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Hilfe für den Zappelphilipp - ADHS-Projekt in Magdeburg

Gemeinsame Pressemitteilung von AOK Sachsen-Anhalt – Die Gesundheitskasse, Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt, Dr. phil. Wolfgang Pilz, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

18.09.2013

Magdeburg. Die „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung“ (ADHS) zählt zu den häufigsten Verhaltensstörungen im Kindes- und Jugendalter. Laut dem Robert-Koch-Institut haben in Deutschland etwa 4,8 Prozent der Kinder (1,8 Prozent Mädchen, 7,9 Prozent Jungen) die Diagnose ADHS. ADHS wird meist im Grundschulalter diagnostiziert, Störungen der Aufmerksamkeit und Hyperaktivität sind in der Schule besonders auffällig und stellen betroffene Kinder, Eltern und Lehrer vor eine enorme Herausforderung.

Der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Dr. Wolfgang Pilz, die AOK Sachsen-Anhalt und die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) starten ein ADHS-Versorgungsprojekt für Kinder und Jugendliche. Die Kinder werden durch ein Spezialistenteam aus Psychotherapeuten, Psychologen und Pädagogen betreut. „Für eine erfolgreiche Therapie ist es wichtig, Lehrer, Schule und auch Familie mit einzubeziehen. Mit der Kombination aus einzelpsychotherapeutischen Maßnahmen vor Ort, in Familie und Schule, sowie interaktionsbetonten gruppentherapeutischen Ansätzen, ohne dabei das Kind aus seinem gewohnten sozialen Umfeld herauszunehmen, besteht eine ernsthafte Chance, auf eine medikamentöse Behandlung von ADHS verzichten zu können. Und die soziale Kompetenz der Kinder kann durch diesen Therapieansatz verbessert werden, so dass Probleme im Sozialverhalten gemindert werden“, erklärt Dr. Wolfgang Pilz.

Die Diagnose „ADHS“ bei AOK-versicherten Kindern hat von 2009 auf 2012 um circa zehn Prozent zugenommen. „Unsere Auswertungen haben gezeigt, dass 2012 rund 5.400 der bei uns versicherten Kinder im Alter von 6 bis 18 Jahren die Diagnose ADHS bekamen. Etwa 40 Prozent dieser Kinder werden mit Medikamenten behandelt. Dies muss kritisch hinterfragt werden“, so Kay Nitschke, Beauftragter des Vorstandes der AOK Sachsen-Anhalt. Insgesamt hat sich die verordnete Menge an ADHS-Medikamenten in den letzten Jahren um circa 25 Prozent erhöht. „Hier haben wir Handlungsbedarf gesehen und mit kompetenten Partnern einen Versorgungsvertrag geschlossen. Uns ist dabei wichtig, dass die Therapie der von ADHS betroffenen Kinder nicht nur in den Praxen, sondern ganzheitlich in der Lebenswelt erfolgt“, erläutert Nitschke.

„Wenn Kinder Medikamente über längere Zeiträume einnehmen, ist das problematisch. Wir haben ein großes Interesse daran, nach alternativen Therapieansätzen im Sinne der Betroffenen zu suchen. Wir sind sehr froh, dass wir gemeinsam mit Dr. Wolfgang Pilz und der AOK Sachsen-Anhalt als Partner dieses Projekt jetzt starten können“, erläutert Dr. Holger Grüning, stellvertretender Vorsitzender der KVSA. „Wenn es uns gelingt, dass Kinder mit diesem neuen Ansatz auf die Therapie gut ansprechen und weniger Medikamente benötigen, verbessern wir die Situation aller Beteiligten und entlasten das Kind und seine Eltern.“

An dem Versorgungsprojekt können AOK-versicherte Kinder und Jugendliche mit der Diagnose ADHS im Alter von 6 bis 18 Jahren teilnehmen.

Interessierte Eltern können sich an die AOK Sachsen-Anhalt oder telefonisch direkt an Dr. Wolfgang Pilz, MAPP-Institut, Klausenerstraße 15, 39112 Magdeburg, Telefonnummer 0391 5355888, wenden. Dr. Wolfgang Pilz ist Leiter der psychotherapeutischen Ambulanzen des MAPP-Instituts in Magdeburg.

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