Drohenden Mangel an Stammzellenspendern ausgleichen

Krebsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V., Landesverbandes für Krebsselbsthilfe Sachsen-Anhalt „Miteinander-Füreinander“ e.V. und AOK Sachsen-Anhalt eröffnen Spendenkonto für Typisierungen

07.07.2015

Magdeburg, 07.07.2015 – 5,6 Millionen Bundesbürger sind in Deutschland als Stammzellenspender registriert. Aber bereits in zehn Jahren wird ein Großteil davon aus den Datenbanken gelöscht, weil sie die Altersgrenze erreicht haben. Neue Spender können nur über sogenannte Typisierungen aufgenommen werden, doch diese sind auf Spendengelder angewiesen und finden deshalb nicht so häufig statt. Um mehr Typisierungsaktionen in Sachsen-Anhalt zu finanzieren und weitere Stammzellenspender für Blutkrebskranke zu finden, haben die Krebsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V., der Verein Miteinander-Füreinander e.V. und die AOK Sachsen-Anhalt deshalb nun ein Spendenkonto eingerichtet.

„Ein Großteil der bundesweit registrierten Spender ist zwischen 45 und 50 Jahren alt und wird mit dem Erreichen des 61. Geburtstags aus der Datei gelöscht“, sagt Sven Weise von der Krebsgesellschaft Sachsen-Anhalt. Deswegen müssten schnellstmöglich neue Spender nachkommen. Eine Typisierung gehe schnell, koste aber in der Regel rund 50 Euro pro Person. Dies verhindere oft, dass große Typisierungsaktionen zu Stande kämen. „Wir möchten nicht, dass ein vergleichsweise geringer Betrag über Leben und Tod von Blutkrebskranken entscheidet.

„Deswegen haben wir uns entschieden, gemeinsam mit unseren Partnern ein Spendenkonto einzurichten, aus dem zukünftig mehr Typisierungsaktionen in Sachsen-Anhalt finanziert werden können“, sagt Traudel Gemmer; Vorsitzende Landesverbandes für Krebsselbsthilfe Sachsen-Anhalt e.V. „Miteinander-Füreinander“.

Laut statistischem Bundesamt sterben jedes Jahr fast 7.000 Menschen an einer Form von Blutkrebs (Leukämie). Allein in Sachsen-Anhalt waren es 283 Menschen im Jahr 2012. Die lymphatische Leukämie ist besonders bei Kindern zwischen 1 und 14 Jahren die am weitesten verbreitete Krebsart. Allein 2012 wurden in Deutschland rund 7.400 Behandlungsfälle gezählt. Das sind 36 Prozent aller Krebserkrankungen bei Kindern.

„Wird ein passender Spender gefunden, übernehmen wir als AOK Sachsen-Anhalt für unsere Versicherten alle Kosten, die damit verbunden sind – seien es die ärztliche Behandlung, Entgeltausfall oder die medizinische Nachsorge“, sagt Henry Saage, Landesrepräsentant der AOK Sachsen-Anhalt. „Ohne regelmäßige Typisierungsaktionen steigt die Auswahl an potentiellen Spendern jedoch nur sehr langsam. Leider dürfen wir uns als gesetzliche Krankenkasse nicht an diesen Kosten beteiligen. Deshalb haben wir sofort zugesagt, das Spendenkonto gemeinsam mit unseren Partnern einzurichten und sie dabei tatkräftig zu unterstützen.“

Die Partner rufen alle Sachsen-Anhalter auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Schon eine kleine Spende genügt. Oder besser: Lassen Sie sich gleich typisieren, vielleicht können Sie damit einem Betroffenen das Leben retten.

Spenden können ab sofort auf das folgende Konto überwiesen werden:

Miteinander - Füreinander e.V.

IBAN: DE 59 1203 0000 1020 055 339

Verwendungszweck: Typisierung

Weitere Informationen zum Thema „Typisierung“ und „Stammzellenspende“ gibt es beim Zentralen Knochenmark-Spenderregister Deutschland:

www.zkrd.de