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Knie, Hüfte, Gallenblase:

AOK-Untersuchung nennt die besten Krankenhäuser im Rheinland.

22.09.2011

Der Ersatz eines Knie- oder Hüftgelenks sowie die Entfernung der Gallenblase verlaufen im Krankenhaus nicht immer ohne Komplikationen. Bei der Prüfung der Komplikationsfälle zeigen sich dann unter den Kliniken im Rheinland deutliche Qualitätsunterschiede. Dazu untersuchte die AOK Rheinland/Hamburg mit einem systematischen Verfahren, der Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR), zum zweiten Mal alle Krankenhäuser im Rheinland mit mehr als 30 AOK-Behandlungsfällen zwischen 2007 und 2009, gefolgt vom Jahr 2010 als Komplikations-Beobachtungsjahr. Das Gesamtergebnis über das Abschneiden der Krankenhäuser wird jetzt wieder im Internet zugänglich gemacht. Es zeigte sich, dass sich der Anteil der Kliniken im Rheinland, die in diesem Bereich eine überdurchschnittliche Qualität aufweisen, nicht verbessert hat. Zuletzt hatte die AOK die Behandlungsfälle der Jahre 2006 bis 2008 untersucht.

Das Ergebnis im Rheinland: Bei den planbaren Operationen zum Ersatz eines Hüftgelenks schnitten 20 von 94 geprüften Krankenhäusern überdurchschnittlich gut ab und gehören zu den besten 20 Prozent der Kliniken in Deutschland. Hier wurden ca. 12 000 Fälle berücksichtigt. Bei den planbaren Operationen für ein künstliches Kniegelenk erreichten zwölf von 93 untersuchten Kliniken (ca. 11 500 Fälle) eine überdurchschnittliche Bewertung und zählen damit zu den 20 Prozent der besten Häuser in Deutschland. Untersucht wurden auch Hüftersatz-Operationen nach einer Fraktur (nicht-planbare OP, ca. 9000 Fälle). Hier erreichten 18 von 126 Krankenhäusern im Rheinland eine überdurchschnittliche Bewertung.

Erstmals gehörte auch die Gallenblasen-Entfernung wegen Gallensteinen zum Untersuchungsbereich. Von 135 geprüften Kliniken (ca. 14 500 Fälle berücksichtigt) wiesen 20 eine überdurchschnittliche Bewertung auf und kamen damit unter die besten 20 Prozent im Bundesgebiet.

Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, erklärte: "Mit der Veröffentlichung dieser Ergebnisse im AOK-Gesundheitsnavigator wollen wir unseren Versicherten und den niedergelassenen Ärzten im Rheinland eine Orientierungshilfe geben, welche medizinische Qualität die Krankenhäuser bei diesen häufig vorkommenden Operationen aufweisen. Das Prüfverfahren ist abgesichert und zuverlässig."

Anhand von Krankenhaus-Abrechnungsdaten wird die Krankheitsgeschichte eines AOK-Versicherten mit einem künstlichen Knie- oder Hüftgelenk sowie nach Entfernung der Gallenblase wegen Gallensteinen über ein Jahr nach der Operation analysiert. Das QSR-Verfahren wurde wesentlich vom Wissenschaftlichen Institut der Ortskrankenkassen (WIdO) entwickelt. Gegenüber der ersten Auswertung aus dem Herbst 2010 gehört jetzt eine verbesserte Risikoabschätzung der Patienten mit Blick auf Alter und Geschlecht sowie zahlreiche Begleiterkrankungen dazu, die in das Ergebnis eingeht. Dann erfolgt die Einstufung eines Krankenhauses in "überdurchschnittliche" Qualität, d. h. die besten 20 Prozent im Bund, "durchschnittliche" Qualität, d. h. die mittleren 60 % im Bund, sowie "unterdurchschnittliche" Qualität, d. h. die schlechtesten 20 % im Bund.

Untersuchung von vier Operationsgebieten

Bei den Hüftgelenk-Ersatzoperationen erhielten folgende Krankenhäuser die Bestbewertung ("überdurchschnittlich"), alphabetische Reihenfolge der Orte:

Marienhospital Aachen, Marien-Krankenhaus Bergisch-Gladbach, Gemeinschaftskrankenhaus Bonn, St. Josef-Hospital Bonn, Florence-Nightingale-Krankenhaus Düsseldorf, Evangelisches Krankenhaus Bethesda Duisburg, Malteser Krankenhaus St. Johannes Stift Duisburg, Kliniken Essen-Süd – Ev. Krankenhaus Essen-Werden, Marienhospital Kevelaer, Dreifaltigkeits-Krankenhaus Köln, Krankenhaus der Augustinerinnen Köln, St. Remigius-Krankenhaus Opladen, Leverkusen, Kreiskrankenhaus Mechernich, St. Elisabeth-Hospital Meerbusch-Lank, Krankenhaus Neuwerk Mönchengladbach, Rheintor-Klinik Neuss, Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg, St. Josef-Hospital Troisdorf, LVR-Klinik für Orthopädie Viersen, Medizinisches Zentrum StädteRegion Aachen, Würselen.

