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Harnblasenfunktionsstörungen/-Inkontinenz

Harninkontinenz bedeutet, dass Betroffene den Harnabgang nicht mehr bewusst kontrollieren können. Oft wird in diesem Zusammenhang im allgemeinen Sprachgebrauch auch von Blasenschwäche gesprochen.

Funktion der Harnblase

Die Harnblase hat zwei wichtige Aufgaben: die Speicherung und die gezielte Entleerung des Harns. Diese Funktion wird durch komplexe neurologische Regelkreise geregelt, die das Zusammenspiel von Blasenschließmuskel, den Harnblasenmuskel und der Beckenbodenmuskulatur koordinieren. Nervenzentren und -bahnen im Gehirn und Rückenmark sorgen dafür, dass neben der Fähigkeit, den Harn zurückzuhalten, ein ungehindertes, bewusst gesteuertes und kontrolliertes Wasserlassen möglich ist. 

Ursachen einer Harnblasenfunktionsstörung

Verschiedene Erkrankungen können dazu führen, dass diese Prozesse gestört sind und es zu sogenannten Harnblasenfunktionsstörungen kommt. Die Ursachen sind sehr vielfältig. So kann z.B. eine Beckenbodenschwäche, eine Operation, bei der Nerven in Mitleidenschaft gezogen wurden, bzw. bei Männern nach Entfernung der Vorsteherdrüse (Prostata) oder neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose zu Blasenschwäche führen. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. In Deutschland gehen Experten schätzungsweise bis zu 10 Millionen Betroffenen aus.

Geht zum Beispiel die Funktion aufgrund einer Nervenerkrankung verloren, spricht man von einer sogenannten neurogenen Harnblasenfunktionsstörung oder auch von einer „Neurogenen Blase“. Eine weitere Ursache kann z.B. auch ein Abflusshindernis" unterhalb der Blase (z.B. vergrößerte Prostata beim Mann) sein. Hier kommt es zu einer Verengung der Harnröhre und dadurch zu einer erschwerten Harnabgabe. Eine Schwäche des Blasenmuskels kann hingegen dazu führen, dass die „Austreibungskraft“ nicht ausreichend ist, um die Harnblase zu entleeren.

Symptome

Die verschiedenen Varianten von Harnblasenfunktionsstörungen können sich in ihren Symptomen deutlich unterscheiden. Einen möglichen Hinweis auf eine Harnblasenfunktionsstörung können z.B. folgende Symptome darstellen:

  • ständiger Harndrang
  • Harnverhalt
  • Unkontrollierter Harnabgang (Harnblaseninkontinenz)
  • Schmerzen beim Wasserlassen

Arten von Harnblasenfunktionsstörungen

Grundsätzlich können vereinfacht zwei Hauptgruppen und eine Mischform von Harnblasenfunktionsstörungen unterschieden werden:

Bei dieser Entleerungsstörung wird die Harnblase beim Wasserlassen nicht leer, es verbleibt zu viel Restharn in der Blase. Viele Patientinnen und Patienten merken eine Restharnbildung erst, wenn sich bereits eine sehr große Menge an Urin angesammelt hat. Bei der fortgeschrittenen Form der Blasenentleerungsstörung kommt es zur sogenannten Überlaufinkontinenz mit andauerndem Abgang kleinster Harnmengen aus einer vollständig gefüllten Harnblase (Überlaufblase).

Kennzeichnend für diese Blasenfunktionsstörung ist, dass Betroffene sehr häufig (regelmäßig mehr als 8 x pro Tag) auf die Toilette gehen - trotz normaler Trinkmenge. Dabei sind die jeweils abgesetzten Harnmengen entsprechend klein. Viele Patientinnen und Patienten verspüren einen permanenten Harndrang. Im Verlauf kann sich hieraus eine sogenannte Dranginkontinenz entwickeln. Dabei sind die Patientinnen und Patienten nicht in der Lage, die Entleerung bis zum Erreichen einer Toilette zu halten. Bei dieser Ausprägung liegt somit eine Harnblaseninkontinenz vor.

Aus den beiden Formen kann sich eine gemischte Blasenentleerungsstörung entwickeln.

Diagnostik und Behandlung

Um die vielen verschiedenen Formen der Harnblasenfunktionsstörungen und deren Ursachen festzustellen, kann eine umfangreiche Diagnostik erforderlich sein.

Für viele Patientinnen und Patienten sind Harnblasenfunktionsstörungen und –Inkontinenz mit Scham und Angst vor Stigmatisierung verbunden. Daher zögern viele Betroffene lange bevor sie sich ihrem Umfeld oder ihrem Arzt anvertrauen.
 Zögern Sie nicht und wenden Sie sich an Ihren Arzt, damit die notwendige Diagnostik und -wenn erforderlich - zeitnah die richtige Therapie eingeleitet werden kann.

Auf Grund der zahlreichen und verschiedenen Ursachen der Blasenfunktionsstörungen gibt es auch ein breites Spektrum von therapeutischen Möglichkeiten. Entsprechend der vorliegenden Krankheitsursache muss bei allen Patientinnen und Patienten eine individuelle Behandlung, ggf. auch der Grunderkrankung, erfolgen.

Ihr behandelnder Arzt berät Sie über die für Sie am besten geeigneten Möglichkeiten.

Das können Sie für sich selbst tun

Blasenfunktionsstörungen und Inkontinenz können den Alltag von Patienten erheblich ein-schränken. Angst vor dem unwillkürlichen Wasserlassen, Traurigkeit und Schamgefühle können für die Patienten eine große psychische Belastung bedeuten.

Deshalb ist es wichtig, mit dem behandelnden Arzt alle Therapieoptionen zu besprechen, sich über Nebenwirkungen und Folgen aufklären zu lassen und gemeinsam zu entscheiden welche Möglichkeit die beste Option darstellt.

Bei bestimmten Harnblasenfunktionsstörungen kann ein Beckenbodentraining zu einer Ver-besserung der Beschwerden beitragen.

Bei einigen Formen von Harninkontinenz kann die Selbstkatheterisierung eine Behandlungspotion darstellen. Sollten Sie eine Selbstkatheterisierung vornehmen ist es wichtig, mögliche aufsteigende Infektionen und Entzündungen zu vermeiden. Dazu sind die hygienischen Hinweise des Praxispersonals unbedingt zu beachten.Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie nach und bitten Sie um eine erneute Beratung.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Urologen.

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