Angebot anzeigen für:
Suche bei der AOK
Ort/Kasse korrigieren
Bitte wählen Sie eine AOK oder geben Sie eine Postleitzahl ein.
Ort/Kasse korrigieren
Wir sind 11 AOKs

Bitte wählen Sie Ihre AOK oder Region aus, um die für Sie richtigen Kontaktdaten zu erhalten.

Menschenwürde

Hier finden Sie Informationen zum Thema Menschenwürde und Organspende.

Zurück zur Übersicht

Zur Menschenwürde eines Sterbenden gehören der Sterbebeistand und der würdevolle Umgang mit dem Leichnam. Auch bei einer beabsichtigten Organentnahme wird versucht, beides, so weit es geht, zu gewährleisten. Die Intimität der Situation wird jedoch durch umfangreiche medizinische Prozeduren unterbrochen. 

Angehörige haben meist das Bedürfnis, das Sterben mitzuerleben und auch eine Zeit danach bei dem Verstorbenen zu bleiben. Dies ist bei einer beabsichtigten Organentnahme aber kaum möglich. Das Versagen des Herz-Kreislauf-Systems des hirntoten Menschen wird intensivmedizinisch hinausgezögert, um die Organe vor Schädigungen zu bewahren. Der hirntote Mensch wird in den Operationssaal gebracht, um die Organe zu entnehmen. Dies bedeutet einen großen Eingriff in die Unversehrtheit des hirntoten Menschen. 

Manchen Angehörigen genügt ein Abschiednehmen unter diesen Bedingungen nicht. Auf der anderen Seite kann anderen Menschen nur auf diese Weise das Leben gerettet oder entscheidend geholfen werden. Was hat Priorität? Diese Frage kann jeder nur für sich entscheiden. Bei Überlegungen, ob man sich zu einer Organspende nach dem Tod bereit erklärt, kann es wichtig sein, diesen Konflikt mit den nahestehenden Menschen zu besprechen.

Die Angehörigen sind auf den meist plötzlichen Tod eines geliebten Menschen nicht vorbereitet. Unter den organisatorischen Bedingungen einer Organentnahme kann der Trauerprozess stark beeinträchtigt sein.

Von den Angehörigen wird unter Umständen erwartet, dass sie schnell eine Entscheidung für oder gegen eine Organspende treffen. Zweifel, ob man im Sinne des Verstorbenen gehandelt hat, können den Trauerprozess belasten.

Trauer ist ein intensiver und schmerzhafter seelischer Prozess, der auch nach dem Abschiednehmen im Krankenhaus noch lange andauert. Wenn gewünscht, steht meist ein Krankenhausseelsorger zur Verfügung, der die Trauernden in der frühen Phase begleitet. Der Trauerprozess kann unter den Umständen einer Organspende schwer beeinträchtigt sein. Es ist meist ein plötzliches Ereignis, das zum Tod des geliebten Menschen führt – zum Beispiel ein Unfall. Die Angehörigen sind auf diese Situation nicht vorbereitet. Wenn der Sterbende eine Organentnahme nicht zu Lebzeiten festgelegt hat, werden sie gebeten, akut die Entscheidung für oder gegen eine Organspende zu treffen. Nach Zustimmung zu einer Organspende kann ein wichtiger Teil des Abschiednehmens fehlen, wenn Angehörige den Toten nach der Organentnahme wegen der Operationsspuren nicht mehr sehen möchten. Die Erwartungshaltung für eine Zustimmung zur Organspende durch Außenstehende kann groß sein. Vielen wird erst später bewusst, was sie mit einer Zustimmung oder Ablehnung einer Organentnahme entschieden haben. Es kann Zweifel geben, ob man im Sinne des Verstorbenen gehandelt hat. Auch diese Zweifel können den Trauerprozess belasten.

Das Operationsteam, das an der Organentnahme beteiligt war, ist bemüht, den Leichnam würdevoll wiederherzustellen. Die Organentnahme, insbesondere die Entnahme mehrerer Organe, macht einen großen chirurgischen Eingriff notwendig, der zwingend äußere Spuren hinterlässt. Nach abgeschlossener Organentnahme wird der Leichnam hergerichtet, die Wunden werden genäht und der Körper wird gereinigt. Die Spuren des Eingriffs sind vergleichbar mit denen nach einer Operation. Entnommene Organe, die von außen sichtbar sind (zum Beispiel Augen), werden durch künstliche Produkte ersetzt.

Inhaltlich verantwortlich

Apl. Prof. Dr. Ulrich Eibach
Universität Bonn
Fachbereich Systematische Theologie und Ethik
Pfarrer i. R. am Universitätsklinikum Bonn

Prof. Dr. phil. Gabriele Meyer
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Medizinische Fakultät, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft

Erklärung zur Unabhängigkeit unserer Experten(PDF, 687 KB)

Erstellt am: 8.3.2012
Aktualisiert am: 1.4.2017


Literaturquellen

Eibach U (2005) Organ- und Gewebespende – Ethische und rechtliche Überlegungen zum beratenden Gespräch mit Angehörigen über Organentnahmen* Medizinrecht 23: 64-70

Bitte wählen Sie eine AOK oder geben Sie eine Postleitzahl ein.

Meinen Ansprechpartner finden

24 Stunden täglich und kostenfrei

Weitere Kontaktangebote

Newsletter

Der AOK-Newsletter schickt monatlich die neuesten Meldungen aus den Bereichen Medizin, Fitness, Ernährung, Karriere und Gesundheit in Ihr Postfach.

Um einen RSS-Feed zu abonnieren, benötigen Sie einen Browser, der RSS unterstützt. Die aktuellen Standardbrowser (z. B. Mozilla Firefox, Internet Explorer oder Chrome) unterstützen RSS-Feeds. Um die Feeds zu abonnieren, klicken Sie bitte auf den unten angegebenen Link. Benennen Sie den RSS-Link nach Ihren Wünschen und speichern Sie ab. Über eine neue Schaltfläche in Ihrem Browser können Sie dann die News erreichen.
Die RSS-Technologie ermöglicht Ihnen die tagesaktuellen News aus der Themenwelt der aok.de einfach und bequem zu abonnieren. Sie können sich unsere News-Themen in ihrem Browser oder einem RSS-Reader anzeigen lassen. Teilweise unterstützen auch Bildschirmschoner und E-Mail-Programme den RSS-Feed. Sie können daher die News sehr flexibel einsetzen.