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Neue Herausforderungen für die Krebs-Selbsthilfe: Krebs-Selbsthilfegruppenleiter zum landesweiten Informations- und Erfahrungsaustausch in Mülheim

Zum dritten Mal trafen sich in NRW die Leiter von Selbsthilfegruppen

Hinter dem Begriff „Krebs-Selbsthilfe“ steht heute weit mehr als die selbstorganisierten Treffen von Betroffenen. Die Unterstützung durch Selbsthilfeangebote findet in regionalen Gruppen, am Telefon, im Internet und jetzt auch fest eingebunden in onkologischen Behandlungszentren statt. Die Selbsthilfe ist vielfältiger und anspruchsvoller, aber zugleich auch arbeitsintensiver geworden. Welche neuen Aufgaben, Chancen und zusätzlichen Belastungen die unterschiedlichen Einsatzgebiete mit sich bringen, diskutierten am vergangenen Wochenende die Teilnehmer der dritten landesweiten Krebs-Selbsthilfetagung NRW in Mülheim an der Ruhr.

Organisiert von der Krebsgesellschaft NRW, der AOK Rheinland/Hamburg und der AOK Westfalen-Lippe nutzten mehr als
70 Leiterinnen und Leiter örtlicher Krebs-Selbsthilfegruppen das breite Spektrum an Vorträgen und Workshops, um Neues zu
erfahren und Anregungen für die Gruppenarbeit zu sammeln.

Die Anforderungen an die ehrenamtlich tätigen Gruppen sind heute höher als je zuvor. „Steigende Erkrankungszahlen, aber auch der zunehmend größer werdende Informations- und Beratungsbedarf der Betroffenen machen die Selbsthilfe zu einem notwendigen Bestandteil unseres Gesundheitssystems“, so der Vorsitzende der Krebsgesellschaft NRW Prof. Dr. Hans Georg Bender. Dies zeigt sich auch in neu geschaffenen Versorgungsstrukturen. So muss beispielsweise jede Klinik, die eine Zertifizierung als Brust-, Darm- oder Prostatakrebszentren erlangen will, eine Anbindung an eine örtliche Selbsthilfegruppe sicherstellen. „Für die Selbsthilfegruppen ergeben sich durch die Arbeit in den Zentren neue Möglichkeiten, aber auch viele Fragen. Unser Beitrag als Krebsgesellschaft ist es nun, die Gruppen auf dem Weg in die onkologischen Zentren zu
unterstützen“, so Bender.

„Gerade Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter werden durch die Entwicklungen unseres Gesundheitssystems und den Wunsch nach mehr Patientenautonomie vor zahlreiche Herausforderungen gestellt, die sie oftmals an die Grenze ihrer Belastbarkeit als Ehrenamtler bringen. Die AOK möchte daher gerade sie bei ihrer Arbeit unterstützen, u.a. durch die Krebs-Selbsthilfetagung in Mülheim“, erklärte Cornelia Prüfer-Storcks, Mitglied des Vorstands der AOK Rheinland/Hamburg.

Die beiden AOKn und die Krebsgesellschaft NRW arbeiten seit vielen Jahren eng mit den regionalen Selbsthilfegruppen zusammen, somit sind ihnen viele Fragen und manche Schwierigkeiten bekannt.

"Wir begrüßen den regelmäßigen Erfahrungsaustausch in den Selbsthilfegruppen außerordentlich. Er bietet praktische Lebenshilfe und ermöglicht den Betroffenen wichtige soziale Kontakte", erläutert Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender der AOK Westfalen-Lippe." In der zweijährlich stattfindenden landesweiten Krebs-Selbsthilfetagung für die Leitungsteams sehen die Organisatoren vor allem auch eine fachliche Hilfestellung, die den Selbsthilfegruppen neue Impulse für die umfangreichen Aufgaben geben kann.

Die Anfänge der Selbsthilfe für Krebsbetroffene reichen bis in die 1970er Jahre zurück. Seitdem ist ihre Bedeutung für das gesundheitliche Versorgungssystem stetig gewachsen. Heute engagieren sich in Nordrhein-Westfalen rund 400 Krebs-Selbsthilfegruppen. Neben den ambulanten, stationären und rehabilitativen professionellen Leistungen, gilt die Selbsthilfe in der gesundheitspolitischen Diskussion mittlerweile als „vierte Säule im Gesundheitswesen".