Pressemitteilung

Für komplizierte Operationen in Westfalen-Lippe: Neue ‚Mindestmengen-Transparenzliste‘ veröffentlicht

03.11.2022 AOK NordWest 3 Min. Lesedauer

Höhere Mindestmengen können in 2023 zu mehr Patientensicherheit führen

Das Foto zeigt eine Szene bei einer Operation in Großaufnahme.
Die AOK NordWest hat ihre ‚Mindestmengen-Transparenzliste‘ aktualisiert. Sie gibt einen Überblick über 122 Krankenhäuser in Westfalen-Lippe, die 2023 besonders schwierige Operationen durchführen dürfen.

Dortmund. In Westfalen-Lippe haben 122 Krankenhaus-Standorte die Erlaubnis erhalten, im kommenden Jahr Mindestmengen-relevante Operationen und Behandlungen mit besonders hohen Risiken für Patientinnen und Patienten durchzuführen. Welche Krankenhaus-Standorte das sind, zeigt die landesweite ‚Mindestmengen-Transparenzliste‘ der AOK NordWest, die heute aktualisiert wurde. Unter anderem wird die Anhebung der Mindestmenge für komplexe Operationen an der Speiseröhre von zehn auf 26 Eingriffe pro Jahr in 2023 zu einer deutlichen Konzentration der Versorgung führen. „Die Anhebung der Mindestmengen begrüßen wir sehr, denn Mindestmengen dienen der Patientensicherheit. Sie tragen dazu bei, dass komplizierte Operationen und Behandlungen an Krankenhäusern mit der nötigen Routine und Erfahrung durchgeführt werden“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. Die aktualisierte ‚Mindestmengen-Transparenzliste‘ für 2023 ist ab sofort im Internet unter aok.de/nw in der Rubrik Presse abrufbar.

Die neue Übersicht stellt alle leistungs- und abrechnungsberechtigten Krankenhäuser in Westfalen-Lippe dar. Sie gibt einen Überblick über die aktuellen Entscheidungen der Krankenkassen Die 97 Krankenkassen (Stand: 26.01.22) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… zu den sieben komplexen Behandlungen, für die aktuell gesetzliche Mindestmengen-Vorgaben gelten. Zudem informiert sie über die von den Krankenhäusern gemeldeten Fallzahlen, die Basis für die Entscheidungen waren. Gesetzlich vorgegebene Mindestmengen gibt es derzeit für Implantation von künstlichen Kniegelenken (50 Fälle pro Jahr), Transplantationen von Leber (20), Niere (25) und Stammzellen (25), komplexe Operationen an der Speiseröhre (bisher zehn, ab nächstem Jahr 26) und Bauchspeicheldrüse (10) sowie die Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.250 Gramm (bisher 14, ab nächstem Jahr 20 Fälle pro Jahr). Alle Leistungszahlen basieren auf eigenen Angaben der Krankenhäuser im Rahmen ihrer Prognosemeldung. Da sich unterjährig Änderungen ergeben können, wird die Mindestmengen-Transparenzliste regelmäßig aktualisiert. „Durch die Anhebung der Mindestmenge im Bereich Speiseröhre wird ein längst erforderlicher Konzentrationsprozess eingeleitet. Ähnliche Effekte erwarten wir im nächsten Jahr durch die bereits schrittweise beschlossene Erhöhung der Mindestmengen bei Operationen an der Bauchspeicheldrüse“, so AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Chef Ackermann.

AOK fordert weitere Konzentration komplexer Leistungen und Reform der Krankenhausplanung

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen für verschiedene Indikationen die Wirksamkeit der Mindestmengen. Sie zeigen, dass in Kliniken, die die vorgegebenen Mindestmengen einhalten, das Komplikationsrisiko und die Sterblichkeit der Patientinnen und Patienten geringer sind als in Krankenhäusern mit Fallzahlen unterhalb der Mindestmenge. „Die Konzentration komplexer Leistungen ist sinnvoll und notwendig, um die Behandlungsqualität zu verbessern und die Patientensicherheit zu erhöhen. Hier hinken wir in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen europäischen Staaten deutlich hinterher. Es braucht dringend eine Reform der Krankenhausplanung Die Planung von Krankenhäusern steht in der Verantwortung der Bundesländer, die damit die… , die eine bestmögliche Versorgungsqualität für die Patientinnen und Patienten gewährleistet und gleichzeitig eine bedarfsgerechte Versorgung sowie bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten sichert“, so Ackermann. „In Nordrhein-Westfalen sind wir auf einem guten Weg. Wir setzen große Hoffnung in die kürzlich begonnene neue Krankenhausplanung des Landes. Gemeinsam sollten jetzt alle Beteiligten die Chance nutzen, eine zukunftsfähige, qualitäts- und patientenorientierte Krankenhausstruktur im Land zu entwickeln. Die Patienten müssen darauf vertrauen können, dass Behandlungen nur dort erfolgen, wo die bestmöglichen Voraussetzungen dafür gegeben sind“, so der AOK-Chef.

Wichtiges Instrument der Qualitätssicherung

Seit 2019 müssen Kliniken, die Mindestmengen-relevante Eingriffe durchführen wollen, den Krankenkassen auf Landesebene ihre aktuellen Fallzahlen der letzten anderthalb Jahre mitteilen und eine Prognose für das Folgejahr abgeben. Die Landesverbände der Krankenkassen entscheiden auf dieser Basis, ob sie die Prognose des Krankenhauses akzeptieren und eine OP-Erlaubnis für das Folge-jahr erteilen. „Liegen keine begründeten Zweifel an der Prognose vor, erhalten die Krankenhäuser für das Folgejahr eine Leistungsberechtigung. Eine positive Prognose für das Folgejahr können auch Kliniken erhalten, die die notwendige Zahl von Operationen aus organisatorischen oder personellen Gründen oder infolge der Absage von planbaren Eingriffen in der Corona-Pandemie nicht erbracht haben.

Online ist außerdem eine interaktive bundesweite ‚Mindestmengen-Transparenzkarte‘ mit allen Kliniken, die im Jahr 2023 Mindestmengen-relevante Behandlungen durchführen dürfen, unter aok-bv.de/engagement/mindestmengen abrufbar.

3 passende Downloads

  • Pressemitteilung vom 03.11.2022 als PDF

    Format: PDF | 71 KB

  • Mindestmengen-Transparenzliste 2023 für Westfalen-Lippe

    Format: PDF | 3 MB

  • Foto: Mindestmengen-Transparenzliste

    Format: JPG | 179 KB | 2289 × 1526 px

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Pressesprecher

Jens Kuschel

AOK NordWest