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Mehr Beratung und Pflegeangebote: Ältere Menschen mit HIV-Infektionen in Nordrhein erhalten künftig mehr Leistungen

Ältere HIV-Infizierte brauchen oft besondere Hilfen im Alltag. Um ihre Versorgung zu verbessern, weiten die AOK Rheinland/Hamburg und die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V. (dagnä) die Gesundheitsleistungen für sie in einem Versorgungsvertrag aus. Dieser startet am 1. Oktober 2020.

Lebensqualität HIV-Kranker im Alter verbessern

In Deutschland leben fast 88.000 Menschen mit einer HIV-Infektion, davon allein 19.300 in Nordrhein-Westfalen. HIV-Infektionen und Aids-Erkrankungen sind bundesweit sehr ungleich verteilt: Knapp 40 Prozent der mit HIV infizierten Menschen leben in Großstädten, besonders in Berlin, Frankfurt am Main, München, Köln, Düsseldorf und Hamburg. HIV-Infektionen und Aids sind unverändert lebensbedrohlich, doch anders als etwa in den 1980er und 1990er Jahren gibt es in Deutschland inzwischen gute Therapiemöglichkeiten und Versorgungsstrukturen für Betroffene.

In der Region Nordrhein soll die Versorgung künftig weiter verbessert werden. Die AOK Rheinland/Hamburg weitet für ihre betroffenen Versicherten die Gesundheitsleistungen in einem Versorgungsvertrag aus. Der gemeinsam mit der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V. (dagnä) geschlossene Vertrag startet am 1. Oktober 2020.

Der Vertrag soll besonders Älteren mehr Leistungen als bisher anbieten. 34 Prozent der mit HIV infizierten Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg sind zwischen 51 und 65 Jahre alt. „Menschen mit HIV leben inzwischen erfreulicherweise deutlich länger, der medizinische Fortschritt ist enorm“, sagt Matthias Mohrmann, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg: „Wir möchten nun vor allem die Lebensqualität HIV-Kranker im Alter verbessern, indem die individuelle Beratung durch den Arzt gefördert wird und zusätzliche Leistungen zur Verfügung gestellt werden. Dadurch können wir nicht zuletzt den Eintritt von Pflegebedürftigkeit hinausschieben – ein großer Gewinn für die Patienten.“

„Die HIV-Versorgung in Deutschland ist beachtlich,“ betont dagnä-Vorstand Dr. med. Stefan Mauss. „Wir realisieren jetzt aber ein Zusatzangebot für ältere HIV-Infizierte, um sie länger in ihrem häuslichen Umfeld zu halten und Alterserkrankungen früher angehen zu können. Die HIV-Schwerpunktärzte werden dabei sowohl als Spezialisten als auch als Lotsen für ihre Patienten gestärkt.“

Ernährungsberatung und Diagnostik bei Osteoporose

Der Versorgungsvertrag sieht für ältere Betroffene mehr Beratung, Behandlung und Versorgung vor, es wird gezielt nach ihren Bedürfnissen geschaut. Diese können sich in vielen Bereichen zeigen: HIV-infizierte Menschen müssen oft zahlreiche Medikamente gleichzeitig einnehmen. Um eventuelle riskante Wechselwirkungen besser abzuklären, können die Patienten durch den neuen Vertrag eine jährliche Evaluation und spezielle Beratung nutzen. Da HIV-infizierte Menschen ein größeres Risiko haben, an Osteoporose zu erkranken, können sie künftig an einer erweiterten Osteoporose-Diagnostik teilnehmen. Auch sollen Betroffene mehr Hilfen im Alltag in Anspruch nehmen können, sei es etwa durch regelmäßige Betreuungsgespräche, an denen auch die Familienangehörigen teilnehmen können oder durch die Einbindung von Haushaltshilfen und/oder Pflegediensten. Versicherte, die durch die HIV-Medikation unter Gewichtsveränderungen leiden, können eine Ernährungsberatung nutzen, deren Kosten die AOK Rheinland/Hamburg übernimmt.

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