Pressemitteilung

Burnout-Risiko für Thüringer Pflegepersonal steigt weiter

23.08.2022 AOK PLUS

Pressemitteilung

23. August 2022

Burnout-Risiko für Thüringer Pflegepersonal steigt weiter

Rainer Striebel: "Arbeitsbedingungen müssen nachhaltig verbessert werden."

In Thüringen treten bei Menschen in Pflegeberufen psychische Erkrankungen im Zusammenhang mit Burnout wesentlich häufiger auf als in anderen Berufsgruppen. Die Häufigkeit des Burnouts liegt beim Pflegepersonal um 71 Prozent über dem Durchschnitt. Das zeigt eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Auch sind Menschen in Pflegeberufen über alle Krankheitsarten hinweg öfter krankgeschrieben als andere Berufsgruppen. 

Verglichen mit allen Berufsgruppen war die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle im Jahr 2021 in den Pflegeberufen um rund neun Prozent erhöht: Sie lag in Thüringen bei 179 AU-Fällen je 100 AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Versicherten. AU-Fälle aufgrund psychischer Erkrankungen im Zusammenhang mit Burnout haben sich in den Jahren 2012 bis 2021 bei berufstätigen AOK PLUS-Versicherten in Thüringen fast verdoppelt (+91 Prozent). Gleichzeitig liegt die Fallhäufigkeit in den Pflegeberufen in allen untersuchten Jahren weit über dem Durchschnittswert: Im Jahr 2021 betrug der Abstand 71 Prozent. 

Pflegepersonal wegen Burnout länger krankgeschrieben
Die Analyse des WidO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… zeigt auch: Erkrankungen im Zusammenhang mit der Diagnose Burnout verursachten unter Thüringer Pflegekräften im vergangenen Jahr 34,1 AU-Tage je 100 AOK-Mitglieder. Das waren fast doppelt so viel wie in allen anderen Berufen (17,3 Tage) mit derselben Diagnose. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit liegt nach der Definition des Gemeinsamen Bundesausschusses dann vor, wenn der Versicherte aufgrund… bei Menschen in Pflegeberufen, welche die Diagnose Burnout erhielten, nahm seit dem Jahr 2012 um ein Drittel zu und lag im Jahr 2021 bei durchschnittlich 27,8 Tagen. In allen anderen Berufsgruppen waren Menschen mit Burnout im Schnitt 24,1 Tage arbeitsunfähig. 

Arbeitsbedingungen müssen nachhaltig verbessert werden
"Die Ergebnisse der Untersuchung unterstreichen die Dringlichkeit, die Arbeitsbedingungen für Pflegefachpersonen endlich nachhaltig zu verbessern", sagt Rainer Striebel, Vorstand der AOK PLUS. "Die Pflegebranche konkurriert mit anderen Berufen um Fachkräfte. Arbeit in der Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… muss attraktiver werden, um die Menschen, die für ihren Beruf brennen, langfristig zu halten und Nachwuchs für die Pflege zu begeistern. Nur so kann eine individuelle und qualitativ hochwertige Versorgung der pflegebedürftigen Menschen sichergestellt werden." Ein Schritt in Richtung einer angemessenen Bezahlung ist die ab September geltende Tarifbindung für ambulante Pflegedienste und Pflegeheime. Sie sieht für Thüringen ein regionalübliches Entgeltniveau in Höhe von 17,85 Euro vor. 

Preis für gesundes Arbeiten in der Pflege
Die AOK PLUS prämierte im Jahr 2022 erstmals innovative Ansätze für eine nachhaltige Betriebliche Gesundheitsförderung Seit dem Inkrafttreten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes zum 1. April 2007 sind die bisherigen… (BGF) in der Pflege. Gesucht wurden Arbeitgebende in der Pflegebranche, die mit ganzheitlichen und innovativen Konzepten die Gesundheit ihrer Beschäftigten stärken. Eine Jury mit Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis ermittelte drei gleichwertigen Gewinner aus Sachsen und Thüringen, die jeweils Preisgelder in Höhe von 5.000 Euro erhielten: Die SBW Vogtlandkreis gGmbH aus Jößnitz, die Greizer Senioren- und Pflegeheim gGmbH und das Städtische Altenpflegeheim "Martin Andersen Nexö" aus Leipzig. 


Die AOK PLUS ist die größte gesetzliche Krankenkasse in Sachsen und Thüringen. Mehr als 3,4 Millionen Versicherte begleitet die Gesundheitskasse professionell und partnerschaftlich in allen Lebenssituationen: bei Prävention, Gesundheitsvorsorge, Krankheit und Pflege.