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Pressemitteilung: Impfung schützt vor Krebs

Verwaltungsrat der AOK Sachsen-Anhalt beschließt neue Leistung für Jungen

Pressemitteilung: Impfung schützt vor Krebs

19. September / Halberstadt – In seiner Sitzung am 19. September hat der Verwaltungsrat der AOK Sachsen-Anhalt eine neue Leistung beschlossen. Jungen im Alter von 9 bis 17 Jahren können sich jetzt gegen krebsverursachende Humane Papillomviren (HPV) impfen lassen. Bislang ist nur die Impfung für Mädchen eine verpflichtende Kassenleistung.

HP-Viren können Krebs verursachen und sind die häufigsten Viren, die durch Sexualkontakte übertragen werden. 70 bis 80 Prozent der Menschen infizieren sich damit im Laufe ihres Lebens, häufig bis zum Alter von 25 Jahren. Da sie Auslöser für Gebärmutterhalskrebs sind, ist die Impfung seit mehreren Jahren für Mädchen eine Leistung der Krankenkassen.

Doch was nur wenige Eltern wissen: Jungen sind ebenfalls betroffen, denn HPV kann auch bei ihnen zu Krebserkrankungen führen. 1.500 Männer erkranken jährlich an Krebs, der durch eine HPV-Infektion verursacht wurde.

„Wir möchten deshalb Eltern schon jetzt ermutigen, auch ihre Söhne gegen HPV impfen zu lassen. Studien zeigen, dass die Impfung wirksam ist und somit das Risiko für diese Krebserkrankungen deutlich senkt. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, dass die AOK Sachsen-Anhalt die Kosten für die Impfung für Jungen ab dem 1. Oktober übernimmt“, sagt Traudel Gemmer, Vorsitzende des Verwaltungsrats der AOK Sachsen-Anhalt.

Die HPV-Impfung für Jungen wird derzeit von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Allerdings ist noch nicht entschieden, ob sie ab 2019 auch feste Kassenleistung wird. „Bis dahin erhalten die Versicherten die Impfung über eine Privatverordnung vom Arzt. Die Rechnung über die Impfung und den Impfstoff reichen die Versicherten bei der AOK ein. Die Kosten betragen circa 170 Euro, diese werden komplett von der AOK Sachsen-Anhalt erstattet“, erklärt Susanne Wiedemeyer, alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats der AOK Sachsen-Anhalt.

Die Impfung besteht aus zwei Impfungen im Abstand von mindestens fünf Monaten. Empfohlen wir die Impfung im Alter zwischen 9 und 14 Jahren, und zwar noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Jungen und Mädchen, die bis zum Alter von 15 Jahren noch nicht gegen HPV geimpft worden sind, sollten dies möglichst bald nachholen - bis spätestens zum Alter von 17 Jahren.

Hintergrund:

70 bis 80 Prozent der Frauen und Männer stecken sich im Laufe ihres Lebens mit dem sexuell übertragbaren HPV-Erreger an, am häufigsten bis zum Alter von 25 Jahren. Dabei wissen die Meisten oft gar nicht, dass sie infiziert wurden. Etwa 80 Prozent der HPV-Infektionen heilen innerhalb von 6 bis 18 Monaten ohne Behandlung aus. In ca. 20 Prozent der Fälle gelingt es jedoch der körpereigenen Immunabwehr nicht, die Viren auszuschalten. Bei solchen länger anhaltenden Infektionen können sich Zellveränderungen verschiedener Schweregrade bis hin zu Krebsvorstufen, Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten entwickeln. Zwischen der Infektion mit HP-Viren bis zum Auftreten von dadurch verursachtem Krebs vergehen meist mehrere Jahre.