Projekt zur Unterstützung Suchtkranker zeigt erste Erfolge

Beratungsstelle, AOK und Krankenhaus in einem Boot

04.08.2014

/ Halle - Vor fast einem Jahr startete in Kooperation mit der AOK Sachsen-Anhalt, dem Carl-von-Basedow-Klinikum Querfurt und der AWO Erziehungshilfe Halle (Saale) gGmbH ein neues Projekt. Dieses richtet sich an AOK-Versicherte, die sich wegen einer Alkoholabhängigkeit zur Entgiftungsbehandlung im Querfurter Klinikum befinden. Ziel des Projektes war es, die Rückfallquote nach der Entlassung zu senken. Eine erste Bilanz zeigt: Die Idee hat Erfolg.

 

Insgesamt 40 Versicherte haben in den ersten Monaten an dem Projekt teilgenommen. Mit ca. 70 bis 80 Prozent konnte ein Großteil davon in regionale Suchtberatungsstellen oder an weitere Hilfsangebote vermittelt werden. Die Betroffenen fühlen sich besser betreut und finden leichter ein Betreuungsangebot in ihre Nähe. 

 

Ohne eine solche Betreuung nutzen wesentlich weniger Suchtkranke nach der Entlassung weitere Hilfsangebote. Ein Grund dafür ist, dass sie sich oft allein gelassen fühlen. „So wichtig für viele Betroffene die Entgiftung zur körperlichen Erholung auch ist, so reicht diese medizinische Hilfe allein selten aus. Die Betroffenen sehen sich nach der stationären Entgiftung vor einer immensen Herausforderung: im Alltag abstinent zu bleiben. Die Gefahr rückfällig zu werden ist in dieser Zeit besonders hoch. An dieser Stelle setzt die Projektidee an“, sagt Dr. Salomon von der AOK Sachsen-Anhalt, der das Projekt mit betreut.

 

Ziel des Projektes ist es, Suchtkranken einen verbindlichen und niedrigschwelligen Zugangsweg zur Beratung zu ermöglichen und sie in Beratungsangebote in ihrer Region zu vermitteln. Die Mitarbeiterin der Suchtberatungsstelle, Ulrike Linke, organisiert 14tägig auf der Station im Krankenhaus eine Informationsgruppe und stellt im Anschluss den AOK-versicherten Patienten die weitere Vorgehensweise vor. „Hier bin ich die erste Ansprechpartnerin. Gemeinsam mit den Patienten arbeiten wir an deren Motivation und geben Hilfestellung, mit ihrer Gefühlswelt und ihrem Suchtverlangen zurechtzukommen. Der persönliche Kontakt hat den Vorteil, dass wir damit auch Verbindlichkeiten schaffen und eine vertrauensvolle Basis aufbauen, sodass die Betroffenen weitere Hilfsangebote akzeptieren.  So bereiten wir den Weg für eine gesundheitsbewusste positive Veränderung“, sagt Linke.

 

Aufgrund der positiven Bilanz wird dieses Projekt auch zukünftig von allen Kooperationspartnern fortgeführt.