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Routine rettet leben

AOK – Die Gesundheitskasse

Anhand der drei Leistungsbereiche Frühgeborenenversorgung, Brustkrebs-Operationen und Ins (im Beobachtungszeitraum 2015 und 2016) machen der AOK-Bundesverband und das WIdO deutlich, dass zu viele Krankenhäuser zu wenige Fallzahlen in diesen Bereichen aufweisen. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass in ausgewählten Leistungsbereichen eine hohe Fallzahl mit einer hohen Behandlungsqualität einhergeht.Im Bereich der Frühgeborenenversorgung weisen Kliniken, welche weniger als 34 […]

06.12.2018Autor: Matthias GottschalkRubrik: Versorgung und Innovation 0

Anhand der drei Leistungsbereiche Frühgeborenenversorgung, Brustkrebs-Operationen und Ins (im Beobachtungszeitraum 2015 und 2016) machen der AOK-Bundesverband und das WIdO deutlich, dass zu viele Krankenhäuser zu wenige Fallzahlen in diesen Bereichen aufweisen. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass in ausgewählten Leistungsbereichen eine hohe Fallzahl mit einer hohen Behandlungsqualität einhergeht.

Im Bereich der Frühgeborenenversorgung weisen Kliniken, welche weniger als 34 Fälle pro Jahr versorgen, eine um 50 Prozent höhere Sterblichkeitsrate auf als Häuser, bei denen mehr als 91 solcher Fälle vorliegen. In Sachsen können nur zwei von zehn Kliniken diese Zahlen vorweisen, in Thüringen nicht eine einzige von acht. Auch bei der Operation von Brustkrebs wird der Zusammenhang deutlich: die Überlebensrate nach vier Jahren ist deutlich erhöht, wenn die Operation in einem Brustkrebszentrum mit mehr als 100 Fällen pro Jahr durchgeführt wird. In Sachsen erreichen 15 von 49 Kliniken diese Zahl, in Thüringen acht von 24. Bei der Katheter-gestützten Herzklappen-Implantation liegen keine Mindestmengen vor. Studien zeigen aber, dass der kritische Schwellenwert bei 100 jährlich durchgeführten Behandlungen liegt. Bei weniger Operationen steigt die Sterblichkeitsrate um 46 Prozent. Bei mehr als 200 durchgeführten Behandlungen sinkt diese um 32 Prozent. In Sachsen und Thüringen bieten nur jeweils zwei Kliniken diese Leistung an und alle vier behandeln über 100 Fälle pro Jahr.

G-BA will Mindestmengenregelungen ausweiten

Am 19. Juli 2018 hat der G-BA die Einleitung der Beratung zur Einführung von Mindestmengen bei der Behandlung von Brustkrebs, von Bronchialkarzinomen sowie bei Stammzellentransplantationen beschlossen . Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist damit beauftragt worden, bis Ende September 2019 eine Literaturrecherche zum Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Behandlungsqualität durchzuführen. Anschließend wird der Antrag in Arbeitsgruppen des Unterausschusses Qualitätssicherung bearbeitet, bevor er im Plenum des G-BA beschieden wird. Mit dem Abschluss dieses Verfahrens ist voraussichtlich nicht vor Ende 2020 zu rechnen.

Die Bestrebungen zur Ausweitung der geltenden Mindestmengenregelungen sind längst überfällig. Im internationalen Vergleich sind die Mindestmengen in Deutschland vergleichsweise niedrig angesetzt. Eine Ausweitung zum Wohle der Behandlungsqualität sowie im Interesse des Patientenschutzes ist daher zwingend erforderlich.

73 Krankenhäuser in Deutschland mit mangelhafter Qualität?

Das zum 01. Januar 2016 in Kraft getretene Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) überführt den Ansatz der Qualitätskontrolle bei stationären Behandlungen auf die Ebene einer einheitlichen, qualitätsorientierten Krankenhausplanung. Anhand der vom GBA festgelegten planungsrelevanten Qualitätsindikatoren (Richtlinie zu planungsrelevanten Qualitätsindikatoren – plan. QI-RL) können Kliniken, welche eine nicht nur vorübergehende und in einem erheblichen Maße unzureichende Qualität in diesen Leistungsbereichen abliefern, von der Leistungserbringung ausgeschlossen werden. Aktuell wurde ausgewertet und veröffentlicht, welche Fachabteilungen bundesweit in den drei Leistungsbereichen Geburtshilfe, gynäkologische Operationen und Mammachirurgie eine unzureichende Qualität aufweisen.

Bei der ersten Auswertung durch das IQTIG sind Deutschlandweit 73 Kliniken in mindestens einem der drei Leistungsbereiche auffällig geworden. Rechtliche Folgen ergeben sich für die Kliniken aber erst einmal nicht, da zum einen der unbestimmte Rechtsbegriff der „unzureichenden Qualität“ einer genaueren Ausdifferenzierung bedarf und zum anderen eine besondere Schwere des Qualitätsmangels vorliegen muss. Zur Klärung dieser beiden Fragen ist dem GBA vom Bundesministerium für Gesundheit eine Frist bis Ende 2019 gegeben worden.

Ziel ist, das Verfahren der planungsrelevanten Qualitätsindikatoren bis zum Ende der Frist so auszugestalten, dass zuverlässig festgestellt werden kann, ob eine fortwährend und schwere Patientengefährdung vorliegt, welche dann zum Ausschluss der Leistung für das betroffene Krankenhaus führt. Durch eine Regelung im Grundgesetz können die Bundesländer die Anwendung der planungsrelevanten Qualitätsindikatoren ausschließen. Thüringen hat dies in einen Gesetzentwurf zur Überarbeitung des Thüringer Krankenhausgesetzes einfließen lassen. Das ist der falsche Weg. Die vom Gesetzgeber erarbeiteten Qualitätsanforderungen müssen im Sinne der Versicherten Anwendung finden. Nur so kann sichergestellt werden, dass immer die optimale Behandlungsqualität erbracht wird.

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