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AOK-Untersuchung zeigt: Bei Knie- und Hüft-OP weisen Krankenhäuser deutliche Qualitätsunterschiede auf

Die AOK Rheinland/Hamburg wird ab sofort die Behandlungsqualität von Krankenhäusern im Rheinland und in Hamburg im Internet veröffentlichen.

Jährlich erhalten in Nordrhein-Westfalen rund 30.000 Patienten ein künstliches Kniegelenk und etwa 35.000 ein künstliches Hüftgelenk. Mit Blick auf die Komplikationsrate nach der Operation bestehen jedoch unter den Kliniken im Rheinland große Qualitätsunterschiede. Die AOK Rheinland/Hamburg wird ab sofort die Behandlungsqualität von Krankenhäusern im Rheinland und in Hamburg im Internet veröffentlichen. Den Beginn machen Operationen zum Einsatz künstlicher Knie- und Hüftgelenke. Die AOK analysiert dazu die Krankheitsgeschichte eines Patienten mit einem künstlichen Knie- oder Hüftgelenk über ein ganzes Jahr nach der Operation anhand von Abrechnungsdaten.

Die sogenannte „Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR) wurde vom Wissenschaftlichen Institut der Ortskrankenkassen (WIdO) und dem FEISA-Institut in Magdeburg entwickelt. Als Voraussetzung für eine Bewertung muss eine Klinik mindestens 30 AOK-Patienten eine künstliche Hüfte bzw. ein künstliches Knie eingesetzt haben. Das Ergebnis: Bei der planbaren Operation zum Ersatz des Kniegelenks schneiden 14 von 88 bewerteten Kliniken im Rheinland überdurchschnittlich gut ab und zählen zu den besten 20 Prozent der Kliniken in Deutschland. Bei den Hüftgelenks-OP kamen 19 von 89 geprüften Krankenhäusern auf eine überdurchschnittlich gute Bewertung und gehören somit zu den oberen 20 Prozent im Bundesgebiet.

Cornelia Prüfer-Storcks, Mitglied des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg, betonte: „Wir wollen unseren Versicherten und niedergelassenen Ärzten mit der Veröffentlichung dieser Ergebnisse im AOK-Gesundheitsnavigator eine Orientierungshilfe geben, wie die Krankenhäuser bei diesen häufigen Operationen abgeschnitten haben. Hier geht es um medizinische Qualität nach einem abgesicherten, zuverlässigen Prüfverfahren. Jetzt kann man erkennen, dass es deutliche Unterschiede zwischen den Kliniken gibt.“

Die AOK Rheinland/Hamburg will die Ergebnisse auch zu einer intensiveren Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern nutzen, die in puncto Qualität am besten dastehen. Cornelia Prüfer-Storcks: „Medizinische Qualität muss in Zukunft eine größere Rolle auch bei den Verträgen mit uns als gesetzlicher Krankenkasse spielen.“

Beim Kniegelenk-Ersatz erhielten folgende Krankenhäuser die Bestbewertung (alphabetische Reihenfolge):
Evangelisches Krankenhaus BETHESDA, Duisburg; Evangelisches Krankenhaus Essen-Werden; Franziskushospital, Aachen; Johanniter-Krankenhaus Rheinhausen, Duisburg; Krankenhaus Maria Hilf, Krefeld; Krankenhaus Neuwerk „Maria von den Aposteln“, Mönchengladbach; Marienhospital, Aachen; Marien-Krankenhaus, Bergisch-Gladbach; Sana Krankenhaus Benrath, Düsseldorf; St. Elisabeth-Hospital, Meerbusch-Lank; St. Hubertus-Stift, Bedburg; St. Josef – Zentrum für Orthopädie und Rheumatologie, Wuppertal; St. Josef-Hospital, Troisdorf; Städtisches Krankenhaus Nettetal.

Bei der Operation für ein künstliches Hüftgelenk schnitten folgende Kliniken am besten ab (alphabetische Reihenfolge):
Dreifaltigkeits-Krankenhaus, Köln; Evangelisches Fachkrankenhaus, Ratingen; Evangelisches Krankenhaus BETHESDA, Duisburg; Evangelisches Krankenhaus Essen-Werden; Florence-Nightingale-Krankenhaus, Düsseldorf; Gemeinschaftskrankenhaus Bonn; Johanniter-Krankenhaus, Radevormwald; Krankenhaus der Augustinerinnen, Köln; Krankenhaus Neuwerk „Maria von den Aposteln“, Mönchengladbach; Kreiskrankenhaus Mechernich; LVR-Klinik für Orthopädie, Viersen; Marienhospital, Aachen; Marien-Krankenhaus, Bergisch-Gladbach; Rheintor-Klinik Neuss; St. Bernhard-Hospital, Kamp-Lintfort; St. Elisabeth-Hospital, Meerbusch-Lank; St. Elisabeth-Krankenhaus, Geilenkirchen; St. Josef-Hospital, Troisdorf; St. Remigius-Krankenhaus-Opladen, Leverkusen.

Die Daten stammen aus Behandlungsfällen der Jahre 2006 bis 2008. Der Prüfzeitraum wurde bewusst über drei Jahre festgelegt, um zuverlässige Angaben zu erhalten.

Die AOK Rheinland/Hamburg hat eine deutliche Mengenausweitung dieser Operationen im Zeitraum von 2005 bis 2009 festgestellt, die in dieser Größenordnung nicht medizinisch erklärbar ist. Offenbar wird teilweise zu schnell operiert. Bei der Hüft-Endoprothetik gab es einen Anstieg von elf Prozent, bei den Kniegelenksersatz-Operationen eine Zunahme von über 20 Prozent.

Pro Jahr zahlt die AOK Rheinland/Hamburg für planbare (elektive) Knie- und Hüftgelenksersatz-Operationen ihrer Versicherten rund 70 Millionen Euro. Eine Kniegelenksoperation kostet im Durchschnitt 7.700 Euro, bei der Hüftgelenksoperation sind es durchschnittlich 7.200 Euro. Bei einer gravierenden Komplikation, die eine neue Operation und den Austausch des eingesetzten künstlichen Gelenks erfordert, betragen die Kosten ca. 10.000 Euro, in besonders gravierenden Fällen belaufen sich die stationären Folgekosten auf bis zu 50.000 Euro.

Die Ergebnisse der Qualitätsuntersuchung der AOK Rheinland/Hamburg für die Knie- und Hüft-Endoprothese stehen ab 9. September 2010 im Internet unter www.aok-gesundheitsnavi.de zur Verfügung.

Pressekontakt

AOK Rheinland/Hamburg
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Stabsstelle Presse
Kontakt: André Maßmann
E-Mail: andre.massmann@rh.aok.de
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