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Notärztemangel – real oder aufgebauscht zum Skandal?

Warum konnten im letzten Jahr 300 Notarztdienste nicht besetzt werden?Zunächst bedanken wir uns bei allen Notärztinnen und Notärzten im Landkreis Nordsachsen, die die Versorgung der Bevölkerung aufrecht erhalten.Im Jahr 2017 konnten an den Standorten im Landkreis Nordsachsen insgesamt 4.824 von 5.110 Notarztdiensten (1 Dienst = 12 Stunden) besetzt werden. Die Besetzungsquote des Jahres 2017 betrug […]

08.08.2018Autor: Hannelore StrobelRubrik: Nachgefragt und Nachgehakt, Versorgung und Innovation 0

Warum konnten im letzten Jahr 300 Notarztdienste nicht besetzt werden?

Zunächst bedanken wir uns bei allen Notärztinnen und Notärzten im Landkreis Nordsachsen, die die Versorgung der Bevölkerung aufrecht erhalten.

Im Jahr 2017 konnten an den Standorten im Landkreis Nordsachsen insgesamt 4.824 von 5.110 Notarztdiensten (1 Dienst = 12 Stunden) besetzt werden. Die Besetzungsquote des Jahres 2017 betrug im Landkreis Nordsachsen dementsprechend 94,4 %.

Man muss wissen, dass die Teilnahme am Notarztdienst im Freistaat Sachsen ausschließlich auf dem Freiwilligkeitsprinzip beruht.Mindestens 80 % der in Sachsen tätigen Notärzte arbeiten hauptberuflich als angestellte Ärzte in einem Krankenhaus und nehmen zusätzlich in ihrer Freizeit freiwillig am Notarztdienst teil. Die stetig wachsende Arbeitsverdichtung, sowohl in den Kliniken als auch in den Vertragsarztpraxen, führt dazu, dass Notärzte seltener in ihrer Freizeit zusätzliche Notarztdienste übernehmen als in der Vergangenheit. Es ist nicht möglich, Notärzte zum Dienst zu verpflichten. Weiterhin wirkt sich die Fluktuation von Ärzten an Krankenhäusern unmittelbar und teilweise sehr kurzfristig auf die Dienstbesetzung im Notarztdienst aus.

Gibt es finanzielle oder andere Anreize oder Zugeständnisse, die die ARGE NÄF im Auftrag der Krankenkassen machen könnte, um Notärztliche Dienste auf dem Land abzusichern?

Das System der notärztlichen Versorgung ist sehr gut ausfinanziert. Die gesetzlichen Krankenkassen in Sachsen wenden zur Vergütung (nur der Notärzte) insgesamt 22 Millionen EUR pro Jahr auf. Die Notärzte erhalten für ihre Beteiligung am Notarztdienst sowohl eine Stunden- als auch eine Einsatzvergütung. Zum 01.01.2018 wurden nach erfolgreichen Verhandlungen zwischen den Landesverbänden Sächsischer Krankenkassen (LVSK) und der Arbeitsgemeinschaft Sächsischer Notärzte (AGSN) die Honorare der Notärzte um ca. 10 % angehoben. Darüber hinaus haben wir im Vergütungssystem bewusst finanzielle Anreize gesetzt, die gerade Notärzte im ländlichen Raum motivieren sollen. Leider gilt auch hier, wie generell bei der ärztlichen Versorgung, dass wegen des allgemeinen Wertewandels in der Gesellschaft die finanzielle Vergütung nicht mehr an vorderster Stelle steht. Wir haben deshalb auch verschiedene Entbürokratisierungsmaßnahmen – zum Beispiel im Bereich der Abrechnung – umgesetzt. So kommen Notärzte schneller und unbürokratischer zu ihrem Honorar. Weiterhin finanzieren die gesetzlichen Krankenkassen u. a. Dienstbekleidung und Beiträge für Versicherungen. Wir planen weitere konkrete Maßnahmen, die nicht unbedingt etwas mit Geld zu tun haben. Unser Augenmerk liegt auch auf den jungen Ärzten, die Interesse an der Ausübung einer nebenberuflichen Notarzttätigkeit haben.

Entsteht dadurch eine Notsituation an den 7 Notarztstandorten im Landkreis Nordsachsen – oder wie wird vorgegangen, wenn einmal kein Notarzt am Abend oder am Wochenende da ist?

Wichtig ist: Zu keinem Zeitpunkt gab und gibt es eine konkrete Gefährdung der Bevölkerung. Im Fall eines unbesetzten Notarztdienstes, ebenso bei Duplizitätseinsätzen, wurden und werden Einsätze durch Nachbarstandorte kompensiert. Im Ernstfall wurde und wird der Notarzt auch vom Hubschrauber im Rahmen der Luftrettung zum Notfallort gebracht. Darüber hinaus kompensieren externe Dienstleister in unserem Auftrag kritische Versorgungsengpässe. Eine Versorgung der Bevölkerung ist daher zu jeder Zeit gesichert.

 

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