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Beinbruch nicht erkannt, Tupfer vergessen: AOK-Serviceteam prüft jährlich 800 Patienten-Beschwerden

In diesem Jahr wird die AOK Rheinland/Hamburg bei ihrem 10.000-sten Versicherten dem Verdacht auf einen ärztlichen Behandlungsfehler nachgehen.

Seit 1998 kümmert sich ein Serviceteam mit acht Mitarbeitern der AOK Rheinland/Hamburg um ärztliche Behandlungsfehler bei Versicherten. Im letzten Jahr wandten sich Patienten 835 mal an ihre Krankenkasse, insgesamt überprüfte das Serviceteam in seiner bisherigen Arbeit 9600 Behandlungsfälle. Kam 2009 eine Regresssumme von 2,4 Millionen Euro zusammen, so summierten sich die Zahlungen seit Bestehen des Serviceteams auf 22,5 Millionen Euro zugunsten der AOK.

Die Spannweite der Fälle reicht von unzureichender Diagnostik, z. B. bei einem nicht erkannten Beinbruch, über Behandlungsfehler bei chirurgischen Eingriffen, z. B. ein vergessener Tupfer im operierten Bereich oder die Operation eines falschen Körperteils, bis zu gelegentlichen schwerwiegenden Fehlern bei Krankenhausbehandlungen, bei denen z. B. ein Diabetes-Patient trotz eines rechtzeitigen Warnhinweises an den Folgen von Austrocknung starb.

Ein Drittel der von den Versicherten gemeldeten Fälle wird nach Prüfung als Behandlungsfehler anerkannt, davon führt wiederum jeder zweite zu einem Regress. Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, erklärt: „Der Umgang mit Behandlungsfehlern muss auch seitens der Ärzte offen sein. Nicht vertuschen sollte im Mittelpunkt stehen, sondern aktive Mithilfe bei der Klärung des Sachverhaltes.“

Für Versicherte oder Hinterbliebene ist es in den meisten Fällen schwierig, die ganze Dimension eines möglichen ärztlichen Behandlungsfehlers nachzuvollziehen. Dazu kommt im Fall eines Nachweises die Durchsetzung von Schmerzensgeld oder Schadensersatz. Heinrich Schlüter, Leiter des Geschäftsbereiches Recht bei der AOK Rheinland/Hamburg, betont: „Im Regelfall liegt die Beweislast beim Patienten. Er muss also nachweisen, dass dem Arzt ein Fehler unterlaufen ist.“ Bei diesen meist schwierigen Abläufen steht das Serviceteam der größten gesetzlichen Krankenkasse in NRW ihren Versicherten zur Seite.

Wenn sich nach einem gründlichen Vorgespräch mit dem Versicherten zeigt, dass ein begründeter Verdacht auf einen Behandlungsfehler vorliegt und der Versicherte seinen Fall weiter verfolgen will, dann muss er als Erstes seinen Arzt von der bekannten Schweigepflicht entbinden. Ist dies geschehen, kann das Serviceteam der AOK die Behandlungsunterlagen beim Arzt oder Krankenhaus anfordern. Die intensive medizinische Prüfung des Falls übernimmt dann der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK). Der MDK legt ein Gutachten vor. Wird darin auf einen Behandlungsfehler hingewiesen, so kann der Versicherte sich an einen spezialisierten Anwalt wenden. Die AOK Rheinland/Hamburg geht immer dann in den Regress, wenn ein Schaden zulasten der Krankenkasse festgestellt wurde.

Pressekontakt

AOK Rheinland/Hamburg
Die Gesundheitskasse
Stabsstelle Presse
Kontakt: André Maßmann
E-Mail: andre.massmann@rh.aok.de
Telefon: 0211 8791-1262
Telefax: 0211 8791-1125