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Nächtliches Zähneknirschen:

Oft hilft die "Brille" für das Gebiss

"Daran hat er noch zu beißen" lautet eine Redensart. Gemeint ist, dass der Betroffene ein schwieriges Problem zu lösen hat. Viele Menschen verarbeiten psychischen Druck und Konflikte tatsächlich mit ihrem Gebiss: Sie knirschen mit den Zähnen, häufig auch im Schlaf. Die meisten Betroffenen merken gar nicht, dass sie die Zähne aufeinander pressen. Beim nächtlichen Zähneknirschen wird ein wesentlich höherer Druck auf die Zähne ausgeübt als beim normalen Kauen. Die Anspannungsphasen dauern bis zu einer Dreiviertelstunde.

Nach dem Aufwachen schmerzen häufig Kopf, Kiefergelenke und Nacken. Weitere Folgen der nächtlichen Problembewältigung sind Schäden an den Kauflächen der Zähne, die der Zahnarzt anhand der sogenannten "Schliff-Facetten" feststellen kann. Später können durch den ständigen Pressdruck auch Muskelkater, Verhärtungen der Kaumuskulatur und Schäden an den Kiefergelenken auftreten. Im Extremfall können die Betroffenen den Mund nur noch unter Schmerzen öffnen.

Schwierige Lebensumstände und seelische Belastungen wie Angst, Zweifel oder Wut können Auslöser für Zähneknirschen sein. Auch Fehlstellungen der Zähne, schlecht sitzende Füllungen, Kronen, Brücken und Prothesen können der Grund für einen leicht verschobenen Unterkiefer und damit für Zähneknirschen sein. Wer das Zähneknirschen loswerden will, muss zunächst vom Arzt klären lassen, ob psychische oder organische Gründe die Ursache darstellen. Stehen psychisch-seelische Konflikte im Vordergrund, können Entspannungstechniken wie Autogenes Training helfen, das Abschalten zu lernen. Der erste Schritt, um mit dem Zähneknirschen aufzuhören, ist sicher, sich über die eigene Situation und Belastungen und Probleme klar zu werden. Dafür kann schon ein Gespräch mit dem Hausarzt hilfreich sein.

Der Zahnarzt sollte untersuchen, ob Mängel im Zahn-, Mund- und Kieferbereich das nächtliche Knirschen verursachen. Zur Vermeidung von weitergehenden Schäden kann er eine "Knirscher-Schiene" anfertigen lassen, die beim Schlafen getragen wird. Eine solche Aufbisshilfe ist eine Art "Brille" für das Gebiss.