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Analyse des AOK-Schulwettbewerbs #Sendepause

Allen Befürchtungen von Eltern zum Trotz: Jugendliche sind durchaus bereit, Smartphone und Handy verantwortungsvoll zu nutzen – und den Gebrauch ihrer Mobilgeräte einzuschränken. Dies zeigt eine Analyse des Schulwettbewerbs #Sendepause.

Hintergrundinformationen zur Aktion #Sendepause

Mit der der Aktion #Sendepause reagiert die AOK Rheinland/Hamburg auf den stetig steigenden Medienkonsum bei jungen Menschen. Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren können eine App herunterladen, die den Smartphone-Konsum misst. Die Jugendlichen konnten alleine oder im Rahmen eines Schulwettbewerbs im Rheinland und in Hamburg an der Aktion teilnehmen. Die Herausforderung: Möglichst selten das Smartphone nutzen. Im Aktionszeitraum 1.9.2016 bis 31.1.2017 beteiligten sich insgesamt 370 Schulklassen mit mehr als 4.400 SchülerInnen aus dem Rheinland und Hamburg.

Weitere Infos

Gesund lernen – gesund leben

Informationen können Schulen unter schulberatung@rh.aok.de anfordern.

Schulwettbewerb #Sendepause

Ziel der von der AOK Rheinland/Hamburg ins Leben gerufenen Aktion ist es, Jugendliche für eine bewusste Handynutzung zu sensibilisieren. Im Rahmen dieses Wettbewerbs wurde erstmalig der Handykonsum von Jugendlichen technisch gemessen.

Grundlage der Aktion #Sendepause war eine App, die die Jugendlichen herunterladen konnten. Mit dieser App, die täglich im Zeitraum von 8 bis 16 Uhr durchgehend geöffnet sein musste, wurde die Häufigkeit der Nutzung des Handys gemessen. Ziel war es, das Handy so selten wie nötig zu nutzen. Insgesamt hatten sich 4.476 Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren an der Aktion beteiligt. Bei den Jugendlichen, deren Datensätze komplett sind, zeigt sich: Die Hälfte dieser Jugendlichen (51 Prozent), nutzte Handy oder Smartphone im täglichen Wettbewerbszeitraum weniger als 30 Minuten. Der Mittelwert lag bei 1 Stunde und 16 Minuten.

Bewusster Umgang mit Medien

„Einfach mal abschalten – das Smartphone zur Seite legen. Eine überlegte und reflektierte Handynutzung bei Jugendlichen kann schon durch kleine Impulse unterstützt werden. Die positive Erfahrung der Handypause, wieder mehr Zeit für anderes zu haben, wirkt nach“, fasst Rolf Buchwitz, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg, die Ergebnisse zusammen. „Es ist ein schöner Erfolg zu sehen, dass Jugendliche ihr Smartphone hier smart nutzen“.

Kristin Langer, Mediencoach beim Medienratgeber für Familien, SCHAU HIN!, bestärkt die Zielrichtung des Schulwettbewerbes #Sendepause: „Letztlich geht es genau darum, nämlich mit dem Smartphone klug umzugehen. Aus meiner Beratungsarbeit weiß ich: Eltern, die mit ihren Kindern regelmäßig über eine bewusste Smartphonenutzung sprechen und einen maßvollen Umgang anregen, haben durchaus Erfolg.“ Als Mediencoach kenne sie Einfluss und Gruppendynamik, denen Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind. „Besonders der Druck, ständig erreichbar sein zu müssen, nimmt ab, wenn es eine Diskussion über Handy- und Smartphonenutzung gibt. Wichtig ist dabei, dass Eltern Vorbild sind und selbst einen sinnvollen Umgang mit dem Handy pflegen“, so Kristin Langer. „Wer das Gefühl hat, ihm tut die Informationsflut nicht gut, der sollte eine Medienpause einlegen“.

Nach eigener Einschätzung der Jugendlichen nutzen drei Viertel (77 Prozent) ihr Smartphone hauptsächlich zu Hause, weitere 21 Prozent überwiegend unterwegs. Zwei Prozent der Jugendlichen nutzen die Mobilgeräte am häufigsten in der Schule.

Bei drei Viertel der Jugendlichen (73 Prozent) ist die Kommunikation im Chat oder über Messenger-Dienste der häufigste Grund dafür, zum Smartphone zu greifen. Jeder zweite (49 Prozent) nutzt es zum Musik hören, relativ dicht gefolgt von der Kommunikation in sozialen Netzwerken (43 Prozent). Am Ende der Rangliste der meistgenutzten Anwendung des Smartphones liegt, auf den ersten Blick überraschend, die Kategorie „Spiele“.

Viele Funktionalitäten – Chatten/Messenger, Musik hören oder Soziale Netzwerke – werden zuhause und unterwegs gleichermaßen genutzt. Häufiger als zuhause verwenden Jugendliche ihr Smartphone unterwegs für Recherchen und zum Surfen im Netz. „Der hohe Anteil an Recherche unterwegs lässt vermuten, dass Jugendliche sehr selbständig bei ihrer Alltagsorganisation und Informationsbeschaffung sind. Smartphone und Internet fördern hier durchaus die Selbständigkeit und das Selbstmanagement“, so Rolf Buchwitz. Zuhause werden mit dem Mobilgerät häufiger Videos angeschaut oder Spiele darauf gespielt. Vor allem der Blick auf Datenvolumen und die damit verbundenen Kosten lassen Jugendliche anscheinend sehr genau überlegen, wann und wofür sie ihr mobiles Gerät nutzen.

Zwei Drittel der Teilnehmer bei #Sendepause sind weiblich, ein Drittel männlich. „Mädchen sind mit einer größeren Motivation an den Schulwettbewerb #Sendepause herangegangen als Jungen“, so Buchwitz. „Sie scheinen am Teilhabeprozess, Mitgestalten und Dabeisein sehr interessiert“.

„Auch im kommenden Jahr möchten wir den Wettbewerb #Sendepause wieder durchführen und die Analysen weiter ausdifferenzieren. Wir hoffen auf eine breite Teilnahme bei allen Schulen“, so Buchwitz. Als Gesundheitskasse beschäftige sich die AOK Rheinland/Hamburg seit Jahren mit dem Thema Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen. „Wir haben vielfältige Angebote für einen verantwortungsbewussten und reflektierten Medienkonsum erarbeitet – beispielsweise unser Präventionsangebot „Im-mer On?“, mit dem wir weiterführende Schulen mit kostenlosen Lehrkräftefortbildungen, einem Methoden-Koffer mit vielfältigem Unterrichts- und Praxismaterial sowie mit Elternveranstaltungen unterstützen“, so Rolf Buchwitz. „Dieses Engagement wollen wir fortsetzen und weiter ausbauen; gemeinsam mit unserem Projektpartner SCHAU HIN! zum Beispiel durch Angebote für Eltern.“