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Bundesweit einmaliges Pilotprojekt von AOK Rheinland/Hamburg und Telekom:

Arzt, Pflegedienst oder Supermarkt: Bildtelefon ermöglicht alten Menschen Alltagskontakte von zuhause

28.01.2013

Goch (Kreis Kleve). Zuhause möglichst lange ein selbstständiges Leben zu führen, das ist der große Wunsch auch pflegebedürftiger oder bewegungseingeschränkter Menschen. Meist lassen sich dafür die baulichen Voraussetzungen schaffen. Oft aber fehlt es an einem sicheren Netz der Betreuung und Versorgung. Genau an dieser Stelle setzt in der Stadt Goch, Kreis Kleve, das Pilotprojekt „VITALIG Zuhause“ der AOK Rheinland/Hamburg und der Deutschen Telekom an.

Dieses bundesweit in puncto Ausstattung und Partnerschaft einzigartige Angebot eines „versorgten, interaktiven, technikgestützten, altersgerechten Lebens in Goch“ (VITALIG) soll es Menschen mit Mobilitätseinschränkung und Pflegefällen ermöglichen, per Videotelefonie ihre Versorgung und Alltagserledigungen sicherzustellen. Ein Computer (All-in-one-PC) ist der Dreh- und Angelpunkt des Projekts. Die Teilnehmer können damit über ein neuartiges Serviceportal sehr einfach mit Angehörigen, ambulanten Pflegediensten, dem Pflegestützpunkt in Kleve, mit Ärzten, Apotheken, einem Sanitätshaus oder Lebensmittelgeschäften sowie einem Serviceberater in Goch Kontakt aufzunehmen. Kontaktaufnahme und Gespräche laufen über den leicht zu bedienenden Computer. Ziel des Projektes: länger in der eigenen Häuslichkeit leben zu können.

Das Pilotprojekt startet am 1.2.2013 in Goch. Die Teilnehmer sind zunächst zehn AOK-Versicherte, ihre Angehörigen und ein Kreis von ca. 14 Dienstleistern. 2013 wird die Zahl der teilnehmenden Anwender sukzessive auf 100 steigen. Weitere interessierte Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg in Goch können sich ab sofort anmelden.

Günter Wältermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg, betonte: „Wir als AOK Rheinland/Hamburg sind damit Vorreiter in puncto Versorgung von hilfebedürftigen Menschen in ihrem Wohnviertel. Es war schon immer ein Schwerpunkt der AOK-Leistungen, pflegebedürftigen Menschen durch zusätzliche Angebote wie zugehende Pflegeberater oder spezielle Beratung und Begleitung der Pflege bei Demenz konkrete Hilfe anzubieten. In Goch erproben wir jetzt den Einsatz moderner Kommunikationstechnik, um älteren Menschen, die in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, die Häuslichkeit selbstbestimmt zu erhalten – sozusagen eine neue Lösung im Quartier.“

Dr. Axel Wehmeier, Leiter des strategischen Geschäftsfeldes Gesundheit der Deutschen Telekom, erklärte: „Wir alle möchten möglichst lange selbstbestimmt leben und in unseren eigenen vier Wänden wohnen. Dies will die Telekom mit Hilfe von moderner Technologie unterstützen. Für die gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft entwickeln wir bereits heute Lösungen. Wir sind überzeugt, dass sich hier ein interessanter Markt entwickeln wird.“

Für die Stadt Goch erklärte Bürgermeister Karl-Heinz Otto: „Für Seniorinnen und Senioren ist es sehr wichtig, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen zu können. Denn wer möchte schon gerne seine gewohnte Umgebung, sein Zuhause verlassen? Gerade im Alter sind gewohnte Strukturen von besonderer Bedeutung. ,VITALIG Zuhause‘ leistet eine immense Hilfestellung dabei, diese zu erhalten. Wir in Goch sind sehr stolz und froh darüber, dass dieses herausragende Pilotprojekt in unserer Stadt realisiert wird und wünschen ,VITALIG Zuhause‘ viel Erfolg."

Dazu ergänzte Barbara Nickesen, Regionaldirektorin der AOK Rheinland/Hamburg im Kreis Kleve: „Für Goch spricht die Lage in der Mitte des Kreises Kleve. Auch bei uns erkennen wir eine Zunahme der pflegebedürftigen Versicherten, wobei unsere Region sich noch durch den Bestand der Familienverbünde auszeichnet.“

Die Benutzung des neuen Hilfsangebotes ist einfach. An einem modernen PC mit Berührungsoberfläche (Touchscreen) und Kamera sowie Telefonhörer können die Senioren über gut sichtbare Schaltflächen Kontakt zu den angeschlossenen Teilnehmern aufnehmen. Neben den Angehörigen haben sich zwei niedergelassene Ärzte, sieben Apotheken, drei Pflegedienste, ein Sanitätshaus und die Senioren-Beratungsstelle der Stadt Goch sowie die AOK Rheinland/Hamburg mit dem Pflegestützpunkt im Kreis Kleve angeschlossen. Außerdem sollen Getränke- und Lebensmittelhändler in das Versorgungsnetz eingebunden werden.

Die Teilnehmer können sich über Bildtelefon mit ihren Familienangehörigen unterhalten, vom Arzt oder Apotheker persönlich beraten lassen, in einem Pflegedienst oder im Sanitätshaus ihre Fragen vis-á-vis beantworten bekommen, möglicherweise fehlende Lebensmittel bestellen oder ihre Wunschbestellung im Geschäft aufgeben.

Das Videotelefonie-Projekt soll den Teilnehmern nicht nur Wege und Fahrten ersparen, die sie selbst nicht mehr oder nur mit Hilfe anderer Personen bewältigen könnten. Das „versorgte, interaktive, technikgestützte, altersgerechte Leben in Goch“ soll auch dazu dienen, die häufig eintretende Vereinsamung von älteren Menschen zu vermeiden.

Insgesamt soll so neben der Verbesserung der Alltagssituation der AOK-versicherten Teilnehmer erprobt werden, ob durch den Aufbau eines Versorgungsnetzes der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit verlängert und ein Pflegeheim-Aufenthalt vermieden oder verzögert werden kann. Das Projekt läuft zunächst bis 31.12.2014.

Hintergrund: Das Pilotprojekt „VITALIG Zuhause“ gehört damit in eine neue Forschungsrichtung, die als „ambient assisted living“, AAL – zu deutsch „von der Umgebung unterstütztes Wohnen“ –, bezeichnet wird. Mehrere Hochschulen und Firmen in Deutschland erproben heute technische Hilfsmittel, die alten Menschen helfen sollen, sie aber nicht überfordern oder bevormunden. Eine entscheidende Voraussetzung ist die Kooperationsbereitschaft der beteiligten Institutionen.

Pressekontakt

AOK Rheinland/Hamburg
Die Gesundheitskasse
Stabsstelle Presse
André Maßmann
E-Mail: andre.massmann@rh.aok.de
Telefon: 0211 8791-1262
Telefax: 0211 8791-1232