Bei Operationen für ein künstliches Kniegelenk schnitten folgende Krankenhäuser am besten ab ("überdurchschnittlich"), alphabetische Reihenfolge der Orte:

Marienhospital Aachen, St. Hubertus-Stift Bedburg, Marien-Krankenhaus Bergisch-Gladbach, Vinzenz-Pallotti-Hospital Bergisch-Gladbach, Krankenhaus Düren, Krankenhaus Neuwerk Mönchengladbach, St. Josef-Krankenhaus Moers, St. Elisabeth-Hospital Meerbusch-Lank, Städtisches Krankenhaus Nettetal, Rheintor-Klinik Neuss, St. Josef-Hospital Troisdorf, Krankenhaus St. Josef Wuppertal.

Bei dem Hüftgelenks-Ersatz nach Hüftfraktur erreichten folgende Krankenhäuser die Bewertung "überdurchschnittlich", alphabetische Reihenfolge der Orte:

St. Hubertus-Stift Bedburg, Marien-Krankenhaus Bergisch-Gladbach, Gemeinschaftskrankenhaus Bonn, Malteser-Krankenhaus Bonn/Rhein-Sieg, Kreiskrankenhaus Dormagen, Marien-Hospital Düsseldorf, St. Vinzenz-Krankenhaus Düsseldorf, Evangelisches Krankenhaus Bethesda Duisburg, Alfried-Krupp-Krankenhaus Rüttenscheid, Essen, Städtisches Krankenhaus Heinsberg, St. Elisabeth Krankenhaus Jülich, Heilig Geist-Krankenhaus Köln, St. Martinus-Krankenhaus Langenfeld, Evangelisches Krankenhaus Mettmann, Krankenhaus Neuwerk Mönchengladbach, Städtische Kliniken Mönchengladbach, St. Josef-Krankenhaus Moers, Allgemeines Krankenhaus Viersen.

Bei der Gallenblasen-Entfernung wegen Gallensteinen erhielten folgende Krankenhäuser die Bestbewertung ("überdurchschnittlich"), alphabetische Reihenfolge der Orte: Malteser-Krankenhaus Bonn/Rhein-Sieg, Dominikus-Krankenhaus Düsseldorf, Evangelisches Krankenhaus Bethesda Duisburg, Malteser Krankenhaus St. Anna Duisburg, Katholische Kliniken Oberberg Engelskirchen, Kreiskrankenhaus Grevenbroich, St. Josefs-Krankenhaus Hilden, Sana Krankenhaus Hürth, St. Franziskus-Hospital Köln, Helios Klinik Hüls, Krefeld, St. Josefshospital Uerdingen, Krefeld, Evangelisches Krankenhaus Mettmann, St. Josef-Krankenhaus Moers, Katholische Kliniken Oberhausen, St. Clemens Hospitale Sterkrade, Oberhausen, St. Josef-Hospital Troisdorf, Krankenhaus Wermelskirchen, Marien-Hospital Wesel, Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling, Helios Klinikum Wuppertal.

Die AOK Rheinland/Hamburg will die Ergebnisse auch zu einer intensiveren Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern nutzen, die in puncto Qualität am besten dastehen. AOK-Chef Wilfried Jacobs: "Medizinische Qualität muss eine größere Rolle auch bei den Verträgen mit uns als gesetzlicher Krankenkasse spielen." Kritisch betrachtet Jacobs die hohe Zahl der planbaren Knie- und Hüftgelenk-Operationen: "Es deutet einiges darauf hin, dass teilweise zu schnell operiert wird."

Eine Kniegelenksoperation kostet im Durchschnitt 7700 Euro, bei der Hüftgelenksoperation sind es durchschnittlich 7200 Euro, während die Gallenblasen-Entfernung je nach Operationsmethode zwischen 2700 und 5000 Euro kostet. Bei einer gravierenden Komplikation, die eine neue Operation und den Austausch eines eingesetzten künstlichen Gelenks erfordert, betragen die Kosten ca. 10 000 Euro, in besonders gravierenden Fällen belaufen sich die stationären Folgekosten auf bis zu 50 000 Euro.

Die Ergebnisse der Qualitätsuntersuchung der AOK Rheinland/Hamburg für die Knie- und Hüft-Endoprothese sowie Hüft-Ersatz nach Fraktur und Gallenblasen-Entfernung stehen ab 22. September 2011 im Internet unter www.aok-gesundheitsnavi.de (Link "Krankenhaus") zur Verfügung.

Pressekontakt

AOK Rheinland/Hamburg
Die Gesundheitskasse
Stabsstelle Presse
André Maßmann
E-Mail: andre.massmann@rh.aok.de
Telefon: 0211 8791-1262
Telefax: 0211 8791-1232