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Erektionsstörung , Kostenübernahme

Hallo liebes Expertenteam,

ich leider schon länger unter Erektionsstörungen und habe nun endlich den Mut aufgefasst zu einem urlologen zu gehen.

Ohne irgendeine Untersuchung durch zu führen meinte er, dies wäre eine reine Kopfsache.

Untersuchungen würde die Krankenkasse nicht zahlen und ich müsste für eine Sonographie und für Laborbestimmung Testosteron selbst aufkommen.

 

Jetzt hab ich aber folgendes gelesen:

Die Diagnose und Behandlung der erektilen Dysfunktion wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, sofern die erektile Dysfunktion als Krankheit anerkannt wird. Das wird sie und ist höchstrichterlich vom Bundessozialgericht (BSG) in seinem Urteil vom 30. September 1999 (AZ B 8 KN 9/98 KR R so entschieden. Auch die Rechtsprechung danach war in diesem Punkt eindeutig.

Damit sind alle Untersuchungen für die gründliche Diagnostik einer erektilen Dysfunktion Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen. Das gilt von der Anamnese, einschließlich der Sexualanamnese über die körperliche Untersuchung bis zu Laboruntersuchungen und Ultraschalluntersuchung. Dazu zählt somit auch der Schwellkörperinjektionstest (SKIT). Der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) für Leistungen der Kassenärzte nennt im Bereich Urologie ganz explizit unter den Ziffern 33043. 33062 und 33064 die sonographische Untersuchung (Ultraschall) der Uro-Genital-Organe beziehungsweise der Gefäße des männlichen Genitalsystems mittels PW- oder CW-Doppler-Verfahren (einschließlich Tumeszenzmessung) – der medizinische Terminus für Verfahren wie SKIT.

Ich will nur 100% wissen, dass es keine Körperlichen Ursachen hat und um das auszuschließen muss er doch eine Untersuchung durchführen...alles andere sind doch nur Vermutungen?!

 

Sollte ich keine Körperlichen Ursachen haben, zahlt die Kasse dann eine Therapeutische Behandlung?

Denn auch hierzuhab ich folgendes gefunden:

sychisch verursachte erektile Dysfunktion (ED) und andere Sexualstörungen können auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) behandelt werden. Hieran hat sich nach Auskunft des Bundesverbandes der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) auch durch die Gesundheitsreform 2004 (GMG), die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) über die Durchführung der Psychotherapie (Psychotherapie-Richtlinien) in der Fassung vom 20.6.2006 und die Gesundheitsreform 2007 (GKV-WSG) nichts geändert. Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten hat der Selbsthilfegruppe am 10.10.2004 schriftlich ausdrücklich mitgeteilt: "Die Kosten einer notwendigen psychosomatischen oder psychotherapeutischen Behandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen."

 

Über eine Expertenantwort wäre ich sehr dankbar, denn das Thema belastet mich inzwischen sehr!

 

 

Hallo "Domino",

herzlich willkommen hier im Forum!

Sie sprechen ein schwieriges und komplexes Thema an und wir möchten versuchen, den Spagat zwischen Leistungen der GKV und privatärztlichen Zusatzleitungen (IGeL) zu beschreiben.

Theoretisch ist es so, dass die Abklärung der Erektionsstörung beim Urologen eine Kassenleistung darstellt. Tatsächlich ist es so, dass die abzurechnenden Leistungen je nach kassenärztlicher Vereinigung mit einem Betrag zwischen 30,00 - 50,00 EUR vom behandelnden Urologen abgerechnet werden können. Eine vollständige Diagnostik der ED umfasst ca eine Stunde; kommt eine erweiterte Sexualanamnese (mind. 20 Minuten) hinzu, umfasst die Abklärung ca. 1,5 Stunden, an dem vom Arzt abzurechnenden Betrag verändert sich jedoch nichts. 

Auch das Medikament zur Austestung der Schwellkörper kann nicht extra abgerechnet werden, dies kostet den Urologen ca 20 EUR.

Sie sehen, dass eine urologische Abklärung in der Praxis wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Aus diesem Grunde bieten die meisten Urologen die weiterführende Abklärung der Erektionsstörung ausschließlich als privat zu zahlende IGeL-Leistung an.

Die Therapie der Erektionsstörung findet in der Regel medikamentös statt. Seit Einführung des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes im Jahre 2004 sind alle dafür zugelassenen Medikamente als "Lifestyle"-Medikamente bewertet worden. Ausnahmslos können daher diese Präparate (Viagra etc.) nur auf einem Privatrezept verordnet werden. Lediglich die Vakuumspumpe ist als Hilfsmittel unverändert verordnungsfähig.

