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AOK Sachsen-Anhalt unterstützt Ärzte

Praxistaugliche Hilfe bei der Arzneimitteltherapie im Alter

28.03.2012

Magdeburg. Noch immer nimmt in den neuen Bundesländern etwa jeder fünfte Patient über 65 Jahren Medikamente ein, die für ältere Menschen potenziell gefährlich sind. Diese alarmierende Zahl hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) aktuell veröffentlicht. „Dabei gibt es mit der Priscus-Liste seit einigen Jahren eine praktische Hilfe für Ärzte, die sie bei der Medikation von Senioren zur Hand nehmen können“, sagt Ralf Dralle, Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt. „Die AOK will Ärzte noch besser für die besondere Situation von älteren Menschen sensibilisieren. Deshalb bieten wir ihnen individuelle Informationen und eine arztspezifische Auswertung an.“Das Verordnungsspektrum eines interessierten Arztes wird dafür mit Hilfe der im WidO entwickelten Software pharmPRO analysiert und dem Arzt zur Verfügung gestellt.
„Vor allem bei ihren weiblichen Patienten sollten Ärzte genauer hinschauen. Denn Frauen werden überdurchschnittlich häufig Wirkstoffe der Priscus-Liste verordnet“, so Dralle.

Nach den Zahlen des WidO wurde beispielsweise der am zweithäufigsten an AOK-Patienten über 65 Jahre verordnete Wirkstoff auf der Priscus-Liste, das Antidepressivum Amitriptylin, Frauen etwa drei Mal so häufig wie Männern verschrieben. Auch den besonders oft verschriebenen Wirkstoff Etoricoxib, ein Rheumamittel, nehmen doppelt so viele Frauen wie Männer ein.

Die Priscus-Liste

Insgesamt führt die Priscus-Liste 83 Wirkstoffe auf, für die das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei älteren Menschen als ungünstig bewertet wird. Zu jedem dieser Wirkstoffe werden Alternativen aufgezeigt. Diese umfassen Wirkstoffsubstitution ebenso wie nicht-medikamentöse Therapien. Dabei hat der Forschungsverbund Priscus, der die Liste 2010 für den deutschen Markt erstellt hat, berücksichtigt, dass sich selbst kontraindizierte Arzneimittel nicht immer vermeiden lassen. Für diesen Fall führt die Liste begleitende Maßnahmen auf, die das Risiko des Patienten für unerwünschte Nebenwirkungen verringern sollen.