AOK-Auswertung: Jedes dritte Vorschulkind 2012 logopädisch behandelt

20.12.2013

Magdeburg. Mehr als jeder dritte fünfjährige und fast jeder vierte sechsjährige AOK-versicherte Junge in Sachsen-Anhalt wird logopädisch betreut. Mädchen in diesem Alter müssen deutlich weniger zum Logopäden: Jedes vierte fünfjährige und jedes sechste sechsjährige Mädchen nutzen die Sprachtherapie. Damit werden in Sachsen-Anhalt weit mehr ABC-Schützen logopädisch begleitet als durchschnittlich in den anderen Bundesländern. Das ergab eine Auswertung der AOK Sachsen-Anhalt.


 
Jährlich gibt die AOK Sachsen-Anhalt mehr als 5,8 Mio. Euro für die logopädische Betreuung ihrer Versicherten aus - Tendenz seit Jahren steigend. Der Umsatz in diesem Segment legte zwischen 2007 und 2012 um 86 Prozentpunkte zu. Aktuell gibt es in Sachsen-Anhalt 275 logopädische Praxen, das sind 73 mehr als noch Ende 2008 - das entspricht einer Steigerung um mehr als 36 Prozent in nur fünf Jahren.

Die hohen, weiterhin steigenden Verordnungsmengen insbesondere bei Sprachtherapien für Kinder weisen auf die spezifischen Anforderungen im Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule hin. Ergo- und Sprachtherapie können helfen, Defizite der kindlichen Umwelt zu bewältigen. „Verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen in Kindergärten und Schulen sowie im Elternhaus sind dabei ebenso wichtig, um Gesundheitsstörungen schon in frühen Jahren vorzubeugen“ so Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Die Ergebnisse sind Teil des Heilmittelberichts 2013 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), der die rund 35 Millionen Heilmittelrezepte analysiert, die 2012 für die etwa 70 Millionen GKV-Versicherten ausgestellt wurden. Dazu gehören neben den Leistungen der Sprachtherapie noch die Bereiche Physiotherapie, Ergotherapie und Podologie. Der Bericht zeigt dabei Trends der Inanspruchnahme durch die Versicherten auf und ist somit Grundlage für Gespräche und Verhandlungen mit Ärzten, Therapeuten und Krankenkassen über die bundesweite Heilmittelversorgung.