Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK Rheinland/Hamburg
Ort/Kasse korrigieren
Geschäftsstellen werden geladen ...

Knie, Hüfte, Gallenblase:

AOK-Untersuchung nennt die besten Krankenhäuser in Hamburg.

22.09.2011

Der Ersatz eines Knie- oder Hüftgelenks sowie die Entfernung der Gallenblase verlaufen im Krankenhaus nicht immer ohne Komplikationen. Bei der Prüfung der Komplikationsfälle zeigen sich dann unter den Kliniken in Hamburg deutliche Qualitätsunterschiede. Dazu untersuchte die AOK Rheinland/Hamburg mit einem systematischen Verfahren, der Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR), zum zweiten Mal alle Krankenhäuser in Hamburg mit mehr als 30 AOK-Behandlungsfällen zwischen 2007 und 2009, gefolgt vom Jahr 2010 als Komplikations-Beobachtungsjahr. Das Gesamtergebnis über das Abschneiden der Krankenhäuser wird jetzt im Internet zugänglich gemacht.

Das Ergebnis in Hamburg: Bei den planbaren Operationen zum Ersatz eines Hüftgelenks schnitt eins von 17 geprüften Krankenhäusern überdurchschnittlich gut ab (ca. 2100 Fälle berücksichtigt) und gehört zu den besten 20 Prozent der Kliniken in Deutschland. Bei den planbaren Operationen für ein künstliches Kniegelenk erreichten zwei von 16 untersuchten Kliniken eine überdurchschnittliche Bewertung (ca. 1800 Fälle) und zählen damit zu den 20 Prozent der besten Häuser im Bund. Untersucht wurden auch Hüftersatz-Operationen nach einer Fraktur (nicht-planbare OP, ca. 1600 Fälle). Hier erreichten drei von 16 Krankenhäusern in Hamburg eine überdurchschnittliche Bewertung. Erstmals gehörte auch die Gallenblasen-Entfernung wegen Gallensteinen zum Untersuchungsbereich. Von 17 geprüften Kliniken (ca. 1800 Fälle) wies ein Haus eine überdurchschnittliche Bewertung auf und kam damit unter die besten 20 Prozent.

Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, erklärte: "Mit der Veröffentlichung dieser Ergebnisse im AOK-Gesundheitsnavigator wollen wir unseren Versicherten und den niedergelassenen Ärzten in Hamburg eine Orientierungshilfe geben, welche medizinische Qualität die Krankenhäuser bei diesen häufig vorkommenden Operationen aufweisen. Das Prüfverfahren ist abgesichert und zuverlässig."

Anhand von Krankenhaus-Abrechnungsdaten wird die Krankheitsgeschichte eines AOK-Versicherten mit einem künstlichen Knie- oder Hüftgelenk sowie nach Entfernung der Gallenblase wegen Gallensteinen über ein Jahr nach der Operation analysiert. Das QSR-Verfahren wurde wesentlich vom Wissenschaftlichen Institut der Ortskrankenkassen (WIdO) entwickelt. Eine verbesserte Risikoabschätzung der Patienten mit Blick auf Alter und Geschlecht sowie zahlreiche Begleiterkrankungen gehört dazu. Sie geht in das Ergebnis ein. Dann erfolgt die Einstufung eines Krankenhauses in "überdurchschnittliche" Qualität, d. h. die besten 20 Prozent im Bund, "durchschnittliche" Qualität, d. h. die mittleren 60 % im Bund, sowie "unterdurchschnittliche" Qualität, d. h. die schlechtesten 20 % im Bund.

Untersuchung von vier Operationsgebieten

Bei den Hüftgelenk-Ersatzoperationen erhielt die ENDO-Klinik in Hamburg die Bestbewertung ("überdurchschnittlich").

Bei den Operationen für ein künstliches Kniegelenk schnitten die ENDO-Klinik Hamburg und die Praxis-Klinik Bergedorf in Hamburg am besten ab ("überdurchschnittlich").

Bei dem Hüftgelenks-Ersatz nach Hüftfraktur erreichten folgende Krankenhäuser die Bewertung "überdurchschnittlich" (alphabetische Reihenfolge): Evangelisches Amalie-Sieveking-Krankenhaus, Katholisches Marienkrankenhaus und Schön Klinikum Eilbek.

Bei der Gallenblasen-Entfernung wegen Gallensteinen erhielt das Universitätsklinikum Eppendorf die Bestbewertung ("überdurchschnittlich").

Die AOK Rheinland/Hamburg will die Ergebnisse auch zu einer intensiveren Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern nutzen, die in puncto Qualität am besten dastehen.

AOK-Chef Wilfried Jacobs: "Medizinische Qualität muss eine größere Rolle auch bei den Verträgen mit uns als gesetzlicher Krankenkasse spielen." Kritisch betrachtet Jacobs die hohe Zahl der planbaren Knie- und Hüftgelenk-Operationen: "Es deutet einiges darauf hin, dass teilweise zu schnell operiert wird."

Eine Kniegelenksoperation kostet im Durchschnitt 7700 Euro, bei der Hüftgelenksoperation sind es durchschnittlich 7200 Euro, während die Gallenblasen-Entfernung je nach Operationsmethode zwischen 2700 und 5000 Euro kostet. Bei einer gravierenden Komplikation, die eine neue Operation und den Austausch des eingesetzten künstlichen Gelenks erfordert, betragen die Kosten ca. 10 000 Euro, in besonders gravierenden Fällen belaufen sich die stationären Folgekosten auf bis zu 50 000 Euro.

Die Ergebnisse der Qualitätsuntersuchung der AOK Rheinland/Hamburg für die Knie- und Hüft-Endoprothese sowie Hüft-Ersatz nach Fraktur und Gallenblasen-Entfernung stehen ab 22. September 2011 im Internet unter www.aok-gesundheitsnavi.de (Link "Krankenhaus") zur Verfügung.

Pressekontakt

AOK Rheinland/Hamburg
Die Gesundheitskasse
Stabsstelle Presse
André Maßmann
E-Mail: andre.massmann@rh.aok.de
Telefon: 0211 8791-1262
Telefax: 0211 8791-1232