Hormonstörungen stellen die seltenste Ursache einer ED dar. Von daher ist eine Bestimmung des Hormonstatus nur sehr eingeschränkt empfehlenswert.

Trotzdem möchten wir Ihnen gerne im Rahmen dieses Forums helfen, einige Anhaltspunkte zu den Ursachen zu ermitteln. Wenn Sie mögen dann beantworten Sie doch bitte folgende Fragen:

Wie alt sind Sie? Haben Sie noch nächtliche oder morgendliche Erektionen? Ist ein Bluthochdruck oder ein Diabetes (Zuckererkrankung) bekannt? Wann treten die Erektionsstörungen auf und wie stark sind diese ausgebildet? Sind Sie noch in der Lage eine kräftige (penetrationsfähige) Erektion bei der Selbstbefriedigung aufzubauen?

Gerne gehen wir dann weiter auf Sie ein.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Expertenteam der AOK

Vielen Dank zunächst für die sehr schnelle Antwort.

 

 

Ich verstehe das jedoch noch nicht wirklich so gang.

Denn auf der einen Seite heißt es , dass alle Untersuchungen für die gründliche Diagnostik einer erektilen Dysfunktion Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen sind und auf der anderen heißt es, dass die Krankenkasse für die Diagnose eine Pauschale von 30-50 EUR an den Arzt zahlt. Das ist doch ein widerspruch ins sich!?

Ist das nur bei der AOK so oder bei anderen gesetzlichen Krankenkassen auch so?

Desweiteren sind sie leider auch nicht zu meiner Fragen ein Therapeutischen Behandlung eingangen.

 

Zu Ihren Fragen:

Wie alt sind Sie? 37

Haben Sie noch nächtliche oder morgendliche Erektionen?

Ich wache in der Nacht oft einmal auf und muss auf die Toilette, dabei habe ich eine Erektion. Kommt aber diese nicht von der vollen Blase?

Ist ein Bluthochdruck oder ein Diabetes (Zuckererkrankung) bekannt? Nien, ist nicht bekannt!

Wann treten die Erektionsstörungen auf? Wenn es zum Geschlechtsakt kommt, verliere ich meist davor oder kurze Zeit später die Erektion! 

Sind Sie noch in der Lage eine kräftige (penetrationsfähige) Erektion bei der Selbstbefriedigung aufzubauen? Ja bei der Selbstbefriedigung schaffe ich es zu kommen.

Kann dies evtl. auch mit Jahrenlangen Pornokonsum zusammen hängen? Das meine Reize so starkt abgehärtet wurden, dass ich mich die natürlichen Reize einer realen Frau "kalt" lassen?

 

Hallo "Domino",

danke für die weiteren Informationen!

Die Therapie der Erektionsstörung richtet sich nach den zugrundeliegenden Ursachen. Daher hatten wir Ihnen ja auch einige Fragen gestellt, die möglicherweise Hinweise auf die Ursachen liefern können.

Wenn wir Sie richtig verstehen, dann legen bei Ihnen keine Gefäßerkrankungen, wie sie zum Beispielmit einem Diabetes einhergehen, vor. Sie verfügen über spontane nächtliche Erektionen und Sie können auch bei der Selbstbefriedigung Erektionen aufbauen und bis zum Orgasmus halten.

Beim Geschlechtsverkehr hingegen, also wenn es zur Interaktion mit einer Partnerin kommt, ist die Erektionsfähigkeit eingeschränkt. Ihre Vermutung, dass Sie sich möglicherweise zu sehr auf Pornografie fixiert haben, und starke Reisze brauchen, und der Kontakt mit einer realen Partnerin Sie nicht (mehr) genügend stimuliert, könnte ein Hinweis auf die Ursache sein. Ohne ausreichende Erregung ist keine penetrationsfähige Erektion möglich, und die Erregung beginnt im Kopf - so ist ja der "Kopf" das größte menschliche Sexualorgan.

Das sind jetzt natürlich Hypothesen, jedoch würde sich vor diesem Hintergrund - das keine organische Ursache, sprich körperliche Erkrankung, vorliegt - eine psychologische Sexualtherapie als Behandlung anbieten. In dieser würde es darum gehen, den Kontakt und die Kommunikation mit Ihrer Partnerin (wieder) als befriedigend und erfüllend auf der Lust- wie auch der Beziehungsebene zu erleben.

Eine solche Sexualtherapie, die idealerweise gemeinsam mit der Partnerin erfolgen würde, ist keine Kassenleistung, weder bei den gesetzlichen noch bei den privaten Krankenversicherungen.

Wir hoffen, Ihnen hiermit einige weitere Anhaltspunkte gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Expertenteam der AOK

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