Kein Ort gewählt
Keine AOK gewählt

AOK-Familienstudie 2018: Jede dritte Familie in Hamburg bewegt sich zu wenig

In vielen Familien in Hamburg kommt Bewegung zu kurz. Das geht aus der heute veröffentlichten AOK-Familienstudie hervor, für die auch 500 Mütter und Väter in Hamburg befragt wurden. Zwar bewegen sich 57 Prozent der befragten Eltern täglich mit ihren Kindern, für jede dritte Familie gehört körperliche Aktivität aber nicht zur Freizeitgestaltung dazu.

Wohnumgebung hat großen Einfluss auf körperliche Aktivität von Eltern und Kindern

Und nur acht Prozent der Kinder und Jugendlichen sind körperlich so aktiv wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen und bewegen sich mindestens eine Stunde pro Tag. "Die AOK-Familienstudie zeigt: Bewegungsmangel mit all seinen Folgen ist ein wesentliches Risiko für die gesundheitliche Entwicklung von Kindern", sagt Günter Wältermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rhein-land/Hamburg. "Kinder aus Familien, in denen Bewegung nicht zum Familienalltag gehört, haben laut der Befragung häufiger Einschlafprobleme und sind öfter gereizt."

Doch was sind die Ursachen für den Bewegungsmangel? Ein Grund könnte die hohe zeitliche Belastung sein: 35 Prozent der befragten Eltern in Hamburg fühlen sich gestresst. Auch der zunehmende Medienkonsum der Kinder spielt eine Rolle. 52 Prozent der Vier- bis Sechsjährigen nutzen Medien täglich länger als eine halbe Stunde lang - der für die Altersgruppe empfohlene Richtwert. Am Wochenende sind es sogar 81 Prozent. Bei den Sieben- bis Elfjährigen beschäftigen sich 34 Prozent länger mit Smartphone, Tablet und Co. als die empfohlenen 60 Minuten pro Tag; am Wochenende steigt dieser Wert auf 75 Prozent.

Die AOK-Familienstudie 2018 zeigt auch, dass die Wohnumgebung großen Einfluss darauf hat, ob und wie viel Familien sich bewegen. Kinder, die laut Eltern in einem attraktiven Umfeld leben, bewegen sich im Schnitt an 3,8 Tagen pro Woche. Kinder, die diese Bedingungen nicht vorfinden, bewegen sich hingegen durchschnittlich knapp ein Drittel seltener, nur an 2,6 Tagen pro Woche. Ähnlich sieht es auch beim gemeinsamen Radfahren aus. So fahren Eltern, die viele geeignete Fahrradwege in ihrer Umgebung haben, durchschnittlich an 2,4 Tagen pro Woche mit ihrem Kind Rad. Fehlt es an gut ausgebauten Radwegen, steigen Familien im Durchschnitt nur an 1,4 Tagen gemeinsam aufs Rad. Zwar finden die meisten Familien bewegungsfreundliche Bedingungen in ihrer direkten Umgebung vor, dennoch wünschen sich mehr als 80 Prozent der Eltern bei Spielplätzen, Parks, Sportstätten und Radwegen weitere Verbesserungen. "Ein attraktives und lebenswertes Wohnumfeld mit vielen Bewegungsangeboten wirkt sich positiv auf die Lebensqualität und die Gesundheit aus. Hier müssen wir gemeinsam mit Städten, Gemeinden sowie der Politik ansetzen und gesundheitsförderliche Lebensbedingungen für alle Menschen gestalten", so Gün-ter Wältermann.

Zum Hintergrund: Die AOK Rheinland/Hamburg engagiert sich seit vielen Jahren für die Gesundheitsförderung in Lebenswelten wie Kita, Schule und Betrieben. Ein Beispiel für die Gesundheitsförderung in der Schule ist das Präventionsprogramm "Fit durch die Schule", das die AOK Rheinland/Hamburg in Zusammenarbeit mit der Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg durchführt. Ziel der Initiative ist, dass Schulen bewegungsfördernde Angebote außerhalb des Unterrichts dauerhaft in ihren Schulalltag integrieren. Mit passgenauen Projektideen sollen Kinder und Jugendliche durch die Freude an der Bewegung motiviert werden, regelmäßig Sport zu treiben, so dass Bewegung für sie zum alltäglichen Begleiter wird. Die Initiative unterstützt Schulen bei der Entwicklung der Projektideen und fördert deren Umsetzung zwei Schuljahre lang finanziell mit bis zu 5000 Euro. Durch eine enge Zusammenarbeit der Schulen mit einem oder mehreren externen Partnern, insbesondere Sportvereinen, soll eine kontinuierliche Angebotspalette gesichert werden. Seit 2009 hat "Fit durch die Schule" 150 Projekte an Hamburger Schulen gefördert.

Dokumente zur AOK-Familienstudie 2018

Zusammenfassung der AOK-Familienstudie 2018 als pdf-Dokument hier.

Grafiken zur AOK-Familienstudie 2018 als pdf-Dokument hier.