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Sofortige Behandlung mit Antibiotika

Bei klinisch ausgeprägten Beschwerden ist eine sofortige Behandlung mit Antibiotika sinnvoll, besonders bei kleineren Kindern. Die Entscheidung, ab wann Antibiotika eingesetzt werden, trifft Ihr Arzt.

Sofortige Behandlung mit Antibiotika

Ob zusätzlich zur Schmerzbehandlung zugleich eine antibiotische Behandlung eingeleitet werden muss, entscheidet der Arzt nach der Ausprägung des Krankheits¬bildes und dem Alter des Kindes.

Allgemein wird in Leitlinien [1-3] empfohlen, eine Antibiotikatherapie der akuten Mittelohrentzündung sofort zu beginnen bei:

  • Säuglingen im Alter unter sechs Monaten
  • Kindern im Alter unter zwei Jahren und beidseitiger akuter Mittelohrentzündung
  • Kindern mit akuter Mittelohrentzündung und Ohrausfluss
  • Kindern mit ausgeprägtem Krankheitsbild: z. B. hohes Fieber (39 °C und höher), anhaltendes Erbrechen und/oder Durchfall, schlechtes Allgemeinbefinden
  • Kindern mit bestimmten Vorerkrankungen oder Risikokonstellationen (z. B. bei Immunschwäche, Voroperationen am Ohr, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte). Ob eine solche Situation vorliegt, sollten die Eltern mit dem behandelnden Arzt individuell besprechen.

Bei Kindern im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren mit leichter einseitiger Erkrankung kann ebenfalls überlegt werden, das Kind zuerst für kurze Zeit engmaschig zu kontrollieren, bevor eine Antibiotikatherapie begonnen wird [1].

Hinweis: Da die Antibiotikatherapie bei akuter Mittelohrentzündung über den gesamten Organismus wirken soll, werden die Medikamente normalerweise über den Mund (oral) eingenommen.

Allgemeine Hinweise zu Nutzen und Risiken von Antibiotika

Antibiotika werden zur Behandlung von Infektionen eingesetzt, die durch Bakterien verursacht werden. Da manche bakterielle Infektionen, wenn man sie nicht behandelt, schwere Erkrankungen hervorrufen können, sind Antibiotika wichtige Medikamente. 

Die Wirkung von Antibiotika zielt darauf ab, die schädlichen Bakterien im Körper abzutöten, beziehungsweise ihr Wachstum zu stoppen. Auf diese Weise kann ein Heilungsprozess einsetzen. Antibiotika wirken allerdings nicht bei Infektionen mit Viren. 

Außer der erwünschten Wirkung können Antibiotika auch Nebenwirkungen und andere unerwünschte Effekte hervorrufen.

Nebenwirkungen von Antibiotika

Antibiotika gelten bei richtiger Einnahme im Allgemeinen als gut verträglich. Zu den typischen Nebenwirkungen vieler antibiotischer Medikamente gehören jedoch Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall sowie Hautausschlag. Magen-Darm-Probleme werden bei etwa einem von zehn behandelten Patienten beobachtet [4]. Allergische Erscheinungen, z. B. in Form von Hautausschlag, treten bei etwa einem von 15 behandelten Patienten auf [4]. 

Resistenzbildung durch Antibiotika

Ein nicht vorschriftsmäßiger Einsatz von Antibiotika birgt die Gefahr, dass sich Gruppen von Bakterien so anpassen beziehungsweise verändern können, dass sie gegenüber diesen Antibiotika unempfindlich (resistent) werden [5-7]. Das führt dazu, dass ein zuvor wirksames Antibiotikum wirkungslos wird.

Das Risiko einer Resistenzbildung kann durch eine übermäßige oder falsche Anwendung von Antibiotika (z. B. bei viralen Infekten) begünstigt werden. Ebenso kann eine unzuverlässige oder verfrüht beendete Einnahme einer verordneten Antibiotikabehandlung zur Entwicklung resistenter Bakterien beitragen [8, 9].

Hinweis zur Einnahmedauer von Antibiotika

Erhält Ihr Kind eine Antibiotikatherapie in Form von Saft oder Tabletten, sollte die Einnahme so lange fortgeführt werden, wie der Arzt es verordnet hat. Das gilt auch dann, wenn die Ohrbeschwerden schon vorher abgeklungen sind. 

Autor und Quellen

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Aktualisiert am: 13.07.2016

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