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Richtlinie HKP Inwieweit Verpflichtend

Hallo liebes Expertenteam,

inwieweit ist die HKP Richtlinie für Verordnungen der Krankenkasse bindend?

Angenommen die Kriterien aus HKP 31 (An- und Ausziehen Kompressionsstrümpfe) sind erfüllt (einer so erheblichen Einschränkung der Grob- und Feinmotorik der oberen Extremitäten, usw. usw......)

und das JEWEILS 1x täglich bezieht sich sierlich auf An- und Ausziehen. Also JEWEILS......

 

dann kann ich doch davon ausgehen, dass eine entsprechende Verordnung bei medizinischer Indikation die Behandlungspflege anspricht ung nicht die Grundpflege.

 

Weiterhin kann ich doch davon ausgehen, dass eine Mitarbeiterin/Mitarbeiter (Sachbearbeiter, Sozialversicherungsfachangestellte(r)) diese Richtlinie im Rahmen ihrer/seiner Fachtätigkeit und im Rahmen ihrer/seiner Stellenbeschreibung kennen MUSS/SOLLTE.

Weiterhin kann ich doch dann sicherlich davon ausgehen, dass bei Ablehnung einer solchen Verodnung mit dem Hinweis, dass diese Tätigkeit zur Grundpflege gehört, ein FACHLICHER Fehler seitens der/des Angestellten gemacht wurde und sie/er somit ihren/seinen Job zumindest in Teilen nicht fachgerecht und zum Wohle von Patienten, aber auch im Sinne des Arbeitgebers beherrscht. Ergo entstehen unnötige Kosten zu Lasten der Solidargemeinschaft und zu Lasten des Arbeitgebers.

Ein interessanter Aspekt wäre es natürlich, wenn nach dem Motto "erst mal ablehnen" und bei Widerspruch kann man ja immer noch....... dann wäre aber die Institution Krankenkasse einer genaueren Betrachung ausgesetzt - oder irre ich mich hier.

 

Sich gegen eine einzelne Mitarbeiterin/Mitarbeiter disziplinarisch zu beschweren weil Teile des Jobs fachlich unsachgemäß und zum NICHT-Wohle des Patienten/Solidargemeinschaft/Arbeitgebers ausgeführt würden, hätte sicherlich mehr Erfolg als sich gegen den großen Koloss Krankenkassen-Institution zu beschweren.

 

Jedenfalls um meine Frage diesbezüglich auf den Punkt zu bringen:

Inwieweit ist die Richtlinie HKP (in diesem Fall Nr. 31) für die Instituion Krankenkasse bzw. für die Sachbearbeiter der KK bindend?

Würde auch zukunftsweisend erhebliche nervenaufreibende Telefonate, Rückfragen, Widersprüche ersparen, .......

 

Vielen Dank schon mal

Hallo Jockel 1959

 

Richtlinien, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss geschlossen worden sind, haben zwar keinen Gesetzesrang, jedoch bilden diese die regelhafte Grundlage der Verordnung von Häuslicher Krankenpflege und sind zu beachten und anzuwenden. Bei der Prüfung einer Verordnung von Häuslicher Krankenpflege ist in jedem Einzelfall zu evaluieren, ob die medizinischen Voraussetzungen für eine Versorgung vorliegen. Ferner ist zu prüfen, ob eine Selbstvornahme erfolgen kann oder die Leistung der Häuslichen Krankenpflege durch Angehörige erbracht werden kann.

 

Es gibt unterschiedliche Klassen/Stärken von Kompressionsstrümpfen. Eine Leistung der häuslichen Krankenpflege kommt neben den medizinischen und persönlichen Aspekten erst dann zum Tragen, wenn mindestens die Kompressionsklasse 2 erforderlich ist.

 

Häufig reicht eine Kompressionsklasse 1 aus. Die Kompressionsklasse 1 ist jedoch keine Leistung der Häuslichen Krankenpflege. Sie zählt damit zu den Grundpflegeleistungen. Insofern dürfte die Sachbearbeiterin korrekte Auskünfte gegeben haben , da Sie Ihnen mitgeteilt hat, dass Kompressionsstrümpfe der Klasse 1 zu den Grundpflegeleistungen gehören und nicht über die Solidargemeinschaft der Beitragszahler im Rahmen der Häuslichen Krankenpflege übernommen werden kann.

 

Bitte bedenken Sie, dass wir bei diesem Forum  nur allgemeine Informationen geben und keinerlei individuellen Auskünfte zum medizinischen Einzelfall geben können. Wir emfpehlen Ihnen, sich direkt vor Ort an die Sachbearbeitung der AOK oder an eine Pflegefachkraft der AOK  zu wenden und sich den Sachverhalt erläutern lassen.

 

Ebenfalls können Sie Kontakt zum verordnenden Vertragsarzt aufnehmen, da dieser ebenfalls ausführlich von der Krankenkasse über die Leistungsentscheidung informiert wird.

 

Wir wünschen Ihnen alles Gute.

 

 

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