Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK Sachsen-Anhalt
Ort/Kasse korrigieren
Kundencenter werden geladen ...

Corona-Krise: Wichtige Informationen für Arbeitnehmer

Im Zuge der Corona-Krisensituation verändert sich für viele Arbeitnehmer ihre berufliche Situation. Krankschreibung, Kurzarbeit und Lohnfortzahlung – die AOK gibt eine Übersicht.

Krankmeldung telefonisch möglich

Bis zum 31. März 2021 müssen Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege nicht persönlich zum Arzt gehen – eine telefonische Krankschreibung ist aufgrund der Coronavirus-Pandemie möglich. Die Sonderregelung sieht eine eingehende telefonische Befragung des Patienten durch den Arzt vor. Er kann den Patienten bis zu sieben Kalendertage telefonisch krankschreiben. Eine einmalige Verlängerung der Arbeitsunfähigkeit für bis zu sieben weitere Kalendertage ist ebenfalls telefonisch möglich.

Änderungen bei Sozialversicherungsbeiträgen, Kurzarbeitergeld und Kinderkrankengeld

Sollten Arbeitgeber aufgrund des (Teil-)Shutdowns die Beiträge zur Sozialversicherung nicht zahlen können, haben die gesetzlichen Krankenkassen bis auf Weiteres die Möglichkeit, auf die Einleitung von Vollstreckungsmaßnahmen zu verzichten. Außerdem können Firmen beantragen, Beiträge zu stunden oder in Raten zu zahlen.

Eine Stundung kann für Januar und Februar 2021 beantragt werden, längstens bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats März 2021.

Mehr Informationen zu den Stundungsmöglichkeiten und zum Antrag finden Sie im AOK-Fachportal.

Kurzarbeitergeld

In der aktuellen Krisen-Situation stellen immer mehr Betriebe ihre Mitarbeiter auf Kurzarbeit um. Eine Erhöhung des Kurzarbeitergelds wurde mit Inkrafttreten zum 1. Mai 2020 beschlossen:

Beschäftigte ohne Kind:

  • Stufenweise Erhöhung des Kurzarbeitergelds auf bis zu 80 Prozent
  • bis 3. Monat 60 Prozent
  • ab 4. Monat 70 Prozent
  • ab 7. Monat 80 Prozent

Beschäftigte mit Kind:

  • Stufenweise Erhöhung des Kurzarbeitergelds auf bis zu 87 Prozent
  • 1. Bis 3. Monat 67 Prozent
  • ab 4. Monat 77 Prozent
  • ab 7. Monat 87 Prozent

Voraussetzung für die Erhöhung des Kurzarbeitergelds ist, dass mindestens 50 Prozent der regulären Arbeitszeit ausfallen.

Dazu gibt es auch neue gesetzliche Regelungen:

  • Wenn aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein könnten. Diese Schwelle lag bisher bei 30 Prozent der Belegschaft.
  • Auch Leiharbeitnehmer können aktuell Kurzarbeitergeld beziehen.
  • Die Sozialversicherungsbeiträge, die Arbeitgeber normalerweise für ihre Beschäftigten zahlen müssen, soll die Bundesagentur für Arbeit nun vollständig erstatten. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, Zeiten der Kurzarbeit stärker für die Weiterbildung der Beschäftigten zu nutzen.

Diese Regelungen zum erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld gelten bis zum 31. Dezember 2021, wenn Betriebe spätestens für März 2021 erstmalig Kurzarbeitergeld erhalten.

Mehr Informationen finden Sie im AOK-Fachportal und auf den Seiten der Arbeitsagentur.

Schließung von Geschäften

Einige Arbeitgeber müssen aufgrund der aktuellen Lage ihre Niederlassungen schließen, oder entscheiden sich freiwillig dafür, um die Ansteckungsgefahr zu senken.

Kommt es zu einer solchen Schließung, ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Gehälter weiterzuzahlen. Gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) spricht man von einem sogenannten Annahmeverzug, wenn der Arbeitgeber die Arbeitskraft seiner Angestellten nicht abruft. Wenn dem so ist, dürfen Sie als Arbeitnehmer der Arbeit fernbleiben, ohne Konsequenzen zu fürchten.

Mehr Informationen finden Sie im AOK-Fachportal

Kinderkrankengeld

Um Eltern in der Corona-Pandemie zu entlasten, hat der Gesetzgeber den Anspruch auf Kinderkrankengeld bereits in 2020 erweitert. Auch in 2021 stehen Eltern mehr Kinderkrankentage zur Verfügung:

  • Elternpaare pro Elternteil und Kind zehn zusätzliche Tage (bisher zehn), also 20 Tage für 2021
  • Alleinerziehende 20 zusätzliche Tage pro Kind (bisher 20), also 40 Tage für 2021
  • Paare und Alleinerziehende mit zwei Kindern können maximal 80 Tage beantragen.
  • Bei mehr als zwei Kindern erhöht sich der Anspruch auf höchstens 90 Tage pro Elternpaar oder Alleinerziehendem.

Der Anspruch gilt nicht nur bei Krankheit des Kindes, sondern auch wenn das Kind pandemiebedingt zu Hause betreut werden muss, weil

  • Schulen, Einrichtungen zur Betreuung von Kindern oder für Menschen mit Behinderung geschlossen sind,

  • Schul- oder Betriebsferien behördlich angeordnet oder verlängert werden,

  • das Kind in Quarantäne muss,

  • die Präsenzpflicht in einer Schule aufgehoben ist,

  • der Zugang zu Kinderbetreuungsangeboten eingeschränkt ist,

  • die Eltern behördlich dazu aufgefordert sind ihr Kind zu Hause zu betreuen.

Ist das Kind erkrankt, reichen Eltern eine ärztliche Bescheinigung als Nachweis bei der AOK ein. Muss Ihr Kind pandemiebedingt zu Hause betreut werden, können Sie die Leistung direkt bei Ihrer AOK beantragen.

Erhalte ich als Arbeitnehmer in Quarantäne weiter meinen Lohn?

Ja. Kann ein Arbeitnehmer wegen Quarantänemaßnahmen nicht am Arbeitsplatz erscheinen, greift das Infektionsschutzgesetz. Dieses regelt, dass Arbeitgeber die Betroffenen bis zu sechs Wochen lang in voller Höhe weiterbezahlen müssen.

Wer zahlt mein Gehalt weiter?

Im Fall einer angeordneten Quarantäne wegen einer COVID-19-Infektion oder eines Infektionsverdachts erhält der Arbeitnehmer maximal sechs Wochen lang eine Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber. Anschließend zahlt die Krankenkasse nach entsprechender Prüfung Krankengeld.

Corona-Sonderregelungen: Arzneimittel und ambulante Leistungen

Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es einige Änderungen, die die Verordnung von Arzneimitteln und ambulante Leistungen betreffen. Die entsprechenden Sonderregelungen hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) erlassen.

Der Arzt kann bis auf Weiteres Rezepte, zum Beispiel für Arzneimittel per Telefon verschreiben. Vorausgesetzt, der Patient befindet sich in einer fortlaufenden Behandlung und der behandelnde Arzt kennt seinen Gesundheitszustand. Nach dem telefonischen Arztkontakt erhält der Betroffene das Rezept per Post.

Auch häusliche Krankenpflege, Hilfsmittel, Krankentransporte oder -fahrten können vom Arzt telefonisch verschrieben werden. In diesem Fall ist es erforderlich, dass sich der Patient bereits in Behandlung befindet, zu einem früheren Zeitpunkt vom Arzt untersucht wurde und es sich um dieselbe Art der Erkrankung handelt, die diese Leistung auslöst. Diese Regelung gilt bis zum 31. März 2021.

Bei der Entlassung aus dem Krankenhaus dürfen Kliniken den Patienten zurzeit Medikamente für 14 Tage mitgeben. Im Normalfall sieht die Arzneimittel-Richtlinie eine Medikamentenmitgabe für sieben Tage vor. Diese Regelung bleibt solange in Kraft, bis der Deutsche Bundestag beschließt, die epidemische Lage von nationaler Tragweite aufzuheben. 

Zudem dürfen Krankenhausärzte bei der Entlassung für bis zu 14 Tage ambulante Krankenpflege, Palliativversorgung, Soziotherapie und Heil- sowie Hilfsmittel verordnen. Dieser Zeitraum gilt auch für Krankschreibungen: Patienten können bis zu 14 Tage nach ihrer Krankenhausentlassung krankgeschrieben werden und nicht, wie bisher, für die Dauer von sieben Tagen.

Ziel dieser Sonderregelungen im Entlassmanagement ist, den Betroffenen zusätzliche Arztbesuche zu ersparen und sie so vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.

Im Zuge der Corona-Krise haben sich die gesetzlichen Krankenkassen auf einige Ausnahme-Regelungen in der Heilmittelversorgung geeinigt, um Patienten, Therapeuten und Praxen zu entlasten.

  • Folgerezepte für häusliche Krankenpflege dürfen bis zu 14 Tage rückwirkend verordnet werden. Zudem dürfen Patienten die Verordnungen innerhalb von zehn Tagen – anstelle von bisher drei Tagen – bei der AOK einreichen. Gleiches gilt für Verordnungen für spezialisierte palliativmedizinische Versorgungsangebote oder eine Soziotherapie. Die Sonderregel gilt vorerst bis zum 31. März 2021.
  • Krankentransporte von COVID-19-Patienten können derzeit durchgeführt werden, ohne vorherige Genehmigung der Krankenkasse. Dies gilt auch für Menschen in behördlich angeordneter Quarantäne. Diese Sonderregelung ist so lange gültig, bis der Deutsche Bundestag die epidemische Lage von nationaler Tragweite aufhebt. Die Sonderregel gilt vorerst bis zum 31. März 2021.
  • Videobehandlung: Behandlungen können per Videoübertragung stattfinden, sofern dies aus therapeutischer Sicht möglich ist. Die Zustimmung des Patienten ist erforderlich. Das umfasst Heilmittel, die von Ärzten oder Zahnärzten verordnet werden. Aber auch die Soziotherapie, die psychiatrische häusliche Krankenpflege und ambulante Psychotherapie. Diese Regelung gilt vorerst bis zum 31. März 2021. 

Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner Sitzung am 14. Mai 2020 beschlossen, der Richtlinie über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern eine Ausnahmereglung im Zusammenhang mit der Corona-Krise zuzufügen. Diese Regelung tritt in Kraft „wenn der Deutsche Bundestag […] eine epidemische Lage von nationaler Tragweite festgestellt hat […]“ und gilt bis zu drei Monate nach deren Beendigung.

In diesem Zeitraum können die Vorsorgeuntersuchungen U6 bis U9 auch außerhalb ihrer jeweiligen Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten in Anspruch genommen werden. Für die Untersuchungen U2 bis U5 gibt es derzeit keine Änderungen. Ist in nächster Zeit eine U-Untersuchung für ein Kind angesetzt, sollten sich Eltern direkt mit ihrer Kinderarztpraxis in Verbindung setzen, um einen passenden Termin zu vereinbaren.

Bonusanspruch bei Zahnersatz

Wer die zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung in 2020 aufgrund der Corona-Krise nicht wahrnehmen konnte, verliert dadurch nicht notwendigerweise seinen Bonusanspruch. Das gilt sowohl für Jugendliche unter 18 Jahren als auch für Erwachsene. Um Ihren Bonus bei Zahnersatz geltend zu machen, sollten Sie eine ansonsten regelmäßige Vorsorge im Bonusheft nachweisen können.

Bei mindestens fünf Jahren regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt erhöht sich der Festzuschuss der AOK bei Zahnersatz um 20 Prozent, bei mindestens zehn Jahren regelmäßiger Vorsorge um 30 Prozent. Die Besuche zur Vorsorgeuntersuchung sind im Bonusheft durch den behandelnden Zahnarzt zu dokumentieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Stressfrei im Homeoffice: So gelingt das Arbeiten von Zuhause
Mehr erfahren
navirus SARS-CoV-2: Welche Symptome treten auf? Wie verläuft die Atemwegserkrankung COVID-19?
Mehr erfahren
Wie man sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen kann und wer zur Risikogruppe zählt.
Mehr erfahren

Kontakt zu meiner AOK Sachsen-AnhaltOrt/Kasse ändern

Zur Kontaktseite

Newsletter

Der AOK-Newsletter schickt monatlich die neuesten Meldungen aus den Bereichen Medizin, Fitness, Ernährung, Karriere und Gesundheit in Ihr Postfach.

Um einen RSS-Feed zu abonnieren, benötigen Sie einen Browser, der RSS unterstützt. Die aktuellen Standardbrowser (z. B. Mozilla Firefox, Internet Explorer oder Chrome) unterstützen RSS-Feeds. Um die Feeds zu abonnieren, klicken Sie bitte auf den unten angegebenen Link. Benennen Sie den RSS-Link nach Ihren Wünschen und speichern Sie ab. Über eine neue Schaltfläche in Ihrem Browser können Sie dann die News erreichen.
Die RSS-Technologie ermöglicht Ihnen die tagesaktuellen News aus der Themenwelt der aok.de einfach und bequem zu abonnieren. Sie können sich unsere News-Themen in ihrem Browser oder einem RSS-Reader anzeigen lassen. Teilweise unterstützen auch Bildschirmschoner und E-Mail-Programme den RSS-Feed. Sie können daher die News sehr flexibel einsetzen.
Zur Kontaktseite