Pressemitteilung

Von harmlos bis gefährlich

16.02.2023 AOK Hessen 6 Min. Lesedauer

Streptokokken bestehen aus kugelförmigen Bakterien, die für den Menschen teils harmlos sind, aber auch sehr gefährlich werden können. Vor allem Neugeborene, Kleinkinder und Kinder sind gefährdet, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Auch ältere und chronisch kranke Menschen können betroffen sein.

1,5 Millionen Rachenentzündungen jährlich

Medizinisch am bedeutsamsten sind für den Menschen die A-Streptokokken, die außer Entzündungen des Rachens auch Infektionen hervorrufen, die zum Beispiel über eine Hautverletzung in den Organismus gelangen können. Sie können auch verantwortlich für eine bakterielle Infektion der oberen Atemwege bei Kindern sein.

"Rachenentzündungen, die auf A-Streptokokken zurückgehen, gehören zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen im Kindesalter", sagt Dr. Christoph-Gerard Stein, Arzt Die ärztliche Berufsausübung, die Ausübung der Heilkunde, setzt nach der Bundesärzteordnung eine… bei der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Hessen. "Doch alle Altersgruppen können erkranken." Bis zu 1,5 Mio. Rachenentzündungen, insbesondere im Winter und Frühjahr, werden jährlich durch Streptokokken ausgelöst, so das Robert Koch-Institut (RKI).

Die typische Himbeerzunge

Auch Scharlach wird durch eine Streptokokkeninfektion hervorgerufen. Die Bakterien bilden spezielle Giftstoffe. Ist die Erkrankung überstanden, besteht vor dem jeweiligen Toxin künftig ein Schutz. Dennoch kann man mehrfach an Scharlach erkranken, da die Bakterien unterschiedliche Giftstoffe bilden können.

Typisch für Scharlach ist der hochrote Hautausschlag, der sich vom Oberkörper ausgehend auf den ganzen Körper ausbreitet, Handinnenflächen und Fußsohlen ausgenommen. Der Bereich um den Mund herum bleibt auffällig blass. Die Gaumenmandeln sind meist stark gerötet, häufig zeigen sich fleckige grau-weiße und eitrige Beläge, die Lymphknoten am Hals sind geschwollen.

Typischerweise ist die Zunge tiefrot gefärbt und wird als sogenannte Himbeerzunge bezeichnet. Zu den Halsschmerzen kommen hohes Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen. Kleine Kinder zeigen häufig auch Bauchschmerzen. "Bei diesen Symptomen ist es wichtig, dass Eltern einen Kinderarzt aufsuchen", rät Stein. "Denn Streptokokken-Infektionen sollten möglichst schnell erkannt werden und sind dann in der Regel mit Antibiotika gut zu behandeln." 

Drei Wochen ansteckend

Eine frühe Behandlung ist aus zwei Gründen wichtig: Zum einen kann eine Infektion mit A-Streptokokken unbehandelt schwerwiegende Spätfolgen nach sich ziehen, wie etwa akutes rheumatisches Fieber, in dessen Folge es zu einer Schädigung der Herzklappen kommen kann. Zudem können die Nieren Schaden nehmen.

Des Weiteren erlischt die Ansteckungsfähigkeit für Racheninfektionen unter Antibiotika innerhalb von 24 Stunden, sagt das RKI. Ohne eine Behandlung mit Antibiotika können Erkrankte bis zu drei Wochen ansteckend sein.

Impfung gegen Pneumokokken

Bekannter als die B-Streptokokken sind die Pneumokokken. Pneumokokken besiedeln die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raumes. Bei Säuglingen, Kleinkindern sowie älteren oder abwehrgeschwächten Personen können sie eine Lungenentzündung verursachen.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt daher die Impfung gegen Pneumokokken: Säuglingen ab dem Alter von zwei Monaten, Erwachsenen ab dem 60. Lebensjahr sowie Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen.

Pressesprecher

Riyad Salhi

AOK Hessen