Krebsgefahr durch Lebensmittel
Experten schätzen, dass in Deutschland rund 35 Prozent aller Krebserkrankungen auf das Konto falscher Ernährung gehen – eine erschreckend hohe Zahl! Um genauere Empfehlungen zur Ernährung geben zu können, mit der man Krebs vorbeugen kann, forschen Wissenschaftler auf der ganzen Welt mit Hochdruck nach den genauen Entstehungsmechanismen bösartiger Tumoren. Doch das ist gar nicht so einfach, denn Krebs entsteht nicht plötzlich. Vielmehr handelt es sich dabei um einen jahrelangen, meist jahrzehntelangen Prozess, in den viele verschiedene Faktoren fördernd und hemmend eingreifen. Eine ganz bestimmte Substanz in einem ganz bestimmten Lebensmittel ist selten alleinige Ursache einer Erkrankung.
Schreckensmeldungen mit Vorsicht genießen
Was wir tagtäglich in den Medien lesen und hören, klingt zum Teil dramatisch. So geisterte vor einiger Zeit eine Meldung durch die Presse, dass man in einigen Kräutern und Gewürzen, wie im Fenchel, krebsauslösende und Erbgut verändernde Substanzen gefunden habe. Das stimmt zwar, doch in denselben Lebensmitteln stecken auch noch krebshemmende Substanzen, die so genannten sekundären Pflanzenstoffe, die evtl. den schädigenden Effekt wieder aufheben. Diese möglichen Wechselwirkungen sind noch nicht ausreichend erforscht – ebenso wie die Mindestmengen, die nötig sind, um überhaupt Krebs auszulösen. Gegen ein gelegentliches Glas Fencheltee ist also sicherlich nichts einzuwenden.
Überall können Gefahren lauern
Dr. Irene Lukassowitz (ehemals) vom Bundesinstitut für Risikobewertung betont: Wir müssen damit rechnen, dass wir noch in vielen anderen Lebensmitteln Substanzen finden, die gesundheitsschädlich sein können. Deshalb sollten wir es vermeiden, uns einseitig zu ernähren. Mit viel Abwechslung auf dem Speiseplan bleiben wir auf der sicheren Seite. Die Liste der krebsverdächtigen Substanzen ist lang und betrifft die verschiedensten Stoffgruppen. Meist finden Wissenschaftler solche Substanzen durch Zufall, während sie nach etwas ganz anderem suchen. So passierte es dem schwedischen Forscherteam, das Acrylamid in Pommes und Chips fand.
Datenerfassung zum Thema Krebs läuft
Es gibt weder in Deutschland noch weltweit eine zentrale Stelle, in der nach krebserregenden Substanzen in Lebensmitteln geforscht wird. Ob eine Substanz als krebserregend eingestuft wird, entscheidet meist nur der Tierversuch. Wie sich die Substanz im menschlichen Körper wirklich verhält, wissen die Wissenschaftler aber dann meist immer noch nicht. Derzeit läuft in Europa eine epidemiologische Datenerfassung zum Thema Zusammenhänge zwischen Ernährungsverhalten und der Entstehung von Krebs. Die EPIC(European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie ist eine langfristige Beobachtungsstudie zu Ernährung und Krebs. In zehn Ländern Europas nehmen etwa 520.000 Personen, davon etwa 53.000 aus Deutschland, teil
Was kann man tun?
Nach wie vor gelten die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, fettarme Milch und Milchprodukte, reichlich Fisch, weniger (rotes) Fleisch, weniger Fett und Zucker, sparsam mit Alkohol. Wer sich gesund ernährt, braucht keine speziellen Nahrungsergänzungsmittel, die im Übermaß krank machen können. Meiden Sie verschimmelte Lebensmittel, essen Sie nicht allzu häufig direkt über der Glut gegrilltes, oder schwarzgeräuchertes Fleisch.
Fazit
Das Zauberwort heißt Abwechslung. Eine einseitige, fettreiche Ernährung kann krank machen, denn gesundheitsschädliche Substanzen können sich im Körper anreichern. Folgen Sie den Empfehlungen der DGE und essen Sie möglichst fünfmal am Tag Gemüse und Obst und sorgen Sie für regelmäßige Bewegung.
Letzte Änderung: November 2011

