Weitere Filialpraxis verbessert die ambulante Versorgung

17.12.2010

Magdeburg. Die Bürger von Schönhausen haben wieder eine zweite Hausarztpraxis. In der Fontanestraße 7b praktiziert ab dem 21. Dezember Frau Dr. med. Carola Lüke.

Nach dem bedauerlichen Wegfall einer der zwei Hausarztpraxen in Schönhausen im Jahr 2008 haben die in der näheren Umgebung tätigen Hausärzte die Versorgung der Patienten übernommen. Mit der Filialpraxis soll hier zukünftig Unterstützung geleistet werden. Da die Praxis mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist, können auch Patienten aus den umliegenden Orten ohne Auto einen Arzt aufsuchen.

Dr. Burkhard John, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) eröffnete die Schönhausener Arztpraxis offiziell und sprach dem Bürgermeister Herrn Dobkowicz, den beteiligten Firmen und der Hausärztin seinen Dank aus. Durch das Engagement aller Beteiligten sei es möglich geworden, noch in diesem Jahr die ambulante Versorgung in Schönhausen und Umgebung zu verbessern. Es ist nach der in Letzlingen am 17. September 2010 eröffneten Praxis die zweite Filialpraxis Sachsen-Anhalts. Beide werden als Eigeneinrichtung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt betrieben. Sie können künftig Teil eines Modellprojektes vernetzter Praxisverbünde sein, in den Regionen, in denen der Arztmangel wie in der Altmark strukturell neue Lösungen erfordert.

"Wir verfolgen mit diesem neuen Ansatz weiter unser Konzept, strukturell in die Zukunft gerichtete Vorhaben zu etablieren und hierfür geeignete Partner zu gewinnen. Wir wollen mit vielen weiteren Maßnahmen aktiv daran arbeiten, den Arztmangel abzufedern. Da solche Projekte aufwändig sind, freue ich mich besonders über die Bereitschaft des Ministeriums für Gesundheit und Soziales unseres Landes sowie der AOK Sachsen-Anhalt, die Anschubfinanzierung gemeinsam zu tragen", erklärte Dr. Burkhard John.

Gesundheitsminister Norbert Bischoff sagte: "Wir wollen die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung demografiefest machen. Dazu müssen die erforderlichen Versorgungsstrukturen vorhanden sein, um Patientinnen und Patienten flächendeckend gut und angemessen zu behandeln. Rechtliche Grundlagen, Ärztinnen und Ärzte zu einer Niederlassung und dazu noch in einer bestimmten Region zu verpflichten, gibt es nicht. Deshalb ist es wichtig, neue Wege zu gehen. Das Vernetzte Versorgungszentrum mit seinen Filialpraxen ist dabei ein richtiger Baustein."

"Unsere Versicherten sollen dauerhaft eine gute medizinische Versorgung erhalten – egal wo sie wohnen. Deshalb unterstützen wir, übrigens als erste und bislang einzige Krankenkasse im Land, die Gründung von Filialpraxen. Sie sind eins von mehreren erfolgversprechenden neuen Versorgungsmodellen, die wir als Marktführer mit initiiert haben, um die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten auch künftig abzusichern", erläuterte Uwe Deh, Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt.

Die Filialpraxen sind ein gemeinsames Modell von Land, Kassenärztlicher Vereinigung und AOK. Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 1,9 Millionen Euro. Die Hälfte investiert das Land, den Rest schultern KV und AOK zu gleichen Teilen. Im Kern werden unter dem Dach der KV Praxen errichtet, in denen fachübergreifend abwechselnd mehrere vertragsärztlich tätige Ärztinnen und Ärzte praktizieren. Die Koordination der Arbeit in den Filialpraxen erfolgt zentral durch das Vernetzte Versorgungszentrum. Mit den Fördermitteln sollen unter anderem der Betrieb von mindestens fünf Filialpraxen
finanziert, die Filialpraxen mit nichtärztlichem Personal besetzt und das Büro des Vernetzten Versorgungszentrums, angesiedelt bei der KVSA, ausgestattet werden.