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AOK diskutiert über Ärztemangel und „Ärzte-Gesetz“

07.10.2011

Magdeburg. Mehr Geld, weniger Notdienste, keine Wohnpflicht am Arbeitsort. Mit einem Bündel an Anreizen will die Bundesregierung den Landarztberuf attraktiver machen. Die ärztliche Versorgung der Patienten soll verbessert werden. Herausgekommen ist ein umstrittenes Versorgungsgesetz. Welche Auswirkungen hat die Reform auf Sachsen-Anhalt? Dieses brisante Thema hat die AOK Sachsen-Anhalt aufgegriffen und auf der Veranstaltung mit dem Titel „Landpartie für Ärzte – (k)einer kommt mit“ am 6. Oktober rege diskutiert. Hauptreferenten des Abends vor dem mit 180 Gästen vollbesetzten Gartensaal des Gesellschaftshauses in Magdeburg waren Thomas Ilka, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, und Prof. Dr. Stefan Greß, Leiter der Fachabteilung Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie der Hochschule Fulda.

 

Staatssekretär Ilka zu den Zielen des Versorgungsgesetzes: "Mit dem Gesetz soll - gerade auch künftig in der Fläche - eine gute medizinische Versorgung für die Patientinnen und Patienten sichergestellt werden. Mit gezielten Anreizen sollen insbesondere junge Ärztinnen und Ärzte motiviert werden, sich in unterversorgten ländlichen Regionen niederzulassen."

 

Der renommierte Gesundheitsökonom Greß beleuchtete in seinem Referat die Auswirkungen des Versorgungsgesetzes auf die gesundheitliche Versorgung in Stadt und Land. „Die Gleichzeitigkeit von punktueller Unterversorgung auf dem Land und Überversorgung in Ballungsgebieten führt zu einer aktuell disparaten Versorgungsstruktur.“ Regionale demografische Entwicklungen und die Alterstruktur der Ärztinnen und Ärzte würden diesen Effekt verstärken. Greß prognostiziert: „Die Heterogenität der Versorgungslandschaft wird zunehmen“. Die Maßnahmen des Versorgungsgesetzes beurteilt der Wissenschaftler als „zu kurz gegriffen“. „Auswirkungen auf unterversorgte Regionen Sachsen-Anhalts wird das geplante Gesetz kaum haben“, so Greß. Stattdessen plädiert er für dezentrale Lösungen und die Umsetzung von regionalen Versorgungsstrategien.

 

Ralf Dralle, neuer Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt, ergänzt: „Zu glauben, dass man nur mehr Geld ausgeben muss, um eine bessere Versorgung zu erreichen, ist ein Trugschluss. Wir brauchen praktische Lösungen, damit wir in Sachsen-Anhalt die medizinische Versorgung der Bevölkerung auch weiterhin sicherstellen können. Diese Veranstaltung hat Lösungsansätze aufgezeigt, wie es gelingen kann, mit gutem Willen und innovativen Ideen die medizinische Versorgung für die Menschen spürbar zu verbessern.“

 

In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten neben Ilka und Greß auch Gesundheitsminister Norbert Bischoff, Dr. Burkhard John, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt und Uwe Deh, bisheriger Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt. Deh, der zum 1. Oktober in den AOK-Bundesvorstand gewechselt ist, verabschiedete sich aus Sachsen-Anhalt mit der Aussage: „Ich werde Sachsen-Anhalt bestimmt nicht vergessen, denn die positive Erfahrung, wie hier Probleme gelöst, statt vergrößert werden, nehme ich mit nach Berlin.“