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Hilfe für Schwerstkranke durch spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) in Solingen

Auch in Solingen können schwerstkranke und sterbende Menschen jetzt umfassend in ihrer häuslichen Umgebung betreut werden.

01.09.2014

Ermöglicht wird dies durch den Vertragsabschluss über die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Die Patienten können somit künftig auf ihren Wunsch zu Hause sorgsam medizinisch und pflegerisch – bei Bedarf auch rund um die Uhr – versorgt werden. Der letzte Lebensabschnitt wird so im vertrauten Umfeld verbracht – und nicht im Krankenhaus oder in einem Hospiz. Ziel der Palliativ-Medizin ist die Schmerzlinderung bei Patienten mit schwersten, unheilbaren Erkrankungen.  

Das Palliative-Care-Team „SAPV-Team Solingen“ bietet im Rahmen des bestehenden Vertrages ab dem 1. September 2014 eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung für die gesamte Stadt Solingen an. Damit wird eine Einwohnerzahl von über 155 000 Menschen abgedeckt.

Die gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein, die diesen Vertrag unter Federführung der AOK Rheinland/Hamburg mit dem Palliative-Care-Team abgeschlossen haben, begrüßten das Verhandlungsergebnis im Sinne der Schwerstkranken unter den Versicherten. Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, erklärte: „Patienten, die dies wünschen, werden einen schnellen, unbürokratischen Zugang zu dieser hochwertigen Versorgung bekommen. Für die Krankenkassen ist dies kein Wettbewerbsfeld.“ Im Vordergrund stehe eine optimale Versorgung. „Es ist außerordentlich erfreulich, dass wir es in Nordrhein geschafft haben, nahezu flächendeckend die bundesweit beste Palliativversorgung für die Patienten zu etablieren“, sagte Dr. Peter Potthoff, Vorsitzender der KV Nordrhein.

Beteiligt sind neben der AOK Rheinland/Hamburg und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein die Ersatzkassen (BARMER GEK, TK, DAK-Gesundheit, KKH, HEK, Handelskrankenkasse) im Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek), der BKK-Landesverband NORDWEST mit 73 teilnehmenden BKKn, die IKK classic sowie die Knappschaft und die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau.

Für die Versorgung in diesem Einzugsgebiet stehen sechs qualifizierte Palliativ-Ärzte (niedergelassene und stationär tätige Mediziner) aus den Fachgebieten Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Psychotherapie, Anästhesiologie und Chirotherapie bereit. Dazu kommen acht qualifizierte Palliativ-Pflegefachkräfte des Pflegedienstes Medicus und des Diakonischen Werks Bethanien-Mobil.

Zum Hintergrund: Etwa zehn Prozent aller Sterbenden benötigen eine besonders aufwändige, spezialisierte Versorgung. Um dies in häuslicher Umgebung zu ermöglichen, setzt die SAPV auf je ein Palliative-Care-Team innerhalb bestehender Strukturen der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung in Nordrhein. SAPV-Verträge bestehen bisher in der Städteregion Aachen, in Bonn, Düren, Duisburg, Düsseldorf, Dormagen, Essen, Köln, im Kreis Mettmann, im Rhein-Sieg-Kreis, im Rheinisch-Bergischen Kreis, im Kreis Heinsberg, in den Kreisen Kleve und Wesel sowie in Leverkusen, Mönchengladbach, Oberhausen, Solingen und Wuppertal.

Ein Palliative-Care-Team besteht aus mindestens drei qualifizierten Palliativ-Ärzten und mindestens vier Palliativ-Pflegefachkräften. Voraussetzung für die Teilnahme an der Versorgung ist neben der Qualifikationsanforderung die Sicherstellung einer 24-Stunden-Bereitschaft an sieben Tagen in der Woche. Dazu kommen Kooperationen mit ambulanten Hospizen und Apotheken.

Hat der Patient vom Haus-, Fach- oder Krankenhaus-Arzt eine Verordnung bekommen, besucht das Palliative-Care-Team den Kranken zu Hause und plant die optimale häusliche Versorgung unter Einbeziehung des bisher betreuenden Haus- oder Facharztes. Dieser kann auch weiter in die Versorgung eingebunden werden.

Die AOK Rheinland/Hamburg ist mit rund 2,9 Millionen Versicherten die siebtgrößte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland. Im Rheinland und in Hamburg stehen 109 Geschäftsstellen für die Betreuung der Versicherten offen. Ein besonderer Service sind die langen Öffnungszeiten täglich von 8 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr. Das telefonische AOK-Servicecenter Clarimedis ist 24 Stunden täglich an 365 Tagen im Jahr erreichbar (0800 0326 326).

Pressekontakt

AOK Rheinland/Hamburg - Die Gesundheitskasse
Stabsstelle Presse
André Schall
E-Mail: andre.schall@rh.aok.de
Telefon: 0211 8791-1539
Telefax: 0211 8791-1232

BKK-Landesverband
NORDWEST
Karin Hendrysiak
Telefon: 0201 179-1511


IKK classic
Michael Lobscheid
Telefon: 02204 912-104


Knappschaft
Dr. Wolfgang Buschfort
Telefon: 0234 304-82050


KV Nordrhein
Dr. Heiko Schmitz
Telefon 0211 5970-8505


Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau
Frank Krenz
Telefon: 0251 2320-472


Verband der Ersatzkassen e.V., Landesvertretung NRW
Sigrid Averesch
Telefon: 0211 38410-15