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Krankenkassen betonen: Hausärzte in NRW verletzen ihre vertragsärztlichen Pflichten

Gemeinsame Presseerklärung: Unverständnis über heutigen Protesttag

Die gesetzlichen Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen lehnen Praxisschließungen von Hausärzten als Druckmittel, um eigene Honorarforderungen durchzusetzen, mit aller Entschiedenheit ab. Angesichts des heutigen Protesttages der Hausärzteverbände Nordrhein und Westfalen-Lippe weisen die Krankenkassen darauf hin, dass es bei der anstehenden bundesgesetzlichen Regelung zu Hausarztverträgen nicht um Kürzungen gehe. Ziel sei es aber, exorbitante Honorarsteigerungen ohne Mehrleistungen zu begrenzen. Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, betonte: „Im Vordergrund kann nur stehen, Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung für eine bessere Versorgung der eingeschriebenen Patienten zu nutzen. Ein Hausarztvertrag darf aber nicht als Vehikel zur Einkommensverbesserung der Hausärzte missbraucht werden.“

Die Krankenkassen sehen in den vielfachen Praxisschließungen einen Verstoß gegen ärztliche Pflichten. An die Landesregierung ging der Appell, dagegen einzuschreiten. Die Krankenkassen erklärten, die Forderung der Hausärzte nach höheren Honoraren dürfte nicht auf dem Rücken der Patienten durchgesetzt werden. „Wer hilfesuchende Patienten aussperrt, der handelt zutiefst unsozial“, so Andreas Hustadt, Leiter der Landesvertretung NRW des Verbandes der Ersatzkassen.

Gleichzeitig wiesen die Krankenkassen darauf hin, dass das Honorar der niedergelassenen Ärzte in Nordrhein und Westfalen-Lippe nach aktuellen Zahlen des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung zwischen 2007 und 2009 um 9,4 Prozent bzw. 15,2 Prozent erhöht wurde. Für die gesetzlichen Krankenkassen in Nordrhein und Westfalen-Lippe bedeutete dies aus dem Beitragsaufkommen ihrer Mitglieder eine Zusatzzahlung von insgesamt 680 Millionen Euro. Hausärzte verdienen heute durchschnittlich 10.000 Euro im Monat (brutto nach Abzug aller Praxiskosten). Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat vor kurzem darauf hingewiesen, dass die hausärztlich tätigen Mediziner im Bundesdurchschnitt inzwischen mit einem Praxiseinkommen von 206.000 Euro p.a. vor den fachärztlich tätigen Mediziner mit einem Praxiseinkommen von 202.000 Euro liegen.

Was man wissen muss: Die Honorarforderungen der Hausärzteverbände in den Schiedsverfahren zum Hausarztvertrag würden zu einer Steigerung der Gesamtausgaben von 74 Prozent gegenüber den heutigen Gesamtausgaben der Krankenkassen für die hausärztliche Versorgung führen.
AOK Rheinland/Hamburg
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