine gut Hygienepraxis in der Küche achten: Hände waschen, Geschirr- und Wischtücher häufig wechseln, Auftauwasser von Geflügel entsorgen und damit in Berührung gekommene Oberflächen mit heißem Wasser reinigen. Reste gegarter Speisen im Kühlschrank aufbewahren und auf ausreichendes Durchgaren bei Wiederverwendung achten. Langes Warmhalten bei geringen Temperaturen ( 60 °C) vermeiden, da es zur Vermehrung schädlicher Mikroorganismen kommen kann.
Erbrochenes und Stuhl erkrankter Personen sollten sorgfältig entsorgt werden, damit sich kein anderer damit anstecken kann. Da Fernreisende besonders häufig von Magen-Darm-Infekten betroffen sind, sollten sie gemäß der alten Regel Koch ess, schäl es oder lass es weg folgende Vorsichtsmaßnahmen im Urlaubsland beachten:
- Obst nur geschält verzehren
- Fisch, Fleisch und Gemüse niemals roh essen
- auf leicht verderbliche Speisen wie Eis lieber verzichten
- Leitungswasser und Eiswürfel vermeiden.
Letzte Änderung: November 2011

