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Neues klinisches Krebsregister

Verbesserung der onkologischen Versorgung zum Wohle der Patienten. Gemeinsame Presseerklärung.

04.04.2013

Die Versorgung krebskranker Menschen in Hamburg soll durch eine flächendeckende klinische Krebsregistrierung langfristig weiter verbessert werden. Das klinische Krebsregister in Hamburg wird durch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz mit Unterstützung der Ärztekammer Hamburg, der Hamburger Krebsgesellschaft, der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft, der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, der Landesverbände der Krankenkassen und der Ersatzkassen sowie des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. realisiert.

Nachdem der Bundesrat der rechtlichen Grundlage zugestimmt hat, können nun bundesweit klinische Krebsregister nach einheitlichen Rahmenvorgaben Realität werden. Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks hat dazu mit Vertretern der genannten Beteiligten eine gemeinsame Erklärung zur flächendeckenden klinischen Krebsregistrierung in Hamburg unterzeichnet. Damit wird eine strukturierte, kontinuierlich aktualisierte und bundesweit vergleichbare Datengrundlage zur Beurteilung von Erstdiagnose, Therapie, Verlauf und Ergebnis bei Krebspatienten in Hamburg geschaffen.

„Wir haben in Hamburg bereits ein hervorragendes epidemiologisches Krebsregister. Der Ausbau zu einem klinischen ist deshalb nur konsequent und ein Meilenstein für eine noch bessere Krebsbehandlung in Hamburg", so Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. „Wir schaffen damit Transparenz darüber, wo und mit welchen Behandlungsmethoden Krebs erfolgreich behandelt wird."

„Wir begrüßen die Weiterentwicklung des Krebsregisters. Wir Ärzte halten insbesondere die Vergleichbarkeit der Daten für wichtig, um Verbesserungen in der Versorgung zu erzielen. Die onkologische Versorgung, die sich in Hamburg durch eine Fülle spezialisierter Diagnostik, Therapie und Nachsorgeangebote auszeichnet, wird davon profitieren", sagt Klaus Schäfer, Vizepräsident der Ärztekammer Hamburg.

Peter Oberreuter, 2. Vorsitzender der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft: „Die Hamburgische Krankenhausgesellschaft begrüßt den sektorenübergreifende Startschuss des Senats für die regionale Qualitätssicherung der onkologischen Versorgung. Viele Qualitätsdaten werden in den Krankenhäusern bereits routinemäßig erhoben. Um zusätzliche Datenerhebung zu vermeiden, sollten alle Synergieeffekte geprüft werden."

Auch die Krankenkassen und ihre Verbände in Hamburg begrüßen es, dass die Hansestadt die Initiative aufgenommen hat, um Strukturen für eine flächendeckende klinische Krebsregistrierung zu schaffen. Die Datensammlung bietet aus Sicht der Krankenkassen die große Chance, Neuerkrankungen künftig gezielter und frühzeitiger zu bekämpfen und damit die Situation der Patienten zu verbessern. Die Kassen finanzieren den Betrieb der klinischen Krebsregistrierung zum größten Teil.

Dr. Norbert Loskamp, Medizinischer Leiter des Verbands der Privaten Krankenversicherung: „Für uns ist es sehr wichtig, dass das Ziel der Verbesserung der Behandlung krebskranker Menschen für alle Patienten unabhängig vom Versicherungsstatus – gesetzlich oder privat - gewährleistet werden soll."

"Die Hamburger Krebsgesellschaft erwartet von der Einführung eines klinischen Krebsregisters die Verbesserung der Qualität der Behandlung, eine Unterstützung der Wissenschaft und die Schaffung von Grundlagen für gesundheitspolitische Entscheidungen. Damit erfüllt sich nach jahrzehntelangem Bemühen endlich die Forderung der Onkologen", so Prof. Dr. Ulrich R. Kleeberg, Vorsitzender der Hamburger Krebsgesellschaft.

In Hamburg erfahren jedes Jahr über 10.000 Menschen die Diagnose Krebs, fast 5.000 Menschen sterben jährlich an einer Krebserkrankung. Objektive und vergleichbare Informationen zu Krebsdiagnostik und Therapie können den Behandlern Rückmeldungen zum Ergebnis geben, Versorgungsforschung ermöglichen und die therapeutischen Möglichkeiten verbessern. Die Informationen sollen regelmäßig ausgewertet und im Rahmen onkologischer Qualitätskonferenzen interpretiert werden. Dafür müssen Informationen zu Diagnose, Therapie und Krankheitsverlauf in Krankenhäusern und Praxen dokumentiert und systematisch an das Krebsregister übermittelt werden.

Der Hamburger Senat hatte die Schaffung eines klinischen Krebsregisters bereits zum Regierungsantritt in sein Programm aufgenommen und darauf gedrängt, dass die Bundesregierung die notwendigen inhaltlichen und finanziellen Rahmenbedingungen in einem Gesetz zur klinischen Krebsregistrierung verbindlich festlegt. Dieses verpflichtet die Bundesländer mit engen zeitlichen Vorgaben zur flächendeckenden Einrichtung klinischer Krebsregister. Schon im kommenden Jahr soll damit begonnen werden, die Therapie- und Verlaufsdaten der onkologischen Patienten zu erfassen und zusammenzuführen.

Da die klinische Krebsregistrierung vor allem der Qualitätssicherung dient, wird ihr Betrieb zu 90 Prozent aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung finanziell gefördert, die privaten Krankenkassen haben ihre finanzielle Beteiligung für privat Versicherte ebenfalls zugesagt. Die Deutsche Krebshilfe hat sich darüber hinaus bereit erklärt, einen maßgeblichen Beitrag für einmalige Investitionskosten zu leisten. Die Länder sollen insgesamt jeweils zehn Prozent der Kosten übernehmen sowie ihre erfolgreich aufgebaute und etablierte epidemiologische Krebsregistrierung weiterführen. In Hamburg sind für die Realisierung des klinischen Krebsregisters im Haushalt 2013/14 jeweils bereits 500.000 Euro vorgesehen.


Ansprechpartner für die Presse:

Federführung:
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Stefanie Kreiss
Telefon: 040 413298-20
E-Mail: stefanie.kreiss@vdek.com

Pressestelle der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
Rico Schmidt
Telefon: 040 428 37-2332
E-Mail: pressestelle@bgv.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/bgv

AOK Rheinland/Hamburg
André Maßmann M.A.
Telefon: 0211 8791-1262
E-Mail: andre.massmann@rh.aok.de