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Delegation aus dem französischen Gesundheitswesen informiert sich über das „Magdeburger Modell“ im MVZ Herderstraße

13.02.2014

Magdeburg. Am 13. Februar besuchte eine Delegation der nationalen französischen Krankenversicherung der Arbeitnehmer (CNAMTS) die AOK Sachsen-Anhalt und das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) „Herderstraße“ in Magdeburg, um sich vor Ort über besondere Behandlungsmodelle im deutschen Gesundheitswesen zu informieren.

Mit dem „Magdeburger Modell“ beschritten bereits im Jahre 2009 die AOK Sachsen-Anhalt, das MVZ Herderstraße und die Managementgesellschaft der Kassenärztlichen Vereinigung (KV-M-G) neue Wege in der Behandlung von nicht heilenden Wunden. In diesem Modell werden Patienten mit nicht heilenden Wunden (chronischen Wunden) durch ein Spezialistenteam versorgt. Eine auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Behandlung, bei der alle Beteiligten – Ärzte, Schwestern, Sanitätshäuser, ambulanter Pflegedienst – wie ein Zahnrad ineinandergreifen, zeichnet das „Magdeburger Modell“ aus. Seit 2009 wurden bereits mehr als 550 Versicherte im Rahmen dieses Modells erfolgreich behandelt. Nach durchschnittlich 2,5 Monaten waren die Wunden geschlossen, gegenüber mehr als 1,5 Jahren in der sonst üblichen Versorgung.

Die Möglichkeit der Übertragung des erfolgreichen „Magdeburger Modells“ in den französischen Gesundheitsmarkt stand im Fokus des Interesses des französischen Expertenteams. Welche Strukturen müssen geschaffen werden, damit eine reibungslose Zusammenarbeit gelingt? Welche Qualifikationen müssen die an der Behandlung Beteiligten mitbringen? Welche Informationen brauchen die Patienten?

„Qualitätssteigerung und besondere Wirtschaftlichkeit zeichnen das mittlerweile zertifizierte ambulante "Magdeburger Modell" als zukunftsweisendes Konzept aus. Die Haus- und  Facharztkollegen nutzen das Angebot einer Zuweisung für maximal drei Quartale zu Gunsten ihrer oft seit längerem betroffenen chronischen Wundpatienten in ein spezialisiertes, integratives Kompetenzzentrum. Sie selbst profitieren unmittelbar durch eine Entlastung von der besonderen Behandlungsintensität und Praxisorganisation bei chronischen Wunden und schätzen die einhergehende Entlastung von geltenden Budgets. Durch weitere

engagierte, spezialisierte niedergelassene Partner ist die integrative Versorgung auch in der Fläche über Magdeburg hinaus in Sachsen-Anhalt präsent und somit wohnortnah realisierbar. Dies hat zu einer weiteren Steigerung der Zufriedenheit der behandelten Patienten geführt“, erläutert Gabriele Wenzel, Geschäftsführerin der Managementgesellschaft der Kassenärztlichen Vereinigung.

„Die Entwicklung einer netzadaptierten Organisationsstruktur von Spezialisten auf dem Gebiet der chronischen Wunden, eine besondere personelle und apparative technische, wie räumliche Ausstattung, die mittlerweile nach ISO9001 zertifiziert ist, war entscheidend. Die regelmäßige Kommunikation und Transparenz der Protagonisten findet dabei vertieft in einem vierteljährlich stattfindenden Qualitätszirkel statt. Alle zentralen fachlichen Themenbereiche, um die qualitätsorientierte, leitliniengerechte besondere Versorgungsstruktur weiter auf- und ausbauen zu können, werden hier diskutiert und umgesetzt. Weiterhin unterstützt ein

interprofessionelles und intersektorales Netzwerk aus festgelegten Kooperationspartnern diese umfassende Behandlungs- und

Therapiestruktur. Der informierte Patient wird zum verantwortlichen Partner des besonderen Behandlungsangebotes über seine Teilnahmeerklärung und seine Behandlungstreue“, sagt Dr. Hans-Hermann Ladetzki, Ärztlicher Direktor des MVZ Herderstraße.

Kay Nitschke, Beauftragter des Vorstandes der AOK Sachsen-Anhalt: „Wir freuen uns, dass unsere innovativen Versorgungsmodelle auch in Frankreich auf großes Interesse stoßen und als Vorbild dienen. Durch das „Magdeburger Modell“ gewinnen unsere Versicherten enorm an Lebensqualität.“

Hintergrund:

Das französische Expertenteam aus Paris besteht aus Ärzten und Wissenschaftlern, welche im französischen Gesundheitswesen für die Entwicklung und Bewertung neuer Konzepte in der Gesundheitsversorgung verantwortlich sind.