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AOK-Auswertung: Jedes dritte Vorschulkind 2011 logopädisch behandelt

23.01.2013

Magdeburg. Mehr als jeder dritte fünfjährige und fast jeder vierte sechsjährige AOK-versicherte Junge in Sachsen-Anhalt wird logopädisch betreut. Mädchen in diesem Alter gehen deutlich weniger zum Logopäden: Jedes vierte fünfjährige und jedes sechste sechsjährige Mädchen nutzen die Sprachtherapie. Damit werden in Sachsen-Anhalt weit mehr ABC-Schützen logopädisch begleitet als durchschnittlich in den anderen Bundesländern. Das ergab eine Auswertung der AOK Sachsen-Anhalt.

Richtig Sprechen will offensichtlich gelernt sein. Spätestens zum Schulanfang sollte das klappen. Theoretisch. Tatsächlich aber wird der Schuleintritt sehr oft logopädisch betreut. Laut des Heilmittelreports des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) erhielt deutschlandweit jeder fünfte AOK-versicherte fünfjähriger Junge und jeder vierte Sechsjährige 2011 eine Sprachtherapie. Jedes siebente fünfjährige Mädchen und jedes sechste sechsjährige Mädchen ebenso. "Damit wird in dieser Altersgruppe häufiger als in allen anderen eine Sprachtherapie verordnet." (WIdO)

Jährlich gibt die AOK Sachsen-Anhalt mehr als 5,5 Mio. € für die logopädische Betreuung ihrer Versicherten aus - Tendenz steigend. Der Umsatz in diesem Segment legte zwischen 2007 und 2011 um 76 Prozentpunkte zu. Dieses enorme Wachstum allein mit einer objektiven Verschlechterung des Sprachniveaus zu erklären, geht an der Realität vorbei. Entscheidend dürften sein, dass die Sensibilisierung für Sprachstörungen im Kindergartenalter zunimmt - durch einen geschulten Blick der Erzieherinnen beispielsweise bzw. strenge Eingangskriterien für die Einschulung. Fachleute sprechen zudem von angebotsinduzierter Nachfrage: Aktuell gibt es in Sachsen-Anhalt 283 logopädische Praxen, das sind 81 mehr als noch Ende 2008 - das entspricht einer Steigerung um mehr als 40 Prozent in nur vier Jahren.