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AOK-Verwaltungsrat: Innovative Modelle verschaffen Sachsen-Anhalt

29.09.2010

Halberstadt. Als guten Lösungsansatz mit echter Erfolgschance hat der Vorsitzende des Verwaltungsrates der AOK Sachsen-Anhalt, Hansjörg Schürer, auf der heutigen Sitzung in Halberstadt ein weiteres Kooperationsmodell der Gesundheitskasse mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt bezeichnet, mit dem die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen auf Dauer gewährleistet werden soll. Künftig sollen sich in so genannten Filialpraxen Allgemeinmediziner und Fachärzte mit eigener Praxis zu unterschiedlichen Zeiten die gleichen Räume teilen und so in einem dünn besiedelten Gebiet kontinuierlich Sprechstunden anbieten. Die erste Praxis dieser Art wurde kürzlich in Letzlingen eröffnet.
Speziell geschulte Arzthelferinnen sind bereits seit 2007 in ländlich geprägten Modellregionen Sachsen-Anhalts als mobile Praxisassistentinnen unterwegs, um im Hausbesuch vom Hausarzt delegierbare Tätigkeiten auszuführen. Gerade älteren Patienten bleibt es so erspart, für Routineuntersuchungen extra in die Praxis kommen zu müssen. Zudem sollen mit einem Stipendienprogramm für Medizinstudierende junge Ärzte dazu bewogen werden, sich nach dem Studium in ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts niederzulassen.

„Beim demografischen Wandel liegen wir in Sachsen-Anhalt ganz weit vorne“, sagt Susanne Wiedemeyer, alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats. „Wenn wir jetzt die Weichen richtig stellen und die Strukturen nach dem künftigen Bedarf ausrichten, kann Sachsen-Anhalt seine Gesundheitsversorgung dauerhaft sicherstellen und sich mit innovativen Versorgungsformen zudem bundesweit einen Vorsprung verschaffen“.

Das in der vergangenen Woche im Bundeskabinett beschlossene Gesetz zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV FinG) hat aus Sicht der AOK Sachsen-Anhalt Licht- und Schattenseiten. „Gut ist, dass mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf die drohende Finanzkrise für das Jahr 2011 abgewendet werden kann“, so Schürer. Er vermisse jedoch nachhaltige Strukturreformen zugunsten von mehr Wettbewerb. Die Krankenkassen könnten noch wirtschaftlicher arbeiten, wenn sie beispielsweise selektive Verträge bei planbaren stationären und ambulanten Behandlungen abschließen dürften.

Wiedemeyer forderte eine gerechte Lastenverteilung. So müssten Versicherte und Arbeitgeber aufgrund der Beitragssatzerhöhung den mit Abstand größten Anteil schultern, um die Finanzlage der GKV zu stabilisieren. Den Versicherten in Sachsen-Anhalt drohten darüber hinaus zusätzliche Belastungen, da man jetzt auch noch Geschenke in Form von Honorarerhöhungen für Ärzte und Zahnärzte verteilen wolle. „Da in Zukunft alle Ausgabensteigerungen über Zusatzbeiträge finanziert werden, zahlen Versicherte die höheren Honorare der Ärzte und Zahnärzte dann aus ihrer eigenen Tasche. Diese Ungerechtigkeit ist nicht hinnehmbar“, so Wiedemeyer abschließend.

In Sachsen-Anhalt ist jeder dritte Einwohner bei der Gesundheitskasse versichert.

Fragen an den Verwaltungsrat der AOK Sachsen-Anhalt? www.aok.de/sachsen-anhalt (Webcode: Selbstverwaltung)