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Impotent...nur bei mir?

guten Tag...ich muss hier mal jemanden fragen, der sich damit auskennt: mein mann und ich sind frisch getrennt...ja es tut noch weh...im zuge der Trennung haben wir uns ausgesprochen...er war vor reichlich einem jahr wegen seiner impotenz beim dr...hormonstatus messen etc...der dr hätte zu ihm gesagt, dass alles nur eine kopfsache wäre...da hauts einem um als Frau...der kann noch, nur nicht mit mir? Ich will einfach nur wissen: wie wäre denn die diagnose gewesen, wenn er erzählt hätte, dass er typ1 diabetiker... seit 20 jahren, mit neuropathie, frisch aus dem alkoholentzug und seit 30 jahren raucher...wäre? Wird sojemand wirklich bei einer anderen Frau nochmal seinen mann stehen?

Hallo Silke126,

erst einmal wäre zu klären, was überhaupt mit "Impotenz" gemeint ist. Geht es darum, dass Ihr Mann Schwierigkeit hat, eine Erektion aufzubauen und diese dann während des Geschlechtsverkehrs zu halten? Oder besteht die Schwierigkeit, trotz Erektion be der partnerschaftlichen Stimulation zum Höhepunkt zu kommen? Gibt / gab es spontane nächtliche Erektionen? Wie verhält es sich bei der Selbstbefriedigung?

Sollten die Erektionen vorwiegend bei der partnerschaftlichen sexuellen Interaktion aufkommen dann wäre zu beleuchten, ob es Stress oder Leistungsdruck gibt. Auch spielt natürlich die Qualität der Beziehung eine Rolle: bestehen Spannungen in der Beziehung, fühlen sich beide Partner noch beiander wohl? Alle diese Faktoren können Auswirkungen auf Lust- und Erregungsaufbau haben. Daher einfach nur verkürzt von einer "Kopfsache" zu sprechen, wird aus unserer Sicht der Komplexität einer sexuellen Funktionsstörung nicht gerecht.

Dies sind oben genannten Aspekte bedingen Fragen, die bei der Diagnostik einer sexuellen Funktionsstörung näher abzuklären sind.

Wie wir aus Ihrem Beitrag vermuten, haben Sie das Gefühl, für Ihren Mann als Sexualpartnerin nicht mehr begehrtenswert gewesen zu sein und führen darauf seine Probleme zurück. 

Das nun bei der ärztlichen Untersuchung keine organischen Ursachen ermittelt wurden heißt nicht, dass Ihr Mann nun bei einer anderen Frau keine sexuellen Probleme haben würde. Aber letztlich sind dies alles Spekulationen, da die Ursachen umfassend sexualpsychologisch abgeklärt werden müßten.

Sie deuten an, dass Sie immer noch Gefühle für Ihren Mann empfinden. Ist dies denn seinerseits auch so? Und haben Sie beide schon einmal überlegt, eine Paarberatung in Anspruch zu nehmen? Möglicherweise lassen sich die Ursachen, die zur Trennung geführt haben, doch noch beheben?

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Expertenteam der AOK

Vielen Dank für ihre Antwort...zur Frage...1. Es passiert trotz Anreiz nichts....nicht mal mit entsprechenden Tabletten....er kommt nicht mal im Ansatz zu einer Erektion...das soll nur kopfsache sein? Ich möchte das auch  nur für mich wissen...die Beziehung ist definitiv beendet...es macht nur mich total unsicher...auch ich hatte dadurch 3 Jahre keinen Sex...und sowas kratzt schon mächtig am Ego! Ich trau mich ja auch nicht mehr, mich nach jemanden umzusehen....

Hallo Silke126,

Sie sprechen davon, dass trotz Anreiz und "entsprechender Tabletten" nichts passierte, sprich Ihr Mann keine Erektion entwickeln konnte. Wir haben bereits in unserem ersten Beitrag angesprochen, dass die Ursachen für eine sexuelle Funktionsstörung sehr komplex sein können und es daher in keiner Weise dem Thema gerecht wird, "nur von einer Kopfsache" zu sprechen.

Das größte Sexualorgan ist unser Gehirn. Damit es in einer langjährigen Beziehung zu sexuellem Interesse, Erregung und den entsprechenden körperlichen Funktionen kommt, braucht es Vielerlei: keinen Stress mit sich, Vertrauen in die eigene Körperlichkeit und Funktionsfähigkeit, eine zugewandte Beziehung, in der man sicher und angenommen fühlt, kein eigener Leistungsdruck bzw. Anspruchsdenken des Partners bzw. der Partnerin.

Schon der Gedanke daran, dass es mit der Erektion nicht klappen könnte und sich die Partnerin davon abgelehnt fühlen könnte, kann als eigenes Versagen und damit Stress empfunden werden. Und Stress verhindert die Entstehung von Lust und damit auch Erektion. Und da helfen auch entsprechende, erektionsfördernde Medikamente nicht weiter.

Wir verstehen Ihren Beitrag so, dass Sie sich in Frage stellen und sich für nicht ausreichend attraktiv halten, um Ihren Mann zu stimulieren. Das ist jedoch in der Gesamtbetrachtung eine Einbahnstraße, die weder Ihnen noch Ihrem (Ex)Mann hilft. Um genau aufschlüsseln zu können, weshalb sich bei Ihrem Mann bzw. in der Paarbeziehung die Symptomatik entwickelt hat und wodurch diese aufrecht erhalten wurde, müßte eine ausführlichere sexualmedizinische und sexualpsychologische Abklärung erfolgen.

Dass Sie nun nach diesen Erfarhungen verunsichert sind, ist gut nachvollziehbar. Wir sind aber auch zuversichtlich, dass Sie sich, wenn Sie sich irgendwann wieder neu in jemanden verlieben werden, auch neue Erfahrungen sammeln können, die Ihnen wieder eine positive Selbstbestätigung vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Expertenteam der AOK

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