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Krankenhausplanung: Handlungsbedarf für NRW

Jeder fünfte Krankenhausaufenthalt vermeidbar

29.02.16

Jeder fünfte Krankenhausaufenthalt ist durch eine effektive ambulante Versorgung vermeidbar, so die Gesundheitsökonomin Prof. Dr. Leonie Sundmacher im aktuellen Krankenhaus-Report des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIdO). 

3,7 Millionen der bundesweit 18,6 Millionen Krankenhausfälle im Jahr 2012 hätten durch eine qualitativ hochwertige, kontinuierliche Behandlung von Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie eine effektive Akutbehandlung im ambulanten Sektor verhindert werden können. Bei chronischen Herzleiden wie ischämischen Herzerkrankungen oder einer Herzinsuffizienz wären durch eine adäquate Versorgung im ambulanten Sektor zwei von drei Klinikaufenthalten vermeidbar; bei Rückenschmerzen oder HNO-Infektionen sind es sogar mehr als 80 Prozent der Fälle.

„Im internationalen Vergleich nimmt Deutschland mit über 200 Krankenhäusern je 10 Millionen Einwohner einen Spitzenplatz ein. Im Verhältnis zu seiner Bevölkerungsdichte ist die Krankenhausdichte in Nordrhein-Westfalen sowohl im nationalen als auch im internationalen Vergleich auffällig hoch. Die Niederlande kommen bei einer ähnlichen Bevölkerungsdichte mit etwa einem Drittel der Krankenhäuser aus“, so Prof. Dr. Boris Augurzky, Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und Mitautor des Krankenhaus-Reports. „Dieser Vergleich macht deutlich, dass eine Bündelung der Krankenhausstandorte in nennenswerter Größenordnung möglich wäre, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Die effektive Nutzung der Mittel des Strukturfonds und die Weiterentwicklung der ambulanten Strukturen in einem sektorenübergreifenden Sinne sind notwendig, um dieses Potenzial zu heben“, so Augurzky weiter.

„Hier gibt es Handlungsbedarf“, so Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. „NRW sollte die Chancen einer vorausschauenden Krankenhausplanung, das heißt einer sektorenübergreifenden, bedarfsgerechten Versorgungsplanung nutzen.“

Pressekontakt

AOK Rheinland/Hamburg
Die Gesundheitskasse
Stabsstelle Presse
Dr. Ellen von Itter
E-Mail: ellen.vonitter@rh.aok.de
Telefon: 0211 8791-1038
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