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Gute Nachricht für Brustkrebs-Patientinnen: Neues Testverfahren zur Beurteilung individuell angepasster Chemotherapie

In einem Kooperationsprojekt mit dem Ziel der Therapieoptimierung bei Brustkrebs-Patientinnen arbeiten die Westdeutsche Studiengruppe (WSG), die US-Firma Genomic Health und die AOK Rheinland/Hamburg zusammen.

28.03.2012

In Kooperation mit zwölf Brustkrebs-Schwerpunkt-Kliniken im Rheinland und in Hamburg werden im WSG-ADAPT-Projekt der genetische Fingerabdruck von Tumoren von Brustkrebs-Patientinnen mit dem OncotypeDX®---Testverfahren und gleichzeitig das frühe Ansprechen auf eine Antihormon-Therapie untersucht. Ziel ist es, Patientinnen zu identifizieren, bei denen die Anwendung einer Chemotherapie neu zu beurteilen ist. Hierzu gehören Frauen mit einem niedrigen Gesamtrisiko und solche mit mittlerem Risiko und einem sehr guten Ansprechen auf die Antihormon-Therapie.

Prof. Nadia Harbeck, Medizinische Leiterin der Westdeutschen Studiengruppe (LMU München), erklärte: „Bei Brustkrebs sind individualisierte Therapiekonzepte sehr viel weiter erforscht als bei den meisten anderen Krebserkrankungen. Hier haben deutsche Studiengruppen einen sehr wichtigen Beitrag geleistet.“

„Die große Herausforderung der derzeitigen Forschung ist die Beantwortung von folgenden Fragen: Wer hat ein so geringes Rückfallrisiko, dass keine weitere Therapie, insbesondere keine weitere Chemotherapie gebraucht wird? Und bei wem ist die Antihormontherapie so wirksam, dass eine Chemotherapie umgangen werden kann?“, so Prof. Ulrike Nitz, Medizinische Leiterin WSG (Brustzentrum Bethesda-Krankenhaus Mönchengladbach). „Und genau diesen beiden Fragen stellt sich das gemeinsame Projekt der drei Partner Westdeutsche Studiengruppe, Genomic Health und AOK Rheinland/Hamburg.“

Zu den Motiven, an dem Kooperationsprojekt teilzunehmen, führte Wilfried Jacobs, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg, aus: „Die AOK Rheinland/Hamburg möchte ihren Versicherten in einem Modellprojekt die Anwendung von Therapie-Optimierungsverfahren im Rahmen des Kooperationsprojektes mit der Westdeutschen Studiengruppe GmbH ermöglichen, um ihnen noch passgenauere Therapien zur Verfügung zu stellen, unwirksame Behandlungen und überflüssige Nebenwirkungen zu ersparen und so die Lebensqualität zu erhöhen. Wichtig ist dabei besonders eine ausführliche Informationen der Patientinnen über die geplante Therapieoptimierung.“ Es müsse ohnehin in der Krebstherapie, so Wilfried Jacobs, mehr mit den Betroffenen geredet werden.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Jährlich erkranken etwa 72.000 Frauen in Deutschland neu. Trotz medizinischer Fortschritte in Diagnostik und Therapie sowie gestiegenen Überlebenschancen bedeutet die Diagnose Brustkrebs für die Medizin immer noch eine Herausforderung und für die Betroffene nach wie vor eine besondere psychische und körperliche Belastung.

Bislang gehören Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie zu den Standardverfahren bei der Behandlung. Ca. 80 Prozent der betroffenen Frauen können durch diese Verfahren geheilt werden. Besonders die Chemotherapie, die bei vielen Frauen nach der Operation vorsorglich angewendet wird, um eine Wiedererkrankung zu verhüten, ist wegen der damit verbundenen Nebenwirkungen gefürchtet. Eine Chemotherapie-Indikation muss den heutigen Standards folgend manchmal schon bei einem Wiedererkrankungsrisiko von 10–20 Prozent gestellt werden. Dies bedeutet deutlich erhöhte Heilungschancen für die auf diese Therapie tatsächlich ansprechenden Patientinnen (z. B. 10–20 Prozent der Patientinnen) unter Inkaufnahme einer Übertherapie der bereits ohnehin Gesunden. Diese Übertherapie gilt besonders häufig in der Gruppe der Patientinnen, die hormonsensible Tumoren haben und auch durch eine Antihormon-Therapie vor der Wiedererkrankung geschützt werden können.

Folgende Brustzentren im Rheinland und in Hamburg nehmen an der Studie teil:

Rheinland

  • Universitätsklinikum Aachen
  • Marienhospital Aachen
  • Evangelisches Krankenhaus Bergisch-Gladbach
  • Luisenhospital EVK Düsseldorf
  • Universitätsklinikum Düsseldorf
  • Kliniken Essen-Mitte
  • Universitätsklinikum Essen
  • Universitätsklinikum Köln/Katharinen-Hospital Frechen
  • St. Elisabeth-Krankenhaus Köln-Hohenlind
  • Evangelisches Krankenhaus Mönchengladbach Bethesda

Hamburg

  • Kooperatives Mammazentrum Hamburg Krankenhaus Jerusalem
  • Brustzentrum Diakonie-Klinikum Hamburg DKH-Krankenhaus Elim

Pressekontakt

AOK Rheinland/Hamburg
Die Gesundheitskasse
Stabsstelle Presse
Kontakt: André Maßmann
E-Mail: andre.massmann@rh.aok.de
Telefon: 0211 8791-1262
Telefax: 0211 8791-1125

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