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AOK initiiert Diskussion zum Gesundheitsstandort Sachsen-Anhalt

27.10.2010

Magdeburg. Bei der Veranstaltung der AOK Sachsen-Anhalt mit dem Titel "Gesundheitsstandort Sachsen-Anhalt – In die Zukunft investieren" wurde am 26. Oktober rege über Möglichkeiten diskutiert, Sachsen-Anhalt in der gesundheitlichen Versorgung zukunftsfest zu machen. Hauptreferent des Abends vor 160 Gästen im Festsaal des Herrenkrug-Parkhotels in Magdeburg war der renommierte Gesundheitsökonom Prof. Dr. Volker Ulrich. Ulrich ist Inhaber des Lehrstuhls für Finanzwissenschaft an der Universität Bayreuth und u. a. designierter Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie.
Angesichts der demografischen Entwicklung in Sachsen-Anhalt beleuchtete Ulrich in seinem Vortrag die damit verbundenen Auswirkungen auf die Einnahmen- und Ausgabenseite der Krankenversicherungen - und damit letztlich auf das sachsen-anhaltische Gesundheitswesen. Die Rahmenbedingungen für Sachsen-Anhalt enthalten nach Ulrich folgende Parameter: Eine weiter sinkende Bevölkerungszahl, geringes Wirtschaftswachstum, ein angespannter Arbeitsmarkt und spürbar zurückgehende Einnahmen öffentlicher Haushalte. "Diese Bedingungen haben direkte finanzielle Konsequenzen für das Gesundheitswesen in Sachsen-Anhalt", so Ulrich. Er prognostiziert: "Finanzmittel, die aus dem Gesundheitsfonds für Gesundheitsleistungen zukünftig für Sachsen-Anhalt zur Verfügung stehen, werden trotz Alterung der Bevölkerung zurückgehen. Weiterhin wird der Rückgang der Bevölkerung schon mittelfristig (in weniger als fünf Jahren) den steigenden Leistungsbedarf einer alternden Bevölkerung überkompensieren". Angesichts dieser Entwicklungen plädiert Ulrich für praktische, nachhaltige und ganzheitliche Lösungen, z.B. durch eine bessere Koordination von Primärversorgung und der fachärztlichen Sekundärversorgung. "Die Lebensqualität älterer Menschen steht zudem im Fokus. Insbesondere ist darauf zu achten, älteren Menschen möglichst lange eine gute Gesundheit zu gewähren bzw. ihnen ein selbstbestimmtes Leben und Wohnen zu ermöglichen", so UIrich.
Uwe Deh, Vorstand der AOK-Sachsen-Anhalt, erläutert: "Angesichts des demografischen Wandels, der sich in Sachsen-Anhalt dramatisch vollzieht, müssen Strukturen geschaffen werden, um Patientinnen und Patienten weiterhin gut und angemessen zu behandeln". Und weiter: "Unser Augenmerk liegt darauf, auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige, langfristige Gesundheitsversorgung in Sachsen-Anhalt sicherzustellen. Diese Veranstaltung hat Lösungsansätze geliefert, wie es gelingen kann, mit knapper werdenden Ressourcen eine finanzierbare und qualitativ hochwertige Versorgung bereitzustellen."
In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten neben Ulrich und Deh der Sozialminister Norbert Bischoff, Dr. Karl-Heinz Daehre, Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Burkhard John, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt sowie Dr. Willi Polte, Alt-Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg.