Wissenswertes rund um Begleit- und Folgeerkrankungen bei Diabetes

Diabetes kann auf Dauer im Körper schwere Schäden verursachen. Diese Risiken sollten Sie kennen, damit Sie Ihre Erkrankung besser einschätzen können. Im besten Fall vermeiden Sie Folgeerkrankungen durch einen gesunden Lebensstil ein Leben lang.

Ärztin und Patient – istockphoto 187134903 © Squaredpixels

Diabetes kommt selten allein: Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen

Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte sind häufige Begleiter des Diabetes. Bei Typ 1 Diabetes zeigt sich Bluthochdruck oft erst im Laufe der Diabeteserkrankung, wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten. Patienten mit Typ-2-Diabetes haben hingegen bereits zu Beginn ihrer Erkrankung oft Probleme mit Bluthochdruck und dem Fettstoffwechsel – häufig in Zusammenhang mit Übergewicht. Beide Erkrankungen belasten die Gefäße und haben bei der Diabetestherapie den gleichen Stellenwert wie die Blutzuckereinstellung.

Gut zu wissen: Ändern Sie Ihren Lebensstil, dann profitieren Sie doppelt. Denn mehr Bewegung und eine gesunde Ernährung wirken sich auch auf den Blutdruck und die Fettwerte positiv aus.

Diabetes greift Blutgefäße und Nerven an

Am stärksten leiden die Blutgefäße und die Nerven unter zu hohem Blutzucker, besonders in Kombination mit Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. Die schwerwiegendsten Folgen erhöhter Zuckerwerte sind:

  • Arterienverkalkung, auch Arteriosklerose genannt, sowie
  • Schädigung der Nerven, die sogenannte diabetische Neuropathie.

Diese Erkrankungen können zu Empfindungs- und Durchblutungsstörungen wichtiger Organe und Körperregionen führen. Dazu gehören:

Gehirn
Das Gehirn
Durch verengte Blutgefäße gelangen zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe ins Gehirn. Dadurch kann es zu kleinen Gehirndefekten kommen, die das Gedächtnis zunehmend verschlechtern. Die größte Gefahr ist ein Schlaganfall, bei dem durch Verschluss großer Arterien Teile des Gehirns Schaden nehmen.


Herz
Das Herz
Verengte Herzkranzgefäße können belastungsabhängige Schmerzen beziehungsweise ein Engegefühl in der Brust (Angina pectoris), Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche oder einen Herzinfarkt auslösen. Sind die Nerven durch den hohen Blutzucker geschädigt, können eine Angina pectoris oder ein Herzinfarkt unbemerkt verlaufen. Dabei besteht die Gefahr, dass Herzprobleme nicht oder zu spät bemerkt werden.


Auge
Die Augen
In den frühen Stadien werden oft keine Symptome bemerkt. Deshab ist wichtig, dass Diabetiker ihre Augen regelmäßig untersuchen lassen. Hoher Blutzucker kann die feinen Gefäße der Netzhaut schädigen und zu Augenerkrankungen, Sehbehinderungen oder Erblindung führen. Ein erhöhter Blutdruck beschleunigt diesen Prozess.


Nieren
Die Nieren
Schäden an den Nierengefäßen durch jahrelang hohen Blutzucker und Blutdruck beeinträchtigen die Filterfunktion: Die Nieren können Giftstoffe schlechter aus dem Blut herausfiltern und dem Körper gehen gleichzeitig wertvolle Eiweiße verloren. Das kann zu Nierenversagen führen und eine Blutwäsche (Dialyse) oder Nierentransplantation notwendig machen.


Füße
Die Beine und Füße
Durchblutungsstörungen verursachen Störungen der Nervenfunktion und Schmerzen beim Gehen oder in Ruhe. Diese periphere arterielle Verschlusskrankheit wird auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet. Es kann zum diabetischen Fußsyndrom kommen, diabetischer Fuß genannt. Dabei besteht ein erhöhtes Risiko für Verletzungen an den Füßen, die schlecht oder gar nicht heilende Wunden hervorrufen.


Haut
Die Haut
Aufgrund von Durchblutungsstörungen und Nervenschäden ist die Haut meist trockener, berührungsempfindlich, juckt und ist anfällig für Risse und Entzündungen. Dies kann schwere Beeinträchtigungen der Funktion von Händen und Füßen verursachen.


Zahn
Die Zähne
Durchblutungsstörungen können auch das Zahnfleisch betreffen. Aus diesem Grund haben Diabetiker häufiger Probleme mit Parodontitis, denn die mangelnde Sauerstoff- und Nährstoffversorgung macht das Zahnfleisch anfälliger für Bakterien und Keime.

Seelische Tiefs und Depression

Das Risiko für eine Depression ist bei Menschen mit Diabetes erhöht: Depressionen treffen sie doppelt so häufig wie gesunde Menschen. Für Diabetiker eine besondere Herausforderung. Denn sie müssen sich täglich motivieren, um im Leben mit Diabetes Kurs zu halten. Auch mit Ängsten vor Unterzuckerung oder Folgeschäden gilt es klarzukommen. Wichtig ist, dass Sie sich helfen lassen und mit Ihrem Arzt sprechen, wenn Sie ein seelisches Tief oder eine Depression vermuten. Denn geht es Ihnen länger psychisch schlecht, kann das wiederum Ihre Blutzuckerwerte verschlechtern und zu Problemen mit der Behandlung führen.

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