Soziale Medien - Eine gefährliche Bereicherung

Angebote der digitalen Selbsthilfe und soziale Medien sind neben der klassischen Präsenz-Selbsthilfe für viele Betroffene eine Alternative, um sich mit anderen Menschen auszutauschen. Doch gerade bei sozialen Medien ist auch Vorsicht geboten.

Vier Frauen sitzen um einen Tisch herum, zwei von ihnen umarmen sich.

Genau wie in der klassischen Selbsthilfe bietet auch der Austausch im Netz mit Gleichgesinnten Unterstützung, Verständnis und neue Perspektiven. Digitale Selbsthilfegruppen Viele Kranke und ihre Angehörigen engagieren sich in Selbsthilfegruppen, um Unterstützung bei der… sind in der Regel Online-Plattformen oder auch Foren, auf denen Menschen mit ähnlichen Herausforderungen, Problemen oder Interessen zusammenkommen, um sich gegenseitig zu unterstützen und Erfahrungen auszutauschen.

Zahlreiche Selbsthilfeorganisationen stellen hierfür entsprechende digitale Angebote zur Auswahl. Für spezifische Erkrankungsbilder wie Depressionen, Krebs, Sucht oder auch zahllose unterschiedliche chronische Krankheiten gibt es eigene Selbsthilfeorganisationen, die sich bundesweit vernetzt haben.

Organisationen wie der Deutsche Behindertenrat, der Sozialverband VdK Deutschland und die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke bieten zudem Unterstützung und Vertretung speziell für Menschen mit Behinderungen. Viele dieser Organisationen haben für ihre Mitglieder Peer-Support-Gruppen, digitale Gruppen, Online-Informationsveranstaltungen und andere digitale Unterstützungsangebote – und das nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für ihre Familien. Digitale Angebote bieten den Vorteil der Flexibilität und des Zugangs von überall aus, was für Menschen, die möglicherweise nicht in der Lage sind, persönlich an Treffen teilzunehmen, besonders wertvoll ist. Es ist jedoch wichtig, darauf zu achten, dass die Plattformen sicher sind und verantwortungsbewusst moderiert werden, um ein positives und unterstützendes Umfeld zu gewährleisten.

Gerade für junge Menschen sind neben den Selbsthilfe-Organisationen mit ihren digitalen Angeboten auch soziale Medien interessant, mit denen sich potenziell deutlich mehr Menschen erreichen lassen. Instagram, YouTube & Co. bieten jenseits der organisierten Selbsthilfe eine Plattform für soziale Interaktion, Informationsaustausch und kreative Ausdrucksformen. Soziale Medien ermöglichen es Jugendlichen, ihre Persönlichkeit, ihre Interessen und auch ihre Kreativität auszudrücken und sich dadurch selbst positiv darzustellen. Die Plattformen ermöglichen es zudem – und das nicht nur jungen Menschen – mit Freunden,
Familie und Gleichaltrigen in Kontakt zu bleiben und sich über gemeinsame Interessen auszutauschen.

Allerdings sind soziale Medien keine geschützten digitalen Räume. Sie werden nicht moderiert und zugangsgeschützt und sind somit oft auch ein Ort für Hasskommentare, Cybermobbing und problematische Inhalte. Zudem werden, etwa auf Instagram, von anderen Nutzerinnen und Nutzern oft idealisierte Bilder von Schönheit, Erfolg und Lebensstil präsentiert, was bei einigen jungen Menschen zu einem Gefühl des Drucks und der Unzufriedenheit führen kann, wenn sie sich mit anderen vergleichen. Deshalb sollten sich gerade junge Menschen bewusst sein, dass nicht alle in den sozialen Medien gefundenen Informationen
authentisch oder hilfreich sein müssen.

Für Jugendliche ist es wichtig, für sich ein gesundes Maß an Nutzung zu finden und dabei immer wieder auch kritisch zu reflektieren, welche Inhalte konsumiert werden. Sie sollten zudem darauf achten, ihre Privatsphäre zu schützen und sich – ganz bewusst – immer wieder auch Zeit zu nehmen für echte soziale Interaktionen und Offline-Aktivitäten. Eltern spielen eine wichtige Rolle dabei, Jugendliche im Umgang mit sozialen Medien zu unterstützen und zu begleiten.

Pressekonferenz

Vorstellung des neuen Public Health Index

Wo steht Deutschland beim Thema Prävention im internationalen Vergleich?