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Gemeinsame Pressemitteilung: Spezialisierte ambulante Palliativversorgung startet in Nordrhein

Die gesetzlichen Krankenkassen in Nordrhein haben mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein den bundesweit ersten flächendeckenden Vertrag zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung geschlossen.

„Mit diesem Vertrag vollenden wir unsere erfolgreiche Initiative zur menschenfreundlichen Versorgung von Patienten am Ende ihres Lebenswegs. Gestartet sind wir mit Verträgen über die intensive hausärztliche Versorgung dieser Patienten und vollenden nun durch die SAPV die Versorgungskette“, so Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Besonders erfreulich sei, dass der Vertrag einheitlich mit allen Kassen des Landesteils geschlossen werden konnte. „Denn Palliativversorgung ist kein Feld für den Wettbewerb“, betont Hansen.

Damit ist die letzte Lücke der hoch qualifizierten häuslichen Versorgung von Menschen mit einer fortgeschrittenen, nicht heilbaren Erkrankung geschlossen. Anstatt die letzten Tage im Krankenhaus zu verbringen, werden Schwerstkranke nun zu Hause im Kreise ihrer Angehörigen umfassend medizinisch und pflegerisch versorgt – bei Bedarf rund um die Uhr. Den Palliativpatienten soll diese Leistung nun schnellstmöglich und unbürokratisch zur Verfügung stehen.

„Wir haben uns sehr für ein gemeinsames Vorgehen aller Krankenkassen eingesetzt, um schwerstkranken Menschen ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben bis zum letzten Tag zu ermöglichen. Mit diesem Vertrag ist es bundesweit erstmals gelungen, in einer großen Region flächendeckend allen gesetzlich Versicherten diese hoch spezialisierte Versorgung zur Verfügung zu stellen“, so Cornelia Prüfer-Storcks, Mitglied des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg.

Der Anspruch der Versicherten auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) wurde mit der letzten Gesundheitsreform geschaffen. Nach Schätzungen benötigen zehn Prozent aller Sterbenden eine besonders aufwändige hoch spezialisierte Versorgung, so dass sie bisher am Ende ihres Lebens häufig ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten. Das Herzstück der SAPV bildet das Palliative-Care-Team der jeweiligen Region, bestehend aus mindestens drei qualifizierten Palliativ-Medizinern und mindestens vier Palliativpflegekräften. Es muss eine 24-Stunden-Bereitschaft an sieben Tagen der Woche gewährleisten. Verpflichtende Kooperationen mit ambulanten Hospizen sowie Apotheken sichern eine multiprofessionelle Versorgung.

„Die Begleitung von Patienten in der Lebensendphase erfordert eine abgestimmte Vorgehensweise unter den verschiedenen Leistungserbringern. Mit der Etablierung qualifizierter Palliativ-Care-Teams möchten wir schwerstkranken Patienten in der letzten Phase einer nicht mehr heilbaren Erkrankung eine angemessene Lebensqualität in ihrer vertrauten Umgebung ermöglichen. Mit diesem Vertrag stellen wir für unsere Versicherten rund um die Uhr eine qualitativ hochwertige ambulante palliativmedizinische Versorgung sicher“, so Jörg Hoffmann, Vorstandsvorsitzender des BKK Landesverbandes Nordrhein-Westfalen.

Das Palliative-Care-Team wird nach Verordnung durch den Haus-, Fach- oder Krankenhausarzt aktiv. Die nächsten Schritte zur optimalen häuslichen Versorgung des Palliativpatienten werden im Rahmen eines Besuches durch das Palliative-Care-Team geplant und unter Einbindung des behandelnden Haus- oder Facharztes umgesetzt. Durch regelmäßige Fallbesprechungen der einzelnen Akteure wird eine den individuellen Bedürfnissen des Patienten entsprechende Behandlung gesichert.

Für Dirk Ruiss, Sprecher des Verbandes der Ersatzkassen in NRW, haben die Krankenkassen und Leistungserbringer in NRW schon frühzeitig Maßstäbe bei der Versorgung Sterbender gesetzt und Handlungsfähigkeit bewiesen. „In NRW starten wir bei der Palliativversorgung nicht bei Null. Im Gegenteil: In Anlehnung an das Rahmenprogramm Palliativversorgung des Landes NRW bauen wir schon seit 2006 durch flächendeckende Verträge mit Pflegediensten und Ärzten kontinuierlich ambulante Versorgungsstrukturen für unheilbar erkrankte Menschen auf. Diese erfolgreichen Strukturen entwickeln wir nun gesetzeskonform und im Sinne der Patienten weiter.“

SAPV ist sowohl als Vollversorgung durch das Palliative-Care-Team als auch als Teilleistung zur Unterstützung des behandelnden Hausarztes möglich. So kann er sich etwa durch den qualifizierten Palliativ-Mediziner beraten lassen und den Pflegedienst hinzuziehen.

Durch den Einsatz eines einheitlichen Dokumentationssystems sollen im Rahmen einer bundesweiten Evaluation Rückschlüsse auf die Qualität der Versorgung ermöglicht werden.
AOK Rheinland/Hamburg
Die Gesundheitskasse
Stabsbereich Gesundheitspolitik/Kommunikation
Kontakt: Dr. Sabine Schlingmann
E-Mail: sabine.schlingmann@rh.aok.de
Telefon: 0211 8791-1262
Telefax: 0211 8791-1125

BKK Landesverband NRW
Karin Hendrysiak
Telefon: 0201 1791-511

Knappschaft
Susanne Heinrich
Telefon: 0234 3048-2100
IKK Nordrhein
Michael Lobscheid
Telefon: 01880 4551-560

Landwirtschaftliche
Krankenkasse NRW
Heinz Schmid
Telefon: 0211 3387-366

vdek – Die Ersatzkassen
Dirk Ruiss
Telefon: 0211 38410-15

KV Nordrhein
Ruth Bahners
Telefon: 0211 5970-8279