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AOK Rheinland/Hamburg fordert Verbesserung der Entscheidungslösung bei Organspenden

Haltung der Menschen zur Organspende soll bewusster werden

05.06.2014

Die AOK Rheinland/Hamburg fordert ein Umdenken bei der derzeit geltenden Entscheidungslösung zu Organspenden. Anlässlich des Tages der Organspende am 7. Juni konstatierte die größte Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen, dass trotz der vor zwei Jahren eingeführten Entscheidungslösung die Zahl der Organspenden zurückgeht.

„Die Haltung zur Organspende muss verpflichtender werden“, sagte Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. „Es reicht nicht aus, dass mit der sogenannten Entscheidungslösung jeder nur nach seiner Einstellung zur Organspende gefragt wird. Neben der sachlichen Aufklärung ist es erforderlich, dass sich die Menschen entscheiden. Ein Ja oder Nein auf dem Organspendeausweis schafft Klarheit und überlässt nicht den Angehörigen die Entscheidung“, so Buchwitz weiter. Es sollte das Engagement aller sein, sich verstärkt für Organspende einzusetzen, damit mehr Menschen als bisher eine Chance auf Leben erhalten. „Die Sinnhaftigkeit der Organspende muss mehr im Bewusstsein der Bevölkerung verankert werden. Die Politik ist gehalten, die jetzige Lösung auf den Prüfstand zu stellen“, so Buchwitz.

„Als Betroffene können wir den Aufruf nur unterstützen, denn durch Organspenden werden Leben gerettet“, so die AOK-Verwaltungsratsmitglieder Norbert Kemper (Versichertenvertreter), Leber-transplantiert, und Matthias Pieper (Arbeitgebervertreter), Herz-Nieren-transplantiert.

Um die Organspende stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, hat die AOK Rheinland/Hamburg bis heute rund fünf Millionen Organspendeausweise verteilt. Neben der Gründung des „Aktionsbündnis Organspende“ hat sie mit Informationsbroschüren, Veranstaltungen und 2,5 Millionen persönlichen Anschreiben an ihre Versicherten für Organspenden geworben. Für das zweite Halbjahr 2014 ist geplant, zusammen mit einem Verein der Fußball-Bundesliga und prominenter Unterstützung das Thema Organspende erneut einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Zusätzlich sollen die Entscheidungshilfe auf www.aok.de/organspende und Informationskampagnen auf Facebook für die Organspende werben.

Derzeit warten etwa 11.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. Zwar wären einer repräsentativen Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge 68 Prozent der Bundesbürger zu einer Organspende bereit. Doch nur 28 Prozent haben ihre Entscheidung in einem Ausweis festgehalten.

Die vor zwei Jahren von der Politik eingeführte Entscheidungslösung sieht vor, dass jeder Bürger zumindest einmal in seinem Leben mit der Frage nach der Bereitschaft zur Organspende konfrontiert wird. Die Politik erhoffte sich somit, dass mehr Menschen ihren Willen zur Organspende schriftlich dokumentieren und im Notfall als Organspender identifiziert werden können.

In den meisten europäischen Ländern ist aufgrund anderer Regelungen die Zahl der Organspender höher. Trotz vieler Unterstützungsmaßnahmen ist in Deutschland die Zahl der gespendeten Organe in den letzten Jahren auch aufgrund von Unregelmäßigkeiten in Transplantationskliniken zum Teil stark rückläufig. So sank nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation die Gesamtzahl der Spenderorgane um 13,6 Prozent von 3511 im Jahr 2012 auf 3034 in 2013.

Die AOK Rheinland/Hamburg ist mit rund 2,9 Millionen Versicherten die siebtgrößte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland. Im Rheinland und in Hamburg stehen 110 Geschäftsstellen für die Betreuung der Versicherten offen. Ein besonderer Service sind die langen Öffnungszeiten täglich von 8 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr. Das telefonische AOK-Servicecenter Clarimedis ist 24 Stunden täglich an 365 Tagen im Jahr erreichbar (0800 0326 326).

Pressekontakt

AOK Rheinland/Hamburg
Die Gesundheitskasse
Pressestelle
Dr. Ellen von Itter
E-Mail: ellen.vonitter@rh.aok.de
Telefon: 0221 8791-1038
Telefax: 0221 8791-1232