AOK-Ratgeber: Sicherheit und Schutz im europäischen Ausland

02.08.2013

Magdeburg. Sommerzeit ist Urlaubszeit. Wen das Reisefieber gepackt hat, der denkt meist wenig an gesundheitliche Gefahren. Doch unverhofft kommt oft: Auch während einer Auslandsreise kann man einmal krank werden.

Bei Reisen in Länder der Europäischen Union bietet die Europäische Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card, kurz: EHIC) Schutz. Versicherte der AOK Sachsen-Anhalt, die in Länder der Europäischen Union (EU) reisen und dort eine medizinische Behandlung benötigen, können ihre AOK-Gesundheitskarte nutzen. Denn auf der Rückseite befindet sich die Europäische Krankenversicherungskarte. Damit können sie sich in Europa bei einem Notfall/Unfall (z. B. Beinbruch, kranker Zahn, Virusinfektion) beim Vertragsarzt oder in einer Vertragsklinik medizinisch behandeln lassen. Mit der Karte erhalten gesetzlich Versicherte bei einem vorübergehenden Auslandsaufenthalt bei Bedarf alle medizinisch notwendigen Leistungen, die nicht bis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland aufgeschoben werden können. Art und Umfang der Leistungen richten sich nach den Rechtsvorschriften des ausländischen Krankenversicherungsträgers.


Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt in allen Ländern der EU sowie in Norwegen, Liechtenstein, Island, der Schweiz, Mazedonien, Serbien und Montenegro.


Wem erst in letzter Minute auf dem Flughafen auffällt, dass die Europäische Krankenversicherungskarte im Gepäck fehlt, der kann sich in einer AOK-Servicestelle eine Ersatzbescheinigung ausstellen lassen. Solche Serviceschalter gibt es auf den Flughäfen Frankfurt am Main, München und Berlin Schönefeld. Möglich ist es auch, vom Urlaubsort aus eine Ersatzbescheinigung telefonisch bei der AOK zu bestellen.

Mit 44 Kundencentern verfügt die AOK Sachsen-Anhalt über das dichteste Geschäftsstellennetz im Bundesland. Mit rund 700.000 Versicherten betreut die Krankenkasse rund ein Drittel der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt.

Mit einigen Ländern, die nicht zur EU gehören, hat Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen. Dazu gehören Bosnien-Herzegowina, die Türkei und Tunesien. In diesen Ländern gilt weiterhin der Auslandskrankenschein.

Generell ist es sinnvoll, sich bereits vor Reiseantritt über den Krankenversicherungsschutz im Urlaubsland zu informieren. Wenn jemand plötzlich krank wird oder einen Unfall hat, muss meist alles ganz schnell gehen. Dann bleibt manchmal keine Zeit, um sich nach dem nächstgelegenen Vertragsarzt oder einer Vertragsklinik zu erkundigen.

Wer sich von einem Privatarzt oder in einer Privatklinik behandeln lässt, muss die Kosten zunächst selbst zahlen. In diesem Fall sollte sich der Versicherte eine Rechnung ausstellen und quittieren lassen. Aus der Rechnung sollten die erbrachten Leistungen genau hervorgehen. Die Versicherten können die Rechnung nach ihrer Rückkehr bei ihrer Krankenkasse einreichen. Die Kosten werden dann nach den Rechtsvorschriften und bis zur Höhe der gültigen Vertragssätze des jeweiligen Urlaubslandes erstattet.

Sicher ist sicher - deshalb empfiehlt es sich, zusätzlich eine private Zusatzversicherung abzuschließen. Denn die Kosten für einen Krankenrücktransport dürfen die gesetzlichen Krankenkassen nicht übernehmen. Unbedingt notwendig ist eine private Auslandsreisekrankenversicherung bei Reisen in Länder außerhalb Europas. Dort müssen Urlauber sonst Krankheitskosten selbst bezahlen.

Die AOK vermittelt private Auslandsreisekrankenversicherungen an ihre Versicherten über ihren Kooperationspartner, die ÖSA Versicherungen. Die Auslandsreisetarife bieten weltweiten Versicherungsschutz, egal ob Kurzreisen oder längerfristige Auslandsaufenthalte - für AOK-Kunden zu Sonderkonditionen. Erstattet werden akute ambulante, stationäre und zahnärztliche Behandlungen, Arznei-, Verband- sowie Heil- und Hilfsmittel. Zum Versicherungsschutz zählt zudem bei Krankheit der medizinisch notwendige und vom Arzt angeordnete Rücktransport nach Deutschland. Der Abschluss einer zusätzlichen Auslandsreisekrankenversicherung ist auch bei Reisen ins europäische Ausland sinnvoll. Bei privatärztlichen Behandlungen erhalten die Versicherten so ihre Mehrkosten ersetzt.

Versicherte können sich telefonisch unter der kostenfreien Servicehotline 0800 226 5726 oder per E-Mail (service@san.aok.de) an die Gesundheitskasse wenden. Die Servicehotline ist von montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr und samstags von 8 bis 14 Uhr erreichbar.

Rund um die Uhr finden Interessierte alle Informationen zu sozialversicherungsrechtlichen Themen unter www.aok.de/sachsen-anhalt.