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Der Begriff „Routine“ ist im allgemeinen Sprachgebrauch eher negativ behaftet. Wer etwas routiniert erledigt, macht dies ohne viel Anstrengung, „aus dem Handgelenk“ oder wie man in meiner Heimat sagt „mit einem Schisslaweng“ (für alle nicht-Berliner: mit Schwung, Leichtigkeit, Unbekümmertheit). Was mit „Routine“ aber auch verbunden ist: Erfahrung. Wer eine Sache häufig macht, wird mit der […]

25.10.2019Autor: Matthias GottschalkRubrik: Versorgung und Innovation 0

Der Begriff „Routine“ ist im allgemeinen Sprachgebrauch eher negativ behaftet. Wer etwas routiniert erledigt, macht dies ohne viel Anstrengung, „aus dem Handgelenk“ oder wie man in meiner Heimat sagt „mit einem Schisslaweng“ (für alle nicht-Berliner: mit Schwung, Leichtigkeit, Unbekümmertheit). Was mit „Routine“ aber auch verbunden ist: Erfahrung. Wer eine Sache häufig macht, wird mit der Zeit immer erfahrener und kann damit die Qualität seiner Arbeit steigern.

Bei Operationen verhält es sich ähnlich, auch wenn hier viel mehr auf dem Spiel steht. Nämlich ein Menschenleben bzw. die Lebensqualität eines Patienten. Vereinfacht gesagt gilt hier der Grundsatz: je häufiger eine Operation durchgeführt wird, desto geringer ist das Risiko für Komplikationen. Denn mit der steigenden Erfahrung wird ein Eingriff mehr und mehr zur Routine. Die Spezialisierung eines Krankenhauses auf eine oder wenige bestimmte Behandlungen wären daher für Patienten zu empfehlen. Und da liegt das Problem.

Viele Kliniken setzen künstliche Kniegelenke ein

Sehen wir uns zum Beispiel den Einsatz eines künstlichen Kniegelenkes an. In Sachsen und Thüringen bieten von 78 bzw. 43 Kliniken 50 bzw. 32 Häuser diese Operation an. Das entspricht zwei Dritteln der Krankenhäuser in Sachsen und drei Vierteln in Thüringen. Dabei führen nur wenige diesen Eingriff mehr als einmal pro Tag durch: in Sachsen 5, in Thüringen 2 Krankenhäuser.

Um ein Mindestmaß an Qualität sicherzustellen, sind durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) Mindestmengen für sieben planbare Eingriffe festgelegt worden: Lebertransplantation (inkl. Teilleber-Lebendspende), Nierentransplantation (inkl. Lebendspende), komplexe Eingriffe am Organsystem Ösophagus (Speiseröhre), komplexe Eingriffe am Organsystem Pankreas (Bauchspeicheldrüse), Stammzellentransplantation, Kniegelenk-Totalendoprothese und die Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1250 Gramm.

Mindestmengenregelung muss ausgeweitet werden

Das Problem ist, dass diese Soll-Untergrenzen für Operationen im internationalen Vergleich zu gering ausfallen. So ist im Bereich „Komplexe Eingriffe im Bereich des Pankreas (Bauchspeicheldrüse)“ eine Mindestmeng von zehn Eingriffen pro Jahr festgelegt. Doch gerade so ein schwieriger und komplexer Eingriff benötigt viel Erfahrung der Operateure und mitwirkenden Teams. Das hat nicht zuletzt eine Dokumentation in der ARD gezeigt.

So hat zum Beispiel Prof. Dr. Thomas Mansky von der TU Berlin 2018 in einer Studie festgehalten, dass mindestens 22 Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse pro Jahr durchgeführt werden müssten. Damit würde die Behandlungsqualität deutlich steigen und das Risiko für Komplikationen sinken. Auch andere nationale und internationale Studien weisen darauf hin. Der AOK-Krankenhausnavigator 2017 hat sich dieses Themas angenommen und gibt überblicksartig eine Auswahl dieser Studien wieder. Diese sprechen sich dafür aus, dass in mehr Leistungsbereichen eine Mindestmenge vorgegeben sein sollte und diese in den bestehenden Bereichen ausgeweitet werden muss.

Im Vorfeld über Qualität informieren

Und was heißt das jetzt für die Patienten? Bei planbaren OPs lohnt es, sich über die gewünschte Klinik zu informieren: Wie oft wird der Eingriff pro Jahr durchgeführt? Wie ist die Behandlungsqualität? Mit dem AOK-Krankenhausnavigator können Patienten sich im Vorfeld planbarer OPs über genau diese Fragen informieren. Anhand von Lebensbäumen stellt der Navigator für Patienten einfach und verständlich dar, wie hoch die Behandlungsqualität eines Krankenhauses ist. Je mehr Bäume (maximal drei), desto höher die Qualität.


Weiterführende Links:

QSR-Verfahren im Detail

Mindestmengenregelung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA)

Blogbeitrag „Routine rettet Leben“ vom 06. Dezember 2018